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Jecke Posse Kölner Karnevalsprinzen retten Ehre von Karl Marx

Die Ex-Prinzen Thomas Elster und Wolfgang Heckner mit der Gedenktafel für die Neue Rheinische Zeitung, die wieder am Haus Heumarkt 65 angebracht werden sol.

Die Ex-Prinzen Thomas Elster (l.) und Wolfgang Heckner, beide Mitglieder der Prinzen-Garde, mit der Marx-Gedenktafel. Am Heumarkt 65 hat sich eine irre Posse abgespielt. 

Das Haus Heumarkt 65. Jetzt kümmern sich ausgerechnet zwei frühere Karnevalsprinzen um das Gedenken an diesem historischen Ort. Die jecke Posse um Karl Marx!

Köln. Er war einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Geschichte: Die Ideen von Karl Marx (1818 - 1883; „Das Kapital“, „Das kommunistische Manifest“) hoben die Welt aus den Angeln. Bevor der gebürtige Trierer nach London emigrierte, war Köln das Zentrum seiner Tätigkeit, konkret: das Haus Heumarkt 65. Jetzt kümmern sich ausgerechnet zwei frühere Karnevalsprinzen um das Gedenken an diesem historischen Ort.

Köln: Seit 1999 – Gedenktafel am Heumarkt erinnerte an Karl Marx

Marx wirkte am Heumarkt als Chefredakteur einer siebenköpfigen Mannschaft von Journalisten, die für den Umsturz der herrschenden Verhältnisse im monarchischen Preußen eintraten.

Ihr Blatt: die „Neue Rheinische Zeitung“. An diese Zeit erinnerte seit 1999 eine Gedenktafel am Haus am Heumarkt. Bis sie plötzlich vor einigen Wochen verschwand.

Köln: Karl Marx-Gedenktafel verschwunden? „Unverständnis“

Aufmerksamen Passanten war das nicht entgangen. Der Berliner Historiker François Melis (79), bei der Einweihung 1999 als Redner im Altstadtlokal „Haxenhaus“ dabei, schrieb sogar einen Beschwerdebrief an Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Ich habe mein Unverständnis darüber ausgedrückt, dass die Tafel ohne weiteren Hinweis nicht mehr da war.“

Auch die IG Altstadt, die damals nach einer Initiative der SPD die Tafel für ca. 5000 Mark gestiftet hatte, wollte Aufklärung.

Köln: Neuer Haus-Eigentümer nahm Gedenktafel ab

Nachfragen von EXPRESS.de ergaben schließlich: Die acht bis zehn Kilo schwere Messingtafel war wegen der Sanierung des Hauses durch einen neuen Eigentümer abgenommen worden. Die Bereitschaft, sie wieder anzubringen, war – sozusagen – wenig ausgeprägt. War nicht auch der Kommunismus auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet?

Thomas Elster, hier als Prinz Thomas II., mit Bauer Anton (Maslak) und Jungfrau Johanna (Jörg Hertzner).

Thomas Elster, hier als Prinz Thomas II., mit Bauer Anton (Maslak) und Jungfrau Johanna (Jörg Hertzner) ist der Verwalter des Marx-Hauses.

Nachdem es zunächst hieß, der Besitzer wisse gar nichts von einer Tafel, wurde sie später doch im Aufzugsraum lokalisiert, wo der Hausmeister sie deponiert hatte. Eilig wurde versichert, die Gedenktafel solle wieder angebracht werden. Nur: „Die Fassade ist nicht mehr aus Stein, sondern jetzt mit Wärmedämmung und einer neuen Außenhaut versehen. Der Hausmeister kann die Tafel nicht sach- und fachgerecht befestigen“, erklärte der Verwalter des Hauses, Thomas Elster von der Ibea Verwaltungs- und Immobiliengesellschaft.

Tusch! Elster ist im jecken Köln als Prinz Karneval von 2016 bekannt, als die Prinzengarde das Dreigestirn stellte.

Köln: Karl Marx-Gedenktafel soll wieder angebracht werden

Auf der Suche nach einem Schlosser, der checken sollte, ob die Tafel nicht doch noch angeschraubt werden kann, wurde Elster bei einem jecken Kollegen „fündig“ - Wolfgang Heckner, Chef der Metallbau Heckner GmbH und Kölns Prinz Karneval von 2004.

So eine Konstellation konnte wohl nur in einer kölschen Lösung enden. Beim Termin vor Ort stellte nämlich auch Heckner fest: Hier kann nicht geschraubt werden. Die Prinzen einigten sich darauf: Die Marx-Tafel wird auf die Fassade geklebt – mit Industriekleber. Heckners Hinweis an den Prinzengardekollegen: „Dann kriegt man die aber auch nie wieder ab. Nur zusammen mit der Wand.“ Die Rückkehr der Tafel ist für kommende Woche geplant.

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