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„Anscheinend hat’s geholfen“Haie-Held muss nach Overtime-Hammer Strafe zahlen

Jan Luca Sennhenn entschied die Playoff-Partie erst in der dritten Overtime. Dabei begann der Tag für den Haie-Profi mit einem Fauxpas.

Jan Luca Sennhenn trifft in der 104. Minute zum Halbfinal-Einzug der Kölner Haie in der ausverkauften Lanxess-Arena. Die Vorgeschichte des glorreichen KEC-Abends macht den Treffer aber noch ein bisschen besonderer ...

Es war 23:38 Uhr, als die Lanxess-Arena am Dienstagabend (31. März) explodierte. Jan Luca Sennhenn hatte sich ein Herz gefasst, von der blauen Linie abgezogen – und die Kölner Haie mit einem satten Schuss ins DEL-Halbfinale geschossen.

Jan Luca Sennhenn über Fauxpas: „Deshalb war ich etwas spät“

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, gerade nach der Verlängerung“, sagte der KEC-Verteidiger anschließend bei MagentaSport. „Ich schieße nicht allzu viele Tore, aber dann wahrscheinlich die relativ wichtigen.“

Dass Sennhenn überhaupt in der Lage war, diesen Moment zu genießen, enthält eine gewisse Pointe. Der Defensivmann hatte den Tag mit einem kleinen Fauxpas begonnen: einem, der in Profi-Kabinen selten folgenlos bleibt.

Beim obligatorischen „Morning-Skate-Meeting“ tauchte der 23-Jährige zu spät auf. Trainer Kari Jalonen sprach das öffentlich an: „Vielleicht braucht er auch ein bisschen mehr Schlaf ...“, scherzte der 66-Jährige. MagentaSport-Experte Patrick Ehelechner setzte nach: „Der hat sich mit Sicherheit einiges anhören müssen in der Kabine. Und der wird bestimmt auch noch was zahlen müssen.“

Sennhenn selbst schmunzelte bei der Erklärung: „Das war eine kleine Verwechslung in der Gruppe: Auf dem Plan stand 10 Uhr, und dann kam nachträglich noch eine Nachricht, dass um 9 Uhr Treffpunkt ist. Deshalb war ich etwas spät – aber anscheinend hat’s geholfen ...“

Jubelnde Profis der Kölner Haie

Copyright: IMAGO/Revierfoto

Jubeldne Haie-Profis: Der KEC steht im DEL-Halbfinale

Der wichtige Treffer lässt jedenfalls keine andere Interpretation zu, unsicher wirkte Sennhenn auch zu später Stunde nicht: „Ich hab' einfach nur probiert, am ersten Schussblocker vorbeizuschießen – und das hat ganz gut funktioniert. Schwierige Sicht für den Torwart, und der ist dann durch die Beine durchgerutscht.“

Der Rest ist Playoff-Geschichte. Köln steht im Halbfinale, darf sich bis zum 8. April ausruhen – und Sennhenn darf sich wohl trotzdem noch auf eine Geldstrafe aus der Kabinenkasse einstellen.

Die Profis der Kölner Haie freuen sich gemeinsam.

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