Von wegen nur stures „Geradeauslaufen“: Wir stellen außergewöhnliche Lauf-Events vor. Je schräger, dersto besser!
Läuft bei dir!Verrückte Wettrennen aus aller Welt

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Immer ein Highlight im Marathon-Jahreskalender: der Köln-Marathon (hier 2024). Aber es geht auch weitaus kurioser!
Der Berlin-Marathon letzte Woche oder der 28. Köln-Marathon 2026 mit mehr als 44.000 motivierte Läuferinnen und Läufer (ein neuer Rekord!)zeigen eindrucksvoll: Laufsport boomt wie nie zuvor. Immer mehr Menschen greifen im Alltag immer öfter zu den Laufschuhen und trainieren fleißig für ein großes Ziel. Doch man muss nicht gleich 24 oder 42 Kilometer im Wettkampftempo absolvieren oder Jagd auf die nächsten Streckenrekorde machen, um die Faszination für diesen Sport zu empfinden.
Auch wer beim aktuellen Köln-Marathon selbst nicht an der Startlinie steht, kann mittlerweile die enorme Vielfalt entdecken, die die Welt des Laufsports zu bieten hat. Denn Abwechslung gibt es reichlich und immer mehr: Sie reicht von endlosen Rundenläufen ohne feste Ziellinie über steile Stufenläufe in gigantischen Wolkenkratzern bis hin zu bunten Schlamm-, Kostüm- und Hindernisläufen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die eigene Begeisterung für Bewegung neu zu definieren. Wir stellen die faszinierendsten und außergewöhnlichsten Lauf-Events der Welt vor!
Nicht nur in Köln: 4,195 Kilometer durch die Stadt
Laufen ist längst kein einsamer Sport für verbissene Einzelläufer mehr, sondern ein globales Phänomen. Egal ob zehn Kilometer, Halbmarathon oder die Königsdisziplin über 42,195 Kilometer – Millionen Menschen weltweit schnüren die Laufschuhe, um gemeinsam zu laufen. Wer einmal die magische Stimmung bei einem Großstadt-Klassiker wie in Köln, Berlin, New York oder London erlebt hat, weiß, wie ansteckend dieses gemeinsame Erlebnis ist. Doch während die meisten Läufe über asphaltierte Straßen führen, gibt es weltweit auch Veranstaltungen, die völlig verrückt, extrem oder schlicht skurril sind. Beispiele gefällig?
- Antarctic Ice Marathon: Laufen bei bis zu minus 20 Grad Celsius! Wer hier startet, läuft in voller Polarausrüstung, mit Spikes und Skibrille über endloses Eis und Schnee.
- Great Wall Marathon: Hier geht es nicht nur flach geradeaus, sondern über mehr als 5000 Stufen direkt auf und entlang der Chinesischen Mauer.
- Unter-Tage-Marathon: Nichts für Menschen mit Platzangst: 500 Meter tief unter der Erde laufen die Teilnehmer mit Helm und Stirnlampe durch Salzbergwerk-Stollen in der Nähe von Thüringen.
Hart, härter, Backyard Ultra Formate
Der Backyard Ultra gilt als eines der härtesten Formate im Langstreckenlauf: Es gibt weder eine feste Distanz noch ein festgelegtes Ziel. Stattdessen laufen die Teilnehmer eine 6,706 Kilometer lange Runde – und das jede Stunde neu. Wer die Runde schneller absolviert, gewinnt wertvolle Minuten für Pause, Verpflegung oder Schlaf. Wer die Runde jedoch nicht innerhalb der 60 Minuten schafft, scheidet aus. Das Rennen endet erst, wenn nur noch eine einzige Person übrig ist und die letzte Runde erfolgreich beendet. Alle anderen scheiden offiziell mit einem „Did Not Finish“aus.

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Start des Ultra-Rennens „Last Soul Ultra“ in Fürstenau. In diesem Backyard-Format laufen die Teilnehmenden solange 6,7 Kilometer in maximal einer Stunde, bis nur noch ein Sieger übrig ist.
In Deutschland wurde das Format vor allem durch Extremsportler und Content Creator Kim Gottwald bekannt. Im August veranstaltete er mit dem Last-Soul-Ultra seinen eigenen Backyard Ultra. Der Sieg ging nach fast vier Tagen und unglaublichen 94 Runden (630,4 Kilometern) an den Amerikaner Mark Dowdle. Mehr als 100.000 Menschen verfolgten das Extrem-Event live im Netz.
Hoch hinaus: Empire State Building Run-Up
Jedes Jahr im Herbst findet im Empire State Building das bekannteste Treppenlauf-Rennen statt. Die Herausforderung: 86 Etagen, 1576 Stufen und 320 Höhenmeter bis zur Aussichtsplattform. Da das Treppenhaus eng ist, gehen die etwa 250 bis 500 Teilnehmenden nicht auf einmal, sondern in Wellen an den Start. Plätze sind heiß begehrt und werden über Verlosungen, Spendenaktionen oder feste Kontingente für Elite-Läufer, Einsatzkräfte und Promis vergeben.

