Hinrichtung in Köln-Nippes So brutal überfiel ein Rollkommando die Kneipe „No Name“

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November 2015: Bestatter transportieren  die Leiche des Erschossenen (29) aus dem Lokal „No Name“ in Nippes ab. 

Köln – Es war eine regelrechte Hinrichtung. Ein Überfallkommando hatte die Kneipe „No Name“ in Nippes gestürmt, den Wirt bedroht und wild um sich geschossen.

Knapp vier Jahre nach der Bluttat müssen sich voraussichtlich im Herbst 2019 drei Beteiligte an der Schießerei vor dem Landgericht Köln verantworten. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage nun wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben.

Hinrichtung in Köln-Nippes: Das war das Motiv der Täter

Lange war unklar, welchen Hintergrund die Schießerei in Nippes hatte. Die Kölner Staatsanwaltschaft geht von Vergeltung aus, nachdem zunächst im Lokal eines der Angeklagten auf der Bonner Straße mehrere Geldautomaten aufgebrochen und etwa 6000 Euro gestohlen wurden. Ein Insidertipp führte den Bestohlenen dann auf die Spur der vermeintlichen Täter.

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Die Diebe sollten „bestraft“ werden, heißt es in der Anklageschrift. Die Angeklagten und weitere Mittäter sollen zunächst den Wirt der Gaststätte beim Aufschließen des Lokals abgepasst und bedroht haben. Im Gastraum trafen sie dann auf die Automatenknacker und eröffneten  das Feuer. Einem der Opfer (29) wurde in die Brust geschossen, er fiel tödlich verletzt vom Barhocker.

Schießerei in Nippes: Ehemaliger Hells-Angels-Boss gilt als Todesschütze

Es gab weitere Schüsse, die allerdings nicht tödlich verliefen. Als den Todesschützen hat die Staatsanwaltschaft Erkan A.  (32) ausgemacht, den Bruder des kürzlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten Kölner Hells Angels-Bosses Serkan A. (35).

Erkan A. hatte sich nach der Tat  in die Türkei abgesetzt, konnte so einer Strafverfolgung  entgehen. Bevor er untertauchte, soll Erkan A. selbst als Anführer des inzwischen verbotenen Hells-Angels-Charters „C-Town“ fungiert haben. Bei der Tat sollen laut Anklage auch Gebietsverletzungen im Rocker-Milieu eine Rolle gespielt haben.

Nach Flucht in Türkei den Behörden gestellt

Einer der nun Angeklagten war zwar auch in die Türkei geflüchtet, stellte sich kürzlich aber den deutschen Behörden. Dem Vernehmen nach hoffen die Beschuldigten auf eine milde Strafe, da sie nicht an der direkten Tötung beteiligt gewesen seien.

Das Kölner Landgericht wird die spannende  Frage klären müssen, ob die Angeklagten im Vorfeld in den Mordplan eingeweiht waren oder nicht.

Angeklagter auch wegen Trickbetruges angeklagt

„Der Mordvorwurf gegen meinen Mandanten ist nicht zu halten“, sagt Verteidiger Frank Hatlé. Yasin S. (30) hatte laut Anklage den Wirt des „No Name“ mit einer Schere in Schach gehalten. Ob er damit den Mord ermöglichte, müssen die Richter entscheiden.

Ein unbeschriebenes Blatt ist Yasin S. nicht: Derzeit muss er sich wegen Trickbetrugs vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Der Bürokaufmann soll sich als Heizungsableser ausgegeben, so mehrere hochbetagte Senioren um rund 6000 Euro betrogen haben.

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