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„Ich frag doch gar nicht!“Ansage von Zehnkampf-Star: ARD-Mann rechtfertigt sich

Niklas Kaul hebt entschuldigend die Hand.

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Niklas Kaul wurde vom ARD-Reporter freundschaftlich getadelt.

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Gute Laune bei Zehnkämpfer Niklas Kaul. Im ARD-Interview ging es zwischen ihm und Claus Lufen hin und her.

So gelöst sieht man einen Zehnkämpfer mitten im Wettkampf wohl selten. Niklas Kaul war im ARD-Interview zum Abschluss des ersten Zehnkampf-Tages bei der Leichtathletik-EM bester Laune.

Der ehemalige Welt- und Europameister war mit den ersten fünf Disziplinen insgesamt sehr zufrieden. Der 28-Jährige zeigte sich beim Saisonhöhepunkt mit vier Bestleistungen für dieses Jahr und sogar einem persönlichen Rekord im Kugelstoßen gut in Form. Kaul belegt nach fünf von zehn Disziplinen mit 4.214 Punkten Rang sechs. Der zweite Tag mit seinen Paradedisziplinen Speerwurf und 1500 Meter ist traditionell für ihn der wesentlich stärkere.

Kaul stoppt ARD-Reporter sofort: „Ne, ne, ne! Ne, ne, ne!“

Entsprechend gut war die Laune beim Mainzer nach dem 400-Meter-Lauf im Interview mit ARD-Reporter Claus Lufen und Experte Frank Busemann. „400 Meter sind selten schön. Aber heute hatte ich echt Bock drauf, zu laufen, weil ich wusste, die Form ist gut. Die zweite Zeit jemals, die ich hingekriegt habe, unter 48 Sekunden. Da bin ich echt zufrieden mit. Ich glaube, jetzt könnte ich echt gut ins Bett gehen“, sagte er lächelnd.

Lufen mutmaßte: „Das könnte vielleicht der beste erste Tag ever sein“, so der ARD-Mann, der dann Richtung Busemann gestikulierte: „Er ist hier der Rechner. Der weiß das.“

Als Kaul auf dieses Angebot sofort zurückkam und gemeinsam mit Busemann überlegte, ob er wirklich noch nie mehr Punkte an einem ersten Tag eingesammelt hatte, griff Lufen aber entschieden ein und drängte auf die Fortsetzung des Interviews: „Das könnt ihr doch gleich ausdiskutieren. Wir müssen doch! Kinder! Geht doch gleich hier weiter.“

Kaul hob direkt entschuldigend die Hände in die Höhe, ließ sich von diesem kleinen „Tadel“ die Laune aber nicht verderben. Im Gegenteil. Er machte anschließend deutlich, wie sehr er seinen Sport mittlerweile genießen kann.

„Ich glaube, ich habe ganz lang mit mir gehadert nach diesen großen Erfolgen, die ich hatte, weil ich der Meinung war, ich muss jemand anders sein, als ich eigentlich bin. Und das versuche ich jetzt nicht mehr und habe einfach Spaß hier draußen“, erklärte Kaul. „Und wenn es dann in Anführungszeichen nur ein vierter Platz wird, was immer eine schwierige Formulierung ist, dann ist es auch okay.“

Diese Vorlage nahm der ARD-Reporter direkt auf. „Deshalb frage ich auch nicht nach der Medaille“, sagte er zwar, schob aber direkt hinterher: „Die ist zum Greifen nah.“ Sofort protestierte Kaul: „Ne, ne, ne! Ne, ne, ne! Da sind noch Hürden, Stab(hochsprung, Anm. d. Red.) und Diskus“, zählte er drei brenzlige Disziplinen auf, bei denen der Traum von einer Medaille am zweiten Tag ganz schnell platzen kann. Lufen rechtfertigte sich: „Ich frag ja nicht. Ich frag doch gar nicht!“

Der guten Stimmung zwischen den beiden tat das aber keinen Abbruch. Kaul sah sich an der Seite von Lufen und Busemann sogar noch ganz entspannt den abschließenden Lauf mit Topfavorit Leo Neugebauer an.

Der amtierende Weltmeister und Olympia-Zweite von Paris liegt nach Tag eins mit 4.483 Punkten in Führung – auch wenn ihm über die 400 Meter die Kräfte ausgingen. „Das war einfach so der Plan, schnell anzugehen. Mit 60 Metern to go haben die Beine zugemacht“, erklärte Neugebauer und betonte: „Man kann nie sauer sein, wenn man sein Bestes versucht hat.“ (mit dpa)

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