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Brutaler AngriffDrama an Kölner Weiher: Nilgans tötet Mutter von acht Küken

Am Theodor-Heuss-Weiher am Eigelstein kam es zu einem brutalen Angriff. Eine Nilgans tötete eine Entenmama. Die Küken konnten gerettet werden.

Sie sind eine wahre Plage geworden, die Nil- und Kanadagänse. Immer öfter vertreiben und töten sie einheimische Vögel an den Tümpeln und Weihern.

Ein solches Tierdrama dokumentierte jetzt ein Kölner, als er eine Entenmutter und ihre Küken aussetzte. Was dann geschah, ist trauriger Alltag an den Gewässern.

Nilgans geht auf Entenmutter und ihre Küken los

„Das ist ja ein Drama. Diese verdammte Wildgans will die Mutter töten.“ Voller Entsetzen filmt Dr. Ziah Taufig eine Szene am Weiher nahe des Eigelsteins.

Eigentlich hatte der Arzt vorgehabt, eine Ente, die auf dem Balkon seines Sohnes gebrütet hatte, samt ihren acht Küken die Freiheit zu schenken. Doch die währte dann nur wenige Sekunden – bis die Killergans kam.

Offensichtlich wollte die Entenmama ihrem Nachwuchs zeigen, dass Wasser ihr eigentliches Element ist und flüchtete nach der Geburt vom Balkon.

„Ich habe nach unten geschaut und sah sie da auf dem Gehweg, bin mit einem Karton hinabgeeilt.“ Glück im Unglück. Bis auf ein Küken, das sich das Beinchen gebrochen hatte, waren die anderen unversehrt. Der Arzt packte sie in den Karton und eilte mit ihnen um die Ecke zu dem kleinen Theodor-Heuss-Weiher.

Hier sitzen Entenmama und Küken noch friedlich im Schilf.

Copyright: privat

Hier sitzen Entenmama und Küken noch friedlich im Schilf.

Mama Ente und die laut piependen Küken wackelten flugs zum Wasser, der stolze „Entenpapa“ filmte die Inszenierung. Doch es wurde ein Horrorvideo, denn es dauerte nur wenige Sekunden, bis sich eine Nilgans auf die Entenmutter stürzte, ihr in den Kopf hackte und sie mit ihrem ganzen Körper unter Wasser drückte.

„Das kann doch nicht sein, mein Gott, die Mutter ist nicht mehr zu sehen, sie ist getötet worden“, ruft er geschockt in seinem Video. Und plötzlich hört man nur noch die Küken aufgeregt piepen. Am Rande des Weihers hatte sich derweil eine Krähe in Position gebracht und die Kleinen beobachtet. „Die habe ich erst mal weggejagt. Aber wie sollte ich bloß die Küken aus dem Wasser bekommen, das ja noch eiskalt war?“, fragte er sich.

Die Nilgans hat sich auf die Entenmutter gestürzt, sitzt auf ihr und ertränkt sie. Die Küken schwimmen hilflos umher.

Copyright: privat

Die Nilgans hat sich auf die Entenmutter gestürzt, sitzt auf ihr und ertränkt sie. Die Küken schwimmen hilflos umher.

Glücklicherweise patrouillierten am Eigelstein wie meist Ordnungsbeamte und Polizisten. Und die halfen sofort, informierten umgehend die Tierrettung. Ein Mann stieg mit dem Kescher ins Wasser und schaffte es vor den Augen einer großen Menschentraube, die sich mittlerweile am Weiher eingefunden hatte, die Kleinen zu retten und in eine Pflegeeinrichtung zu bringen.

Ein dramatischer Zwischenfall, aber kein Einzelfall. Aggressive Neozoen – oft Nilgänse und Kanadagänse – haben sich in Köln sehr breit gemacht.

Insbesondere während der Brutzeit sind sie besonders territorial veranlagt, greifen andere Wasservögel an und verdrängen sie. Die Stadt ist mittlerweile so weit, dass sie die Gänse nach Ende der Schonzeit bejagen lässt, damit sie sich nicht unbegrenzt vermehren.

Unter anderem bekommt Köln neue, größere Mülleimer – zudem kommt bereits der „RheinSauger“ zum Einsatz.

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