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Lärmhorror in Kölner WohnparkGaplagter Anwohner: „Katastrophe! Stadt muss sofort handeln“

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Wildgänse in der Stadt: Auch in einem noblen Kölner Wohnpark halten sie sich gerne auf. Bewohner Matthias M. ist wegen des Dauerlärms fertig mit den Nerven. 

Die Gänse-Wut eskaliert weiter. Bei Leserreporter Matthias M. (59) liegen inzwischen die Nerven blank. „In unserer Wohnanlage am Beethovenpark herrscht seit Jahren ein unhaltbarer Zustand“, erzählt er. Seit Tagen spaltet die Gänse-Debatte Köln.

Der 59-Jährige berichtet von Dauerlärm durch Wildgänse und massiver Verschmutzung. „Normales Wohnen ist faktisch nicht mehr möglich“, beklagt er. „Von Januar bis Juni schlafen Anwohner oft nur noch mit Gehörschutz.“  

Von Gänsen geplagter Kölner mit Forderung an die Stadt

Es seien auch schon Leute in die Wohnanlage eingezogen und nach wenigen Wochen wieder ausgezogen. Matthias M., der seit fünf Jahren dort wohnt, fordert: „Es ist eine Katastrophe, die Stadt Köln muss sofort handeln und wirksame Maßnahmen zulassen. Dieses Wegsehen darf nicht länger auf dem Rücken der Anwohner ausgetragen werden!“ Bei einem Nachbarn würden die Gänse sogar in die Wohnung laufen und ihn auch angreifen.

Das Objekt am Beethovenpark ist exklusiv und liegt idyllisch. Rund 380 Wohnungen sind auf verschiedene Haustypen verteilt. Der Wohnpark selbst ist autofrei, es gibt eine unterirdische Tiefgarage, viel Grün und einen künstlich angelegten See. Doch die Idylle wird getrübt.

Bambusspitzen ragen dicht an dicht am Ufer eines Gewässers aus dem Boden.

Copyright: Matthias M.

Die Verwaltung hat jetzt Bambusspitzen ins Ufer des künstlich angelegten Gewässers gerammt, damit die Wildgänse dort nicht mehr landen können.

„Am Anfang war es noch niedlich, da waren es zwei, drei Gänse, und nur wenige Bewohner haben sich beschwert, dass sie wegen des Lärms nicht schlafen können. Inzwischen hat sich das hochgeschaukelt. Seit sechs Jahren ist das bei uns jetzt Thema“, erklärt Frank Hillemeier, der die Wohnanlage seit mehr als zehn Jahren verwaltet.

Innerhalb der letzten vier Jahre sei es dann regelrecht eskaliert. „In dieser Zeit haben wir viel Arbeit in Fachleute, Gespräche und Beratungen investiert. Unter anderem gab es die Idee, mit einem Falkner zu arbeiten oder die Gänse mit künstlichen Geräuschen zu vergrämen. Aber es gibt keine Maßnahme, die wir machen dürfen“, so der Verwalter. 

Kölner Wohnpark: Verwalter meldet kleinen Erfolg

Vor der Brutzeit hätten sie jetzt den Uferbewuchs komplett runtergeschnitten und die alten Nester entfernt. Dann sei ein Holzgeflecht testweise auf ein Drittel der Fläche gelegt und zusätzlich mit Bambusstäben versehen worden, damit die Gänse dort nicht landen können. „Der Erfolg ist messbar“, erklärt Hillemeier. „Aktuell nistet dort nur ein Pärchen. Aber jetzt sitzen weitere Gänse auf den Dächern und quaken.“

Bei der Stadt ist das Problem bekannt, wie Sabine Wotzlaw vom städtischen Presseamt auf EXPRESS.de-Nachfrage bestätigt. Die Anlage würde seit einem Jahr auch vom LAVE (Abteilung Wildtiermanagement) beraten und es seien Vergrämungsmaßnahmen, unter anderem durch Bambusspitzen am Ufer, ergriffen worden, erklärt sie. Jedoch würden einige Bewohner/-innen gegen die Vergrämungsmaßnahmen anwaltlich vorgehen.

„Derzeit liegt die Prüfung einiger Maßnahmen beim Rechtsamt der Stadt Köln“, erklärt sie und fügt hinzu: „Jede Maßnahme ist im Rahmen des Bundesjagdgesetzes, Paragraf 26 Fernhalten des Wildes, zu prüfen. Die Maßnahmen dürfen die Tiere nicht verletzen.“

Leider seien die bisherigen Maßnahmen nicht erfolgreich gewesen. Sabine Wotzlaw: „Eine Bejagung vor Ort ist verboten. Die Aufnahme eines Gelegemanagements ist ebenfalls nicht möglich, da dies eine Jagdhandlung darstellt und die Eigentümer dafür geschlossen einen Antrag stellen müssten. Dort herrscht allerdings Uneinigkeit. Ein mögliches Mittel wäre, das künstlich angelegte Gewässer trockenzulegen.“

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