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Himmels-FeuerwerkHier könnt ihr die Lyriden in Köln und Umgebung erleben

Der April bringt ein himmlisches Spektakel. Wir verraten, wann und wo Ihr die Lyriden rund um Köln am besten beobachten könnt.

Die Anziehungskraft von Sternschnuppen ist ungebrochen: Als vergängliche Leuchtspuren am Firmament wirken sie magisch und unvorhersehbar.

Für Sekundenbruchteile werden sie zum Bindeglied zwischen einem Naturereignis und dem Moment des Wünschens. Genau dieser Mix aus Vergänglichkeit, Anmut und Seltenheit begründet ihre besondere Faszination.

Lyriden-Schauer im April 2026

In diesem Jahr bieten die Lyriden die erste Gelegenheit, um Sternschnuppen zu beobachten. Zwar erreichen sie nicht die Bekanntheit der Perseiden, bei denen im August unter optimalen Umständen am Maximum typischerweise zwischen 60 und 100 Meteore pro Stunde zu sehen sind. Dennoch können auch die Lyriden bei passenden Verhältnissen – also einem wolkenlosen Himmel und geringer Lichtverschmutzung – mit ungefähr 20 sichtbaren Sternschnuppen stündlich aufwarten.

Schon seit der Antike ist dieser Meteorstrom bekannt, der sich alljährlich im April am Firmament zeigt. Als Verursacher gilt der Komet C/1861 G1 (Thatcher). Die Erde kreuzt auf ihrer Umlaufbahn eine von ihm hinterlassene Staubspur.

Sobald diese Teilchen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre unseres Planeten eintreten, verglühen sie als leuchtende Streifen – die Meteore, die wir als Sternschnuppen wahrnehmen. Die NASA bezeichnet die Lyriden als einen der ältesten erfassten Meteorströme, dessen Herkunft eindeutig dem Kometen Thatcher zugeordnet wird.

Lyriden: Der beste Zeitpunkt für die Sternschnuppen-Jagd

Nach Angaben der Internationalen Meteororganisation (IMO) sind die Lyriden im Zeitraum vom 14. bis zum 30. April aktiv. Das Maximum ihrer Aktivität wird am 22. April erreicht. Jedoch sind die Meteore erst in den Stunden nach Mitternacht optimal zu erkennen.

„Am besten zu beobachten sind sie, wenn der Radiant hoch am Himmel steht“, erläutert Uwe Pilz, der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der höchste Punkt dieses sogenannten Radianten wird kurz vor Anbruch der Morgendämmerung erreicht. Somit liegt die ideale Beobachtungsphase zwischen circa 1 Uhr und den frühen Stunden des Morgens.

Wo ist der Himmel am dunkelsten?

Neben einem Himmel ohne Wolken ist vor allem die Dunkelheit entscheidend – künstliches Licht aus Städten ist der größte Störfaktor bei jeder Sternschnuppen-Beobachtung. Aus diesem Grund existieren in Deutschland einige besonders finstere Gegenden, die von der International Dark Sky Association (IDA) als sogenannte „Dark Sky Parks“ anerkannt sind, wie zum Beispiel die Insel Spiekeroog oder der Naturpark Westhavelland.

Ein Neuzugang auf dieser Liste ist die Wittstock-Ruppiner Heide (alternativ Kyritz-Ruppiner Heide), ein etwa 12.000 Hektar umfassendes früheres Militärgebiet, das jetzt als Sternenpark dauerhaft unter Schutz steht und für den Tourismus erschlossen werden soll.

Sternschnuppen-Jagd bei Köln: Die Eifel

Auch im Kölner Umland existieren gute Voraussetzungen für die Beobachtung von Sternschnuppen. Insbesondere die Eifel zählt zu den dunkelsten Standorten in Nordrhein-Westfalen und ist offiziell als Sternenpark ausgewiesen. In dieser Gegend wird der Schutz des Nachthimmels großgeschrieben – mit ihren weiten Flächen und Waldgebieten schafft die Region optimale Bedingungen für eine klare Sicht zu den Sternen. Regelmäßige Führungen zum Firmament im Nationalpark werden von der Sternwarte der Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ auf Deutsch und Englisch angeboten.

Doch auch auf eigene Faust lässt sich viel entdecken. Zwei empfehlenswerte Beobachtungspunkte sind das „Freizeitgelände Weißer Stein“ in Hellenthal-Udenbreth sowie die „Schöne Aussicht“ in Nideggen-Schmidt. Die Sternwarte hat ihren Standort am Internationalen Platz Vogelsang – nahe der Bundesstraße 266, die zwischen Schleiden-Gemünd und Simmerath-Einruhr verläuft.

