Vor dem Zoch werden die Pferde streng kontrolliert. Tierschützern reicht das nicht.
Neue Debatte um Rosenmontags-TraditionStadt Köln mit strengen Kontrollen

Copyright: Arton Krasniqi
Ein Pferdegespann auf dem Rosenmontagszug am Rosenmontag 2025
In Köln und Düsseldorf sind Pferde aus den Karnevalsumzügen weiterhin nicht wegzudenken. Trotz immer wieder aufkommender Kritik von Tierschützern und Tierschützerinnen an dieser Praxis hält das Festkomitee Kölner Karneval an den Tieren fest und verweist auf die lange Tradition. Seit 200 Jahren seien Pferde ein fester Teil des Rosenmontagszugs. Es würden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Wohlergehen der Tiere zu gewährleisten.
Strenge Überprüfungen sollen zum Beispiel sicherstellen, dass keine gedopten oder ruhiggestellten Pferde am Zug teilnehmen. Die Stadt kündigt daher Inspektionen an, die am Rosenmontag stattfinden. Am 16. Februar werden demnach um 9.30 Uhr fünf Teams mit insgesamt acht Tierärztinnen und Tierärzten sowie weiteren Mitarbeitenden des Veterinärdienstes Kontrollen nahe des Startpunkts am Chlodwigplatz vornehmen. Auch nach dem Zug werden Kontrollen durchgeführt.
Tierärzte nehmen Blutproben von Rosenmontags-Pferden
Im Jahr 2026 werden etwa 230 Pferde an der Großveranstaltung teilnehmen. Es wird eine „Inaugenscheinnahme“ bezüglich ihres allgemeinen, gesundheitlichen und pflegerischen Zustands geben. Zusätzlich werden Kutschen sowie die Transporter, mit denen die Tiere in die Südstadt gebracht werden, überprüft. Die Tierärztinnen und Tierärzte haben die Befugnis, Pferde im Zweifelsfall aus dem Zug zu nehmen.
Zusätzlich werden bei 40 Pferden stichprobenartig Blutproben entnommen und auf verbotene Substanzen analysiert. Bei Kutschen sowie Reiterinnen und Reitern wird laut Mitteilung der Stadt darauf geachtet, dass das jeweilige Gewicht für die Pferde nicht zu hoch ist.
2018 gingen in Köln Kutschpferde durch
Als Orientierung dienen auch in Köln die „Leitlinien zum Umgang mit Pferden beim Einsatz in Karnevalsumzügen“ des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW sowie die Richtlinien des Veranstalters Festkomitee Kölner Karneval. Diese wurden 2019 nach einem Vorfall mit durchgegangenen Kutschpferden im Vorjahr, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden, verschärft.
Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen zeigen, dass die Kontrollen notwendig sind: 2024 wurden bei drei Pferden im Nachhinein Schmerzmittel festgestellt. Gegen die Halter wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Im Jahr 2020 gab es ebenfalls drei positive Befunde. Zudem wurden 2023 Vorwürfe der Tierquälerei gegen einen Pferdebesitzer erhoben, dessen Tiere im Zug mitgelaufen waren.
Bonn verzichtet auf Pferde am Rosenmontag
Tierschützer und Tierschützerinnen bewerten all diese Maßnahmen als unzureichend. So würden die vorgeschriebenen Ruhepausen alle vier Stunden nicht eingehalten, und die Aufstell- sowie Wartezeiten würden nicht berücksichtigt. Die Leitlinien zum Tierschutz bezeichneten die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen eines offenen Briefs an die damalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Jahr 2024 als „Feigenblatt“.
Die Organisation PETA ist der Meinung, dass die Menschenmassen, der Lärm, umherfliegende Gegenstände und enge Gassen purer Stress für Pferde sind. Dies sei zudem auch für die Zuschauer und Zuschauerinnen gefährlich.
Sie fordert auch für 2026 die Kommunalpolitiker und Kommunalpolitikerinnen in Köln, Düsseldorf und anderen Städten auf, Pferde aus Gründen der Gefahrenabwehr zu verbieten. Einen prominenten Unterstützer haben die Tierschützer und Tierschützerinnen im Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly gefunden. Dieser hält den Einsatz von Pferden ebenfalls nicht mehr für zeitgemäß. In Düsseldorf ruft Peta beim Rosenmontagszug zu Protesten auf.
Ein Beispiel dafür, dass es an Rosenmontag anscheinend auch ohne Pferde geht, liefert die Stadt Bonn. Der Festausschuss Bonner Karneval fasste diesen Beschluss 2021. Hier begründete der damalige Zugleiter Axel Wolf dies damit, dass Pferde nur bis zu einem gewissen Grad beherrschbar seien. „Gerade bei einer Veranstaltung im innerstädtischen Umfeld, in der die Pferde über mehrere Stunden hinweg durch Menschenmassen reiten und geführt werden, entsteht hieraus ein Risiko, auch für schwerwiegende Verletzungen, das für uns nicht mehr kalkulierbar und hinnehmbar ist.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.


