Die nächsten Medaillen für Team D! In der Eisbahn in Cortina mussten sich die deutschen Skeletonis nur dem Topfavoriten geschlagen geben.
Auch die Skeletonis jubelnDie nächsten Eis-Medaillen für Deutschland!

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Axel Jungk, Matt Weston und Christopher Grotheer (v.l.n.r.) holten sich die Medaillen im Skeleton.
Aktualisiert
Der Eiskanal in Cortina bleibt bei den Olympischen Spielen deutsches Medaillen-Gebiet! Nach den Erfolgen im Rodeln – insgesamt sechsmal Edelmetall – gab es am Freitagabend auch im Skeleton Grund zur Freude.
Axel Jungk holte wie vor vier Jahren in China Silber, Peking-Olympiasieger Christopher Grotheer fuhr zu Bronze. Gold ging an den britischen Gesamt-Weltcupsieger und Topfavoriten Matt Weston.
Jungk muss im letzten Lauf zittern: „Totale Katastrophe“
Der Olympiasieg von Dominator Weston hatte sich im Laufe der Saison abgezeichnet. Der Weltmeister war mit fünf Siegen in sieben Weltcup-Rennen (darunter im November in Cortina) im Gepäck nach Norditalien gereist und unterstrich dort seine Ausnahmestellung eindrucksvoll.
Er war schon mit einem komfortablen Vorsprung von drei Zehntelsekunden in den zweiten Wettkampftag gegangen. Für Großbritannien ist es die erste Medaille bei den Winterspielen in Norditalien.
Für die deutschen Skeletonis ist das Ergebnis ein großer Erfolg. Der gebürtige Sachse Jungk, der mittlerweile in Dortmund lebt, hatte die Weltcupsaison als Vierter abgeschlossen. In Cortina zeigte er von Beginn an solide Fahrten. Nur im finalen Durchgang reihten sich Fehler an Fehler. „Totale Katastrophe“, gestand er in der ARD, „es war ein unfassbar schlechter Lauf von oben bis unten. Ich habe echt ganz, ganz toll gezittert als ich über die Ziellinie gefahren bin, ob das jetzt gereicht hat. Ich hätte gern mit einem besseren Lauf aufgehört. Aber total egal - Hauptsache, die Silbermedaille.“
Der Oberhofer Grotheer hatte eine wechselhafte Saison mit einem schwachen Start und deutlicher Steigerung erlebt, für ihn ist es wie für Jungk die zweite Olympiamedaille. Im Zielraum umarmte er Frau und Kind. „Ich bin megastolz auf mich. Bronze ist vom Stellenwert für mich wie die Goldene von Peking“, sagte er mit Tränen in den Augen. Felix Keisinger vom WSV Königssee kam auf Rang sechs.
Das Sportliche war im Vorfeld des Wettkampfs von der Disqualifikation des Ukrainers Heraskewytsch überlagert worden. Der WM-Vierte hatte darauf beharrt, einen Helm mit Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus seinem Heimatland zu tragen.
Daraufhin wurde er vom Wettkampf ausgeschlossen, da das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Verstoß gegen die Olympischen Charta sah.
Vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS hatte der 27-Jährige keinen Erfolg. Die Ad-hoc-Kammer des CAS wies seinen Antrag auf Aufhebung seiner Disqualifikation durch den Bob- und Schlitten-Weltverband IBSF nach einer Anhörung in Mailand ab. (are/sid/dpa)

