Nilgänse töten Entenküken: Auch am MediaPark-See spielen sich Dramen ab. Inzwischen sind alle Küken tot.
26 Entenküken getötetKölner Tierschützerin: „Der See ist ein Todes-See“

Das Entendrama am Theodor-Heuss-Weiher, bei dem eine Mutter von acht Küken von einer Nilgans getötet wurde: Jetzt berichtet Tierschützerin Aleke Schücking von einem identischen Albtraum am MediaPark-See.
„Bis 2014 konnten wir hier Entenküken aufwachsen sehen, aber was wir seitdem hier haben, macht uns dermaßen traurig“, erzählt sie am Dienstag (12. Mai 2026) gegenüber EXPRESS.de.
Kölner Tierschützerin: „Es ist für uns eine Tragödie“
2014 seien die Nilgänse gekommen, ein Jahr später auch noch Hechte ausgesetzt worden. Aleke Schücking: „Seitdem eliminieren die alles – der See ist ein Todes-See!“
Die Kölnerin hat allein in diesem Jahr dokumentiert, dass an dem See im MediaPark vier Entenfamilien insgesamt 26 Küken hatten. „Jetzt haben sie null, alle tot.“ Erst Anfang Mai hatte Dr. Ziah Taufig bei EXPRESS.de berichtet, wie am Theodor-Heuss-Weiher am Eigelstein eine Entenmutter von einer Nilgans getötet worden war (Video oben).
Aleke Schücking erklärt das Drama: „Es gibt in Köln inzwischen gar keinen Weiher mehr, wo wir Entenküken hinbringen können, weil sie dort von Nilgänsen getötet werden.“ Anders als Kanadagänse seien die für ihre Aggressivität bekannt, hätten hier keine natürlichen Feinde, so die Tierschützerin. „Sie stürzen sich auf die Entenküken, ertränken sie oder brechen ihnen das Genick.“
Bis vor drei Jahren habe man Küken zumindest noch zum Clarenbachkanal bringen können. Schücking: „Jetzt sind dort auch Nilgänse. Es ist für uns eine Tragödie.“ Am MediaPark, wo sie selbst seit 2003 wohnt, hätten Nilgänse auch schon erwachsene Enten getötet.
Entenküken überlebten in MediaPark-See nur drei Tage
Neben den Nilgänsen sei dort auch eine Überpopulation von Hechten, die 2015 in dem See angesiedelt wurden, ein großes Problem. „Eine Ente schwimmt mit ihren Küken und dann sieht man, zack, plötzlich sind es drei weniger“, schildert sie. Die Kombi von Nilgänsen und Hechten sei für Enten am MediaPark tödlich.
Erst gerade sei eine Entenmutter, die acht Küken im Bereich der nahen Werderstraße ausgebrütet hatte, mit ihrem Nachwuchs zum MediaPark gewatschelt. „Die Küken haben dort nur drei Tage überlebt“, erzählt Aleke Schücking. Inzwischen hätten am MediaPark-See auch Erpel die Überhand und würden die verbliebenen Enten „vergewaltigen“ und dabei teilweise auch töten, wenn sie zu mehreren auf eine Ente gehen.

Copyright: Aleke Schücking
Die Entenmutter ist mit ihren acht Küken zum MediaPark-See gewatschelt.
Aleke Schücking: „Aber das ist eine andere Ebene als die Massentötung durch die Nilgänse. Und die findet vor unseren Augen statt. Wir schreien, wir brüllen, um sie zu stoppen – aber die Gänse ertränken die Enten trotzdem.“
Erstes Kanadagans-Küken an Kölner See seit vier Jahren
Auch ein Kanadagans-Küken schaffte es nicht. Bei den Kanadagänsen wird ein funktionierendes Gelegemanagement betrieben, Eier werden dabei bis auf ein Ei oder zwei Eier gegen Attrappen ausgetauscht, im MediaPark laut Aleke Schücking sogar alle. Umso größer sei die Freude gewesen, dass dort offenbar ein Ei übersehen wurde und ein Küken schlüpfen konnte. „Wir haben uns so gefreut, gerade weil es keine Entenküken mehr gibt“, sagt sie. Doch die kleine Kanadagans habe nur zwei Tage gelebt.
„Das erste Baby in vier Jahren, weil im MediaPark auf besonders extreme Art und Weise Gelegemanagement stattfindet. Zwei Tage konnten wir uns zusammen mit vielen Besuchern und Anwohnern an diesem kleinen Wunder erfreuen“, erzählt die Tierschützerin. Doch als sie am Samstag (9. Mai) zum Nest kam, habe sie nur die völlig verstörte Gänsemutter vorgefunden. „Der Vater, der nie vom Nest gewichen ist und aufgepasst hat, war verschwunden“, erklärt sie.

Copyright: Aleke Schücking
Dieses Kanadagans-Küken, das es trotz extremen Gelegemanagements am MediaPark-See geschafft hat (vermutlich wurde das Ei übersehen), hat nur zwei Tage gelebt.
Nil- und Kanadagänse sind in Köln ins Visier geraten. EXPRESS.de berichtete unter anderem über die Situation in der Wohnanlage Beethovenpark, wo Bewohner unter den lauten Kanadagänsen leiden. Claudia Scherping von „Schwäne Köln“ bricht hingegen eine Lanze für die Kanadagänse, sieht auch eher die Nilgans kritisch. Gegenüber EXPRESS.de erklärte sie, dass Nilgänse überall brüten würden, sehr gerne in der Höhe, in Bäumen, auf Dächern und Kirchtürmen.
„Zwar gibt es auch bei ihnen ein Eiermanagement, aber oft kommt man gar nicht an die Nester dran. Sie brüten zudem mehrmals jährlich und man weiß nicht, wann“, erklärt sie das Problem. Daher sei ihre Population in Köln sehr hoch. „Sie steigt und steigt“, so die Expertin.
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