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„So kann es nicht bleiben“ Kölner E-Scooter-Zoff: Anbieter schreiten ab Montag zur Tat 

Mit getrocknetem Schlamm und Schmutz bedeckte E-Scooter stehen an einer Mauer.

Im Rhein werden hunderte E-Scooter vermutet. Diese Roller wurden bereits am 24.April 2020 aus dem Rhein geborgen.

Kölns OB Henriette Reker hat sich auf Facebook zu Wort gemeldet – mit einem E-Scooter-Foto, das das Ausmaß des Problems zeigt. Derweil kündigen die Anbieter an, dass Montag die Bergungen aus dem Rhein starten.

Köln. Sie sollten mal Kölns großes Ding werden, ein Schritt in Richtung E-Mobilität und moderner Verkehrsstadt. Doch zwei Jahre nach dem Start in Köln ist klar: Ganz so einfach wird es in Sachen E-Scooter doch nicht. Egal, ob falsch geparkte Scooter, Drogen- und Alkoholfahrten oder sogar illegale Entsorgung im Rhein – die Anbieter kommen einfach nicht zur Ruhe und stehen in der Kritik.

Seit Freitag (3. September) sind die neuen Regeln für E-Scooter in Köln in Kraft. Unter anderem verkleinern die Anbieter ihre Flotte in der Innenstadt um etwa 35 Prozent – ein Kompromiss mit der Stadt, die 50 Prozent gefordert hatte. Außerdem gibt es Abstellverbots-Zonen sowie eine ständige Patrouille, die die Abstellung der Scooter überwacht.

E-Scooter in Köln: Reker meldet sich bei Facebook zu Wort

„Dennoch kann nur von einem Etappenziel die Rede sein. Um eine konfliktfreie Einbindung der E-Scooter als Element der Kölner Verkehrswende zu ermöglichen, müssen weitere Schritte folgen”, hatte Henriette Reker bezüglich der neuen Regelung gesagt. Die Kölner OB hat das Thema weit oben auf die Agenda gesetzt.

Auch am Freitag meldete sich Reker öffentlich zu Wort: mit einem Foto bei Facebook, das das Drama rund um die E-Scooter zeigt. Auf dem Foto zu sehen sind etwa 40 E-Scooter von verschiedenen Leihfirmen, die auf engstem Raum zusammen stehen. Scheinbar achtlos abgestellt, versperren sie Teile des Gehwegs und der Straße.

Foto von E-Scootern in Köln zeigt das Ausmaß des Problems

Wo genau das Foto in Köln aufgenommen wurde, schreibt die OB nicht. Wohl aber, was sie von einem solchen Anblick hält. „So wie es ist, kann es mit den E-Scootern nicht bleiben”, so Reker. „In einem ersten Schritt verringern wir ab heute die Anzahl der zulässigen E-Scooter um 35 % in der Innenstadt. Auch erweitern wir u.a. die Abstellverbotszonen.“

Henriette Reker schaut auf einem Balkon die Kamera. Foto von Michael Bause, honorarfrei

Henriette Reker, hier im März 2021 auf dem Balkon am Historischen Rathaus, hat sich in Sachen E-Scooter erneut zu Wort gemeldet.

Und auch das Thema E-Scooter im Rhein muss wieder auf den Tisch. „Außerdem erwarte ich die zügige, bislang immer noch nicht erfolgte Bergung der Scooter aus dem Rhein“, schreibt Reker. Etwa 500 Leihroller werden im Wasser vermutet, die ersten Anläufe für eine Bergung waren im Sande verlaufen.

Erste E-Scooter sollen am Montag aus dem Rhein geborgen werden

Erst vor wenigen Tagen war Bewegung in die Sache gekommen: Ein Teil der im Rhein liegenden E-Scooter soll am Montag (6. September) an Land geholt werden. Beauftragt wird die Bergung von der Plattform Shared Mobility (PSM), einem Zusammenschluss der Scooter-Verleiher.

An insgesamt 105 Orten wurden versenkte Scooter gefunden, nachdem ein Sonarboot im August den Rhein im Innenstadtbereich abgesucht hatte. In einem ersten Schritt sollen 60 Scooter geborgen werden. Ein weiterer Teilerfolg für Reker, die den Druck auf die Verleiher in der Stadt offenbar hoch halten will.

Unter dem Post der OB wird bereits diskutiert, unter anderem über rigorose Maßnahmen. „Nicht reduzieren, verbieten! Bruche mer nit – fott damit”, schreibt ein User. Das allerdings – ein komplettes Verbot – ist auf kommunaler Ebene nicht möglich. Diese Entscheidung müsste auf Bundesebene erfolgen. Für Köln helfen vorerst nur Regeln. Geht es nach Reker, wohl am liebsten noch deutlich strenger als bisher geplant. (tw)

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