Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

+++ EILMELDUNG +++ Derby im Ticker 1:1 zur Pause: Kurz vorher Schock um Skhiri

+++ EILMELDUNG +++ Derby im Ticker 1:1 zur Pause: Kurz vorher Schock um Skhiri

AfD-Infostand auf der SchildergasseKölner beziehen spontan deutlich Stellung

Menschen mit Fahnen der Initiative „Kein Veedel für Rassismus“ positionierten sich spontan in Sichtweite des AfD-infostandes. (Symbolfoto)

Copyright: Michael Bause

Menschen mit Fahnen der Initiative „Kein Veedel für Rassismus“ positionierten sich spontan in Sichtweite des AfD-infostandes. (Symbolfoto)

Aktualisiert:

Die AfD hat in der Kölner Innenstadt an einem Stand über ihre Partei informiert. Spontan bezogen zahlreiche Kölner und Kölnerinnen Stellung.

In der Kölner Schildergasse hat die AfD am Samstag über ihre Partei informiert. Zahlreiche Kölnerinnen und Kölner sowie Besucher der Domstadt haben darauf spontan reagiert.

Wie die Polizei Köln auf EXPRESS.de-Nachfrage bestätigte, hatte sich zunächst ein einzelner Teilnehmer mit einer „AfD-Verbot-Jetzt-Fahne“ in unmittelbarer Nähe positioniert. Und er bekam schnell Zuwachs. Wie die Polizei am Sonntag (11. Oktober) sagte, blieb der Protest friedlich.

Moderatorin Jeannine Michaelsen stolz auf ihre Stadt

Innerhalb kürzester Zeit hatte sich eine Ansammlung von Protestierenden genau gegenüber des Parteistandes eingefunden. Darunter auch Moderatorin Jeannine Michaelsen (44). Die kam zunächst wie viele andere zufällig dort vorbei und war schockiert.

„Ich muss zu meiner großen Bestürzung feststellen, dass das ein Infostand der AfD hier in Köln, irgendwie einfach so mitten auf der Straße passiert und dachte erst: Fuck, Wieso? Wieso ist hier sonst keiner, der was sagt?“, fragte sie in einem Video, das sie live auf ihrem Instagramaccount zeigte.

Aber dann, so die Kölnerin weiter, habe sie „die hier gefunden“ und schwenkt mit der Kamera auf Demonstranten, die sich spontan mit Fahnen und Plakaten gegen die AfD positionierten. Michaelsen sagt dazu: „Einfach random Leute, die vorbeikommen und sich ein Plakat nehmen und sich dazustellen. Nie wieder ist jetzt.“

Zu dem Videoclip schreibt Michaelsen: „Mitten in der Kölner Innenstadt stehen VertreterInnen einer, in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei und machen Wahlkampf. Und Menschen in der Kölner Innenstadt stellen sich dagegen. Spontan. Sie bleiben stehen, nehmen sich Banner und stellen sich ihnen gegenüber. Die Jungs neben denen ich stand, wollten eigentlich T-Shirts kaufen. Nie wieder ist jetzt. Es braucht umgehend ein AfD-Prüfverfahren.“

Und ebenso wie auf der Schildergasse bekommt die Moderatorin jede Menge Zuspruch in Form von Herz-Emojis. Die Kommentare reichen von „Stark und vorbildlich“, über „Ich hab' nichts davon mitbekommen. Danke, dass ihr da seid!“ bis hin zu „Wie froh ich bin hier wohnen zu können!“.

Arsch huh: „Köln bleibt stabil“

Beifall gibt es von Arsch huh, Kölns bekanntester Musiker- und Künstlerinitiative, die sich 1992 als Zeichen gegen Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt gründete. „Köln bleibt stabil“ posten sie.

Natürlich gibt es auch andere Kommentare. „Sie mögen wohl keine Demokratischen Parteien?“, fragt ein User. Jeannine Michaelsens Antwort darauf: „Falsch. Ich mag keine Nazis.“ oder „Das nennt man Demokratie“, worauf sie antwortet: „Ne. Die nennt man demokratiefeindlich.“

Die AfD wiederum hielt das Geschehen ebenfalls auf ihren Kanälen in den sozialen Medien fest. Dort zeigten sich Mitglieder in Posts irritiert über den Widerstand der anderen Seite.

Die Botschaft der Protestieren aber war klar: Sie zeigten Transparente mit der Botschaft „Kein Veedel für Rassismus“ sowie Schilder mit Aufdrucken wie „Kein Mensch ist illegal“ und unterstrichen damit auch das Gefühl der 44-jährigen Moderatorin:

„Ich liebe meine Heimatstadt Köln. Ich halte uns für eine der buntesten und weltoffensten Städte der Welt. Und Menschen in der Kölner Innenstadt stellen sich gegen die AfD“, führte Michaelsen aus.

Während der AfD-Stand kaum Zulauf fand, kam auf der Gegenseite eine erheblich größere Menschenmenge zusammen, um ihre Ablehnung kundzutun, berichtet „t-online – Köln“.

Prinzipiell ist es Parteien gestattet, auch abseits von Wahlkämpfen Informationsstände zu betreiben, eine Anmeldung ist jedoch Pflicht. In Köln gilt dafür eine Meldefrist von 14 Tagen im Vorfeld der Aktion. Die finale Genehmigung erteilt letztlich die städtische Verwaltung. (susa)