Die Vereinigung der Jeunes Restaurateurs d’Europe hält ihren diesjährigen Kongress in Köln ab. Zwischen kulinarischen Höhepunkten gab es auch ein kölsches Programm – mit Dom und Höhnern.
Wimmelbild und Höhner-MusikDas steckt hinter dem Auflauf der Köche am Dom
Was hatte es am Montagmorgen (20. April 2026) mit dem wilden Treiben am Kölner Dom auf sich? Zahlreiche Köchinnen und Köche versammelten sich auf der Domplatte und posierten in ihren weißen Kochjacken zum Gruppenbild.
Anschließend zog die 400-köpfige Gruppe gemeinsam in die Kathedrale, wo bereits Domdechant Robert Kleine auf alle wartete. Vor dem Altar saßen zudem drei Alt-Höhner, um die Besuchergruppe musikalisch zu empfangen.
Vereinigung der Jeunes Restaurateurs d’Europe wurde 1974 gegründet
Alle zwei Jahre trifft sich die 1974 gegründete Vereinigung der Jeunes Restaurateurs d’Europe (JRE) zu einem internationalen Kongress. Zum 35-jährigen Bestehen des deutschen Ablegers findet der in diesem Jahr in Köln statt.
Spitzenköche und -köchinnen aus 16 Ländern sind zum kulinarischen Klassentreffen zusammengekommen. Sie möchten sich über die Herausforderungen der Gastronomie – Fachkräftemangel, steigende Kosten – austauschen und zeigen, dass niemand Hemmungen vor Spitzengastronomie haben muss.
Zum Start stand am Sonntag ein Gala-Dinner in der Flora an. 410 Teller mussten dort jeweils pro Gang zeitgleich die Küche verlassen. Als kleine Anlehnung an das Rheinland gab es zum Hauptgang Wagyu-Rind mit Sauerbratensauce und Grießschnitte.
Der gebürtige Franzose Frédéric Morel, der in Münster das Zwei-Sterne-Restaurant Coeur D'Artichaut leitet, wurde in diesem Rahmen zum „Chef des Jahres“ gekürt.

Copyright: Daniela Decker
Organisiert wurde das Treffen von Oliver Röder (3.v.l.), dem Präsidenten des deutschen Ablegers der Jeunes Restaurateurs.
Am Montagvormittag hatte Präsident Oliver Röder, der selbst Küchenchef von „Bembergs Häuschen“ in der Burg Flamersheim ist, ein kölsches Programm zusammengestellt. Nach einem Frühstück im Gaffel am Dom ging es in den Dom.
Die Alt-Höhner Hannes Schöner, Janus Fröhlich und Peter Werner stimmten vier Hits an: „Minsche wie wir“, „Echte Fründe“, „Wenn nicht jetzt, wann dann“ und „Wann jeit d'r Himmel widder op“. Organist Matthias Wand spielte zudem „Highland Cathedral“, das in Köln als „Du bes die Stadt“ von den Bläck Fööss bekannt ist.

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Die Alt-Höhner Peter Werner, Hannes Schöner und Janus Fröhlich (v.l.) sangen für die Gastronomie-Gäste vier Hits der Kultband.
Nach einer kurzen Besichtigungsrunde durch den Dom ging es für die kulinarische Delegation zur Halle Tor 2, wo ein Genussmarkt aufgebaut war. Dort zeigten die Spitzen-Gastronomen ihr Können. Zudem präsentierten viele Weingüter ihre Produkte.
„Wir wollen unseren Gästen zeigen, was wir draufhaben“, gab Röder als Devise aus. Gleichzeitig sei es wichtig, in der Spitzengastronomie niederschwellige Angebote zu schaffen. „Der Gast soll einfach genießen und sich nicht verstellen müssen. Sterneküche bedeutet, dass man eine gute Zeit vor Ort verbringt. Es ist die Erfahrung und das Erlebnis. Ähnlich wie ein Besuch im Theater oder Musical.“
