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Raimund hörte nicht auf TrainerHannawald über Olympiasieger: „Durch Bach schwimmen lassen“

Philipp Raimund stellte sich vor dem Olympia-Springen auf der Großschanze gegen die Entscheidung seines Trainers. Sven Hannawald hat da eine klare Meinung zu.

Noch am Montag war Philipp Raimund auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen – jetzt hat der 25-Jährige für eine kuriose wie ärgerliche Olympia-Geschichte gesorgt.

Der Wahl-Oberstdorfer wurde vor fünf Tagen noch sensationell Olympiasieger von der Normalschanze bei den Olympischen Winterspielen 2026.

Olympia 2026: Raimund hört nicht auf Horngacher

Am Samstag stand in Predazzo das Springen von der Großschanze an, Raimund rückte wieder in die Außenseiterrolle, Saison-Dominator Domen Prevc war der große Gold-Favorit – und bestätigte das am Ende auch.

Der Slowene sicherte sich den Olympiasieg vor dem Japaner Ren Nikaido (Silber) und dem Polen Kacper Tomasiak (Bronze). Raimund erwischte keinen guten Tag und musste sich am Ende mit Rang neun zufrieden geben.

Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher (56) sagte nach dem Wettkampf im ARD-Interview zerknirscht: „Philipp hat leider einen größeren Fehler im 1. Durchgang gemacht, das hat ihn sehr viele Punkte gekostet. Dadurch hat er wahrscheinlich auch ein bisschen den Fokus verloren. Der zweite Sprung war ganz in Ordnung, zwar nicht übermäßig gut, aber besser.“

Moderatorin Lea Wagner (31) sprach danach den Probedurchgang an, bei dem man sich Sorgen um Raimund gemacht habe, weil die Anlaufgeschwindigkeit auffällig niedrig gewesen war.

Horngacher wusste ganz genau warum: „Es war ein Fehler von ihm selbst, er hat den falschen Ski ausgewählt. Wir haben einen anderen Ski besprochen, er wollte aber den anderen nehmen. Das habe ich dann ein bisschen zu spät erfahren. Im Wettkampf hatte er dann den richtigen Ski. Das hat ihn im Wettkampf aber nicht durcheinandergebracht. Es war heute einfach nicht so gut wie sonst. Es war klar, dass es schwer wird, eine Medaille zu gewinnen. Auf der Großschanze hat man auch wieder gesehen, wie hoch das Niveau ist.“

Wagner fasste noch einmal zusammen, dass sich Horngacher und Raimund vor der Probe über die herrschenden Bedingungen unterhalten und sich auf einen bestimmten Ski geeinigt hätten. „Er hat sich dann ein bisschen heimlich dafür entschieden, doch einen anderen Ski zu nehmen. Stefan Horngacher hat es gar nicht mitbekommen. Wie hättest du als Bundestrainer reagiert?“, fragte sie ARD-Experte Sven Hannawald (51).

Der ehemalige Skispringer antwortete: „Ich glaube, ich hätte ihn die falschen Ski weiterspringen lassen, wenn er sich dafür entscheidet. Nein, Spaß. Das habe ich so bis jetzt noch nicht erlebt. Wir haben damals schon immer an das geglaubt, was besprochen wurde. Ich glaube nicht, dass Philipp Raimund den falschen Ski gewählt hat, aber irgendwie aus Euphorie vielleicht. Aus dem Interview kam aber ja raus, dass er lieber den anderen Ski springen wollte.“

In der heutigen Zeit müsse man seine Springer als Trainer dann einfach mal den Fehler machen lassen, sagte Hannawald weiter: „Das ist auch ein Grund, warum ich kein Trainer bin: Ich hätte die Jungs nach Hause schwimmen lassen durch den Bach, egal wie kalt das Wasser ist. Das ist mir egal. Die Erfahrung musste er dann machen, obwohl es offensichtlich war, dass es ein Fehler wird. Am Ende fand ich es total lustig, aber mal gucken, wie es weitergeht.“

Philipp Raimund wird im Olympia-Wettbewerb im Skispringen von Andreas Wellinger getröstet.

„Menschliche Schwäche“

Skisprung-Olympiasieger Raimund zofft sich mit Fans