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„Menschliche Schwäche“Skisprung-Olympiasieger Raimund zofft sich mit Fans

Statt einer Medaille von der Olympia-Großschanze gab es für Skisprung-Star Philipp Raimund diesmal nur Zoff mit slowenischen Fans.

Erst die Enttäuschung an der Schanze, dann auch noch der Frust-Moment im Interview-Bereich der Anlage in Predazzo: Auch als Olympiasieger ist sich Philipp Raimund nicht zu fein, unhöflichen Fans den Kopf zu waschen.

Als Deutschlands neuer Skisprung-Star nach seinem neunten Platz im Wettkampf von der Großschanze am Samstagabend (14. Februar 2026) durch die Mixed Zone Richtung Journalisten stapfte, meinten slowenische Fans, eine drei Wochen alte Rechnung des Gewinners Domen Prevc stellvertretend mit Raimund begleichen zu müssen – und waren damit wortwörtlich an den Falschen geraten.

Philipp Raimund beschwert sich über Slowenen-Fans: „Komplett unnötig“

„Ich fand das ein bisschen unangenehm“, sagte Raimund deutlich angesäuert, „ich hatte damit ja absolut gar nichts am Hut.“ Hatte er in der Tat nicht. „Nein! Nein! Nein!“, brüllten ihm nämlich die slowenischen Schlachtenbummler auf Deutsch von den Stehplätzen hämisch und schadenfroh entgegen.

Genau die Worte also, mit denen Weltverbands-Kontrolleur Hubert Mathis Ende Januar im Teamwettbewerb bei der Skiflug-WM in Oberstdorf Prevc den Zugang zum Absprung-Bereich verweigert hatte.

Prevc’ Ski hatten sich kurz zuvor bei einem schon legendären Fauxpas selbstständig gemacht und waren die Schanze hinuntergeschlittert. Als der Slowene verspätet seinen Sprung nachzuholen gedachte, scheiterte er an Mathis. Nur: Der ist gar kein Deutscher.

Raimund rief also den erregt-spöttischen Fans in Predazzo zu: „Ihr wisst schon, dass der Typ Schweizer ist?“ Und war in seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn kurz recht erbost: „Jetzt, wo Domen hier gewonnen hat, mir das hinterherzuwerfen, finde ich etwas unpassend. Komplett unnötig, das zeugt aber von menschlicher Schwäche.“

Mit Domen Prevc selbst, das sagte Raimund dann nachdrücklich, habe er hingegen überhaupt kein Problem: „Nee, ich bin mit dem Domen voll fein. Also, ich mag ihn sehr“, sagte er über seinen Konkurrenten.

Das Problem sei vielmehr: „Ich glaube, die Fans nehmen sich manchmal ein bisschen zu viele Rechte raus. Wie man beispielsweise auch bei den Polen wegen der Pola gesehen hat.“ Die erst 19 Jahre alte Pola Beltowska hatten einige polnische „Fans“ nach der verpassten Mixed-Medaille als „Hauptschuldige“ ausgemacht und im Internet mit widerlichen Hassposts bedacht.

Und weil Raimund feine Antennen hat, war für ihn schon angesichts der recht harmlosen Slowenen-Pöbelei sofort klar: „Nein! Nein! Nein!“ – So geht es nicht! (sid)

Philipp Raimund nach seinem Auftritt beim Skispringen bei Olympia.

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