Bezahlbarer Wohnraum – ein Thema, das vielen unter den Nägeln brennt. Wohnen in Köln ist besonders teuer. Mit einer Kundgebung setzt ein breites Bündnis daher jetzt ein Zeichen.
Sprengstoff-Thema WohnenHunderte bei Kundgebung in Köln – auch OB da

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Auf dem Chlodwigplatz findet am Sonntag (27. September 2026) eine Kundgebung für bezahlbaren Wohnraum statt.
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Wuchermieten, explodierende Wohnkosten, die sich viele nicht mehr leisten können. Bezahlbarer Wohnraum wird immer weniger – auch in Köln, wo Wohnen besonders teuer ist. Ein breites Bündnis aus Köln hat daher am Samstag (27. September) zum Protest aufgerufen.
Seit 14 Uhr stand Mietrebell und Aktivist Kalle Gerigk auf der Bühne am Clodwigplatz. „Die Stadt hat keine Kohle mehr, muss sparen. Die Befürchtung ist, dass soziale Projekte, wie auch das Thema Sozialer Wohnungsbau, unter den Tisch gekehrt werden“, erklärte der Bündnis-Sprecher im Vorfeld gegenüber EXPRESS.de.
Kundgebung in Köln: Burmester trifft Demonstrierende
„Aber die Ärmsten der Armen, die sich keine Wohnung leisten können – was wird denn aus denen? Wir gehen auf die Straße, damit die nicht vergessen werden“, so Gerigk. Mit der Kundgebung für bezahlbaren Wohnraum wolle man ein klares Zeichen setzen. Auf der Bühne, ein Plakat mit der deutlichen Forderung: „Keine Rendite mit unserer Miete!“
Ein Thema mit Sprengstoff-Potenzial. Die Aktion, zu der 300 Teilnehmende angemeldet sind, verlaufe aber friedlich, hieß es seitens der Polizei.
Eine Teilnehmerin, die im Rollstuhl sitzt, hielt ein Plakat mit der Aufschrift „Ich möchte einfach nur wohnen“. Auf einem Banner hieß es „Mietwucher bekämpfen!“ Ein Teilnehmer forderte auf seinem Plakat von Kölns Oberbürgermeister: „Burmester, mach Wohnungsamt voll!“
Der Kölner OB Torsten Burmester kam vor Ort, sprach mit Teilnehmenden, hörte sich ihre Sorgen an.

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Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester kommt auf der Kundgebung am Sonntag (27. September 2026) mit einem Teilnehmer ins Gespräch.
Zu dem Bündnis aus 24 Institutionen, Parteien und Vereinen zählen unter anderem die Kölner Linke, die Kölner SPD, die Grüne Jugend und die Mülheimer Grünen, der Stadtverband Köln des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Mieterverein Köln und der Asta der Uni Köln. Bei der Kundgebung ergriffen unter anderem Judith Gövert vom DGB Köln-Bonn, Franz Xaver Corneth, Vorsitzender des Kölner Mietevereins, sowie Kalle Gerigk das Wort. Gerigk hatte die Kundgebung auch angemeldet.
Köln ist teuerste Stadt in NRW mit stärksten Mieterhöhungen
Auf Basis von Zahlen des Statistischen Landesamtes ist Köln die teuerste Stadt in Nordrhein-Westfalen. Das Kiel Institut ermittelt, dass in Köln die stärksten Mieterhöhungen deutschlandweit durchgesetzt werden. Neben Mietwucher und falschen Nebenkostenabrechnungen, dem Fehlen von bezahlbarem Wohnraum, unterlassener Instandhaltung, prägen die Angst vor dem Verlust der eigenen Wohnung und Verdrängung aus dem Veedel längst den Alltag vieler Kölnerinnen und Kölner.
„Hinter den Zahlen stehen die persönlichen Geschichten vieler Menschen und Familien! Deshalb sagen jetzt Organisationen und Einzelpersonen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam: So kann es auf dem Kölner Wohnungsmarkt nicht weitergehen! Die Wohnungsfrage ist auch längst keine Frage einzelner Gruppen oder gar von Einzelschicksalen mehr – sie betrifft die ganze Stadt“, erklärte Kalle Gerigk, Mietaktivist von Recht auf Stadt Köln und Sprecher des Bündnisses.

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Kalle Gerigk geht auf der Kundgebung am Sonntag (27. September) symbolisch den „Miethai“ an.
Köln müsse eine Stadt bleiben, in der Menschen unabhängig von Einkommen und sozialer Herkunft leben können.
Konkret fordert das Bündnis mehr bezahlbaren Wohnraum und mehr Wohnungen in öffentlicher Hand, einen wirksamen Schutz vor Mietsteigerungen und Mietwucher sowie den Mietennotstand anzuerkennen und zu stoppen und Zwangsräumungen zu verhindern. Leerstehender Wohnraum und ungenutzte Flächen sollen konsequent für das Wohnen mobilisiert werden. Außerdem soll die Stadt eine Bodenpolitik umsetzen, die sich stärker am Gemeinwohl als an maximalen Renditen orientiert. (iri)
