Olympia-Traum für Köln: Am Sonntag fällt die Entscheidung!
Olympia-Traum für KölnJetzt entscheidet sich alles!

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Ein Plakat mit dem Schriftzug „Ja“ wirbt an der Fassade der Lanxess-Arena für Olympische und Paralympische Spiele in Köln und der Region.
Die Kulisse könnte kaum besser sein: Hoch oben im Köln-Triangle, in der 28. Etage mit spektakulärem Domblick, wird am Sonntagabend (19. April) die Entscheidung fallen. Dann verkündet Hendrik Wüst die Ergebnisse der Bürgerentscheide zur Olympia-Bewerbung von NRW. Von hier aus soll die Botschaft in die Welt gehen: NRW ist bereit für die Spiele 2036, 2040 oder 2044.
„Nordrhein-Westfalen ist bereit“, betonte der CDU-Politiker diese Woche. Köln als „Leading City“ sei dabei der große Trumpf, denn: „Die ganze Welt kennt den Kölner Dom.“ Zur großen Verkündung hat Wüst die Chefs der 17 beteiligten Kommunen, Sport-Bosse und Olympia-Botschafter eingeladen. Die Stimmung in Düsseldorf: optimistisch.
Spannung pur: Reicht es für ein „Ja“?
Eine Forsa-Umfrage zeigte zuletzt: 48 Prozent in NRW sind für Olympia, 39 Prozent dagegen. Doch ob die über vier Millionen Wahlberechtigten in Köln und den anderen 16 Kommunen das auch so sehen, bleibt die große Zitterpartie. Was ist überhaupt nötig für ein gültiges „Ja“?
Es braucht nicht nur mehr Ja- als Nein-Stimmen. Zusätzlich muss eine Mindestanzahl an Wahlberechtigten zustimmen. Dieses Quorum liegt je nach Stadtgröße bei zehn, 15 oder 20 Prozent.
Ab 18 Uhr wird am Sonntag ausgezählt. Allein in Köln müssen 1000 Wahlhelfer die bis Donnerstag eingegangenen 316.847 Wahlbriefe öffnen und auszählen. Die Ergebnisse gibt es auf den Webseiten der Städte und zentral auf olympiabewerbung.nrw.
Was passiert, wenn eine Stadt „Nein“ sagt?
Sollte eine Kommune das Quorum verfehlen oder mit „Nein“ stimmen, fliegt sie aus dem Konzept. In der Düsseldorfer Staatskanzlei gibt es aber wohl schon einen Plan B mit Ersatz-Sportstätten. Aus Herten hört man zum Beispiel, dass das Quorum wackelt. Dort mussten die Leute die Wahlunterlagen umständlich per QR-Code anfordern – nicht gerade förderlich für eine hohe Beteiligung.
Offiziell sagt zwar niemand, welche Stadt unverzichtbar ist. Aber klar ist: Ohne Köln als „Leading City“ würde die Bewerbung massiv an Strahlkraft verlieren. Und auch ein Aus für Gelsenkirchen wäre bitter, denn die Schalker Arena soll zu einem spektakulären Schwimmstadion umgebaut werden.
In München stimmten satte 66,4 Prozent für die Spiele. Muss NRW da mithalten? Nein, sagen die Verantwortlichen. Eine Mehrheit ist eine Mehrheit. Außerdem gilt das Votum aus NRW als viel aussagekräftiger, da hier in allen 17 Austragungsorten abgestimmt wurde. In Bayern durften nur die Münchner ran, obwohl auch in Nürnberg oder Stuttgart Wettkämpfe stattfinden sollen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schaut aber nicht nur auf die Zustimmung der Bevölkerung. Auch Kriterien wie Nachhaltigkeit, Kosten und internationale Wettbewerbsfähigkeit sind entscheidend. Am 26. September fällt die nationale Vorentscheidung zwischen Köln-Rhein-Ruhr, München, Hamburg und Berlin. Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) steht noch aus – sie könnte bereits 2027 fallen.
Kritik an der Kampagne und Wüsts Duell mit Söder
Politisch steht fast ganz NRW hinter der Bewerbung, von CDU über SPD, Grüne und FDP bis zur AfD. Nur die Linkspartei ist dagegen. Trotzdem gibt es Kritik. „Die Unterstützung hätte größer sein können. Das liegt auch daran, dass die Olympia-Kampagne zu spät und wenig sichtbar gestartet ist“, meint etwa Christof Rasche von der FDP. Auch die versprochene „Sportmilliarde“ für die Erneuerung von Sportstätten entpuppte sich laut Städte- und Gemeindebund als „Nebelkerze“.
Für Hendrik Wüst wäre ein Zuschlag für NRW ein riesiger Erfolg – und ein direkter Stich gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Während Söder mit Schlössern protzt, will NRW mit Nachhaltigkeit und günstigen Tickets punkten. Ein Sieg im Olympia-Rennen würde Wüsts Position im Machtgefüge der CDU deutlich stärken. (red)
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