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Hoch hinus geht es über 1576 Stufen bis zur höchsten Plattform des Empire State Buildings.
- Streckenrekord Herren: Paul Crake (2003) in 9 Minuten, 33 Sekunden
- Streckenrekord Damen: Die Österreicherin Andrea Mayr (2006) mit 11:23 Minuten
- Seriensiegerin: Suzy Walsham aus Australien gewann das Rennen sagenhafte zehn Mal
- Ältester Finisher: Der 93-jährige Italiener Chico Scimone meisterte die Stufen in 45:19 Minuten
Lachen am laufenden Band: Legendäre Spaß-Läufe
Spaßläufe drehen sich – wie der Name es schon vermuten lässt – um genau eine Sache: puren Spaß an der Bewegung! Statt um Bestzeiten, Leistungsdruck oder den ersten Platz geht es hier ganz nach dem Motto „Dabei sein ist alles“. Ob ambitionierte Sportler oder Freizeitläufer: Bei diesen Events geht es um das gemeinsame Erlebnis, die Atmosphäre und den Humor.

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Hauptsache Spaß! Terilnehmerinnen beim Muddy Angel Run in Leipzig.
Hier zählt nicht die Stoppuhr, sondern das gemeinsame Lachen auf dem Weg ins Ziel. Es ist die perfekte Gelegenheit, den Kopf frei zu bekommen und den Sport völlig ohne Leistungsdruck zu genießen. Das Schöne daran: Spaßläufe gibt es eigentlich das ganze Jahr über und in den unterschiedlichsten Varianten. Zu den beliebtesten Formaten gehören:
- Schlamm- und Hindernisläufe
- Farbläufe (Color Runs)
- Kostüm- und Genussläufe
- Spendenläufe
Laufend Spenden sammeln: Wings for Life World Run
„Laufen für die, die nicht laufen können“, ist das Motto des Wings for Life World Run. Es zählt nicht die Zeit, sondern allein die Distanz: Man läuft, geht oder rollt im Rollstuhl so lange, bis einen das legendäre „Catcher Car“ einholt – das ist das bewegliche Zielauto, das nach und nach das Feld von hinten aufrollt. Sämtliche Startgelder und Spenden fließen direkt in die Rückenmarksforschung, um Querschnittslähmung heilbar zu machen.

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Der Wings for Life World Run in Polen mit einem Teilnehmerfeld aus Läufern und Handbikern.
Eine Besonderheit ist der weltweite Simultanstart: Egal, ob Tag oder Nacht, alle Teilnehmenden starten exakt gleich. Mitmachen kann man auf drei Wegen:
- Flagship Runs: Events mit einem echten Catcher Car.
- Organisierte App Runs: Lokale Treffen in hunderten Städten, um gemeinsam eine festgelegte Strecke zu laufen, während das Auto einen virtuell in der App jagt.
- Individuelle App Runs: Völlig flexibel auf der eigenen Lieblingsstrecke – alleine oder mit Freunden – mit dem virtuellen Catcher Car in der Tasche.
Tragende Rolle: Wife Carrying World Champion
Ein Mann trägt eine Frau über einen 253,5 Meter langen Hindernisparcours – und zwar ununterbrochen. Die Regeln des skurrilen Wettbewerbs sind denkbar einfach: Die getragene Frau muss mindestens 17 Jahre alt sein und wenigstens 49 Kilo wiegen (notfalls wird mit einem Rucksack beim Gewicht nachgeholfen). Verheiratet sein muss das Paar dafür nicht. Neben den schnellsten Läufern – der Rekord liegt bei spektakulären 55,5 Sekunden (2011) – werden auch das unterhaltsamste Paar, das beste Kostüm und der stärkste Träger prämiert.

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Er rennt, sie klammert: Typisches Bild beim laufenden „Frauentragen“.
Der Ursprung des Rennens geht auf eine finnische Legende aus dem 19. Jahrhundert zurück: Der Räuberhauptmann Herman Ronkainen zog sich nach einer unglücklichen Ehe in die dichten Wälder zurück. Er baute eine berüchtigte Räuberbande auf, die in den Wäldern lebte und regelmäßig Dörfer überfiel, um Nahrung, Vorräte und – so die Legende – auch Frauen zu rauben.
Immer extremer – auch ohne Flügel
Die Marke Red Bull ist bekannt dafür, klassische Sportarten auf ein völlig neues Extrem-Level zu heben. Beispiele gefällig?
- Red Bull 400: Die Teilnehmer absolvierten den steilsten 400-Meter-Lauf der Welt. Statt auf normalem Untergrund sprinten sie eine Skisprungschanze hinauf. Klingt gar nicht so anstrengend? Doch, die Challenge verwandelt die Beine nach wenigen Metern in Blei und die Strecke weist eine Steigung von 37 Grad auf.

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Watt machen die denn da? Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 2. Red Bull Wattlauf im September 2026 vom Strand in Duhnen nach Neuwerk und zurück.
- Red Bull Wattlauf: Ein Kampf gegen die Gezeiten und die Natur im deutschen Wattenmeer. Läufer starten bei Ebbe und probieren, vor der Flut ins Ziel zu kommen. Dabei kämpfen sie sich durch tiefen Schlamm, Wasserlöcher und heftigen Gegenwind.
- Marathon des Sabels (Marokko): Ein siebentägiges Etappenrennen durch die Sahara, bei dem die Läufer ihre gesamte Verpflegung selbst auf dem Rücken mit sich tragen müssen.