Sternenwarte Vogelsang IP, 53937 Schleiden | sterne-ohne-grenzen.de

Sternen-Blick im Siebengebirge

Bei trockener Witterung steuert der Verein Sternwarte Siebengebirge während der langen Nacht der Meteore für gewöhnlich den Drachenfels an. Dieser ist dann ausschließlich zu Fuß zugänglich. Der Fußweg vom Parkplatz dauert ungefähr 45 Minuten. Weitere Informationen finden sich auf www.sternwarte-siebengebirge.de.

Ein bekannter Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Margarethenhöhe in Königswinter, gelegen im Stadtteil Ittenbach. Es lohnt sich jedoch auch, den Wanderparkplatz nachts oder in der Dämmerung anzufahren: In einer Höhe von 320 Metern im Naturschutzgebiet Siebengebirge kommt man den Sternen ein ganzes Stück näher. Von diesem Punkt aus lässt sich ein idealer Ort finden, der einen ungestörten Blick auf den Himmel ermöglicht.

Zum Parkplatz (kostenpflichtig): Die Anfahrt erfolgt mit dem Auto über die A59 und B42 bis zur Ausfahrt Königswinter. Anschließend fährt man auf der Ferdinand-Mülhens-Straße (L331) in Richtung Ittenbach bis zur Margarethenhöhe, wo sich der Parkplatz an der Einmündung zur Löwenburger Straße befindet.

Weitere reizvolle Aussichtspunkte mit guter Himmels-Sicht gibt es im Siebengebirge. Dazu zählen beispielsweise der kleine und der große Ölberg sowie der Geisberg.

Parkplatz Margarethenhöhe, an der L331, 53639 Königswinter | siebengebirge.com | auf Google Maps anzeigen

Der Sonnenberg im Bergischen Land

Im Bergischen Land finden sich einige Plätze, um der Großstadt zu entfliehen und dennoch eine reizvolle Aussicht auf sie zu genießen. Ein Beispiel ist der Sonnenberg in Odenthal-Voiswinkel, der zugleich Teil eines Wanderwegs ist. Von diesem Punkt aus sind sogar die Spitzen des Kölner Doms sichtbar. Während man tagsüber der Sonne – unserem wichtigsten Stern – besonders nahe ist, ermöglichen die ausgedehnten Wiesen nachts bei klarem Himmel eine Suche nach Sternschnuppen fast in alle Richtungen. Über die Oberborsbacher Straße erreicht man hinter der Tagungsstätte „Haus Sonnenberg“ einen Wanderparkplatz, der unmittelbar an die Wiesen angrenzt. Da die Wege von dort asphaltiert sind, ist ein barrierefreier Zugang gewährleistet.

Parkplatz Sonnenberg: Oberborsbacher Straße 35, 51519 Odenthal | Auf Google Maps anzeigen

Geheimtipp Rodderberg

Wer gerne im Rhein-Sieg-Kreis wandert, hat möglicherweise bereits die Feuerroute erkundet. Diese Strecke verläuft von Wachtberg bis nach Rheinbach und thematisiert an sechs Haltepunkten das Element „Feuer“. Einer dieser Punkte ist der Rodderberg, bei dem es sich um den jüngsten Vulkan im Drachenfelder Ländchen handelt. Diese Erhebung gewährt eine exzellente Sicht, auch auf das Firmament. Ein Mitglied des Vorstands vom Verein Sternwarte Siebengebirge rät ebenfalls zu diesem Ort für die Sternenbeobachtung. Aufgrund der hervorragenden Rundumsicht sei dieser Standort besonders geeignet.

Die von ihm vorgeschlagene Route zum Zielpunkt kann hier eingesehen werden. Der Pfad leitet zur Broichhofkapelle, welche sich nahe dem Gut Broichhof und leicht oberhalb der Station Rodderberg befindet. Von diesem Punkt aus ist auch der Aussichtspunkt Rodderberg gut zu erreichen.

Rodderberg in Wachtberg | auf Google Maps anzeigen

Geht's auch direkt in Köln?

Und falls es doch Köln sein soll? Wer es nicht einrichten kann, lange aufzubleiben oder vor den ersten Vögeln aufzustehen, um in finsterere Gebiete zu fahren, steht vor einer größeren Herausforderung. Die Lichtverschmutzung in der Metropole ist enorm, weshalb nur die leuchtstärksten Meteore eine Chance haben, gesehen zu werden.

Mit einer Portion Glück, Ausdauer und warmer Kleidung – eventuell ergänzt durch Tee oder Glühwein – könnte sich ein Versuch an den dunkelsten Plätzen im Stadtgebiet dennoch auszahlen. Hierzu gehören beispielsweise der Rheinpark, der Herkulesberg, die Poller Wiesen nahe der Südbrücke oder der Forstbotanische Garten in Rodenkirchen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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