Olympia 2022 Biathlet Lesser entfacht ersten Zoff um Prämien

Erik Lesser setzt beim Biathlon sein Gewehr an.

Der deutsche Biathlet Erik Lesser am 16. Januar 2022 in Ruhpolding.

Noch ist keine Medaille gewonnen bei den Olympischen Spielen in Peking, doch schon gibt es im deutschen Team den ersten Prämien-Zoff.

Die ersten olympischen Medaillen sind noch nicht vergeben, da gibt es schon Zoff und Unstimmigkeiten um die Prämien bei den deutschen Athleten. Biathlet Erik Lesser (33) hat vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Peking am Freitag (4. Februar 2022) seinen Unmut kundgetan.

In seiner Instagram-Story postete er eine provokante Kritik an den Siegprämien für Medaillengewinne in Peking: „Ski alpin, Skisprung Herren und Biathlon bekommen nämlich genau 0 Euro dafür, aber ganz viel Ruhm und Ehre“, so der Thüringer mit Bezug auf die Prämien der Deutschen Sporthilfe. „Fällt mir gerade ein: Wenn ihr euch auf die Balkone stellt und einfach klatscht so als Danke.“

Olympia-Prämien: Profis aus drei Disziplinen bekommen weniger

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Keine Sporthilfe-Prämien bei Olympia für Alpin-Athleten, Biathleten und Skispringer? Der DSV reagierte. „Es stimmt, dass unsere drei Disziplinen Alpin, Biathlon und Skisprung von der Sporthilfe keine Prämien beziehungsweise Förderung bekommen“, erklärte Stefan Schwarzbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Skiverbandes, am Donnerstag. „Allerdings muss man fairnesshalber schon auch sagen, dass diese Entscheidung seinerzeit in Abstimmung mit unseren Athletensprechern getroffen wurde.“

Dies sei mit Blick auf die im Vergleich mit anderen olympischen Ski-Disziplinen relativ guten Verdienstmöglichkeiten in diesen drei Sportarten geschehen, betonte der Sportfunktionär. Die Sportlerinnen und Sportler können durch Werbeeinnahmen gutes Geld verdienen. Top-Athletinnen und Athleten können so auf ein Einkommen von rund einer Million Euro pro Saison kommen.

Doch die Prämien versanden nicht im Nirgendwo. „Das Geld wird auch nicht eingespart, sondern kommt den Athletinnen und Athleten aus den darunterliegenden Kadern und damit dem Nachwuchs zugute“, sagte Schwarzbach. „Gleichzeitig wurde damals auch festgelegt, dass dafür auch der Solidaritätsbeitrag, den diese Spitzensportler sonst an die Sporthilfe geleistet haben, nicht mehr anfällt.“

Damit seien diese Athleten im Vergleich zu vorher nicht viel schlechter gestellt. Bei den Prämien, die der Deutsche Skiverband an seine Medaillengewinner zahle, gebe es keine Unterschiede zwischen den einzelnen Disziplinen. „Die werden wir wie in den Vorjahren ausschütten“, betonte Schwarzbach.

Für eine Goldmedaille zahle der DSV 25.000 Euro, Silber und Bronze würden mit 15.000 beziehungsweise 7500 Euro honoriert. „Dass dies im Vergleich mit Gehältern und Prämien bei anderen Profisportarten relativ wenig ist, damit hat Erik Lesser natürlich recht“, meinte Schwarzbach. Die Sporthilfe prämiert Olympia-Medaillengewinner für Gold, Silber und Bronze mit 20.000, 15.000 und 10.000 Euro. (dpa/ubo)

Biathlet Lesser attackiert IOC: Geld, Geld, Geld, mehr Geld

Lesser machte auf seinem Instagram-Kanal auch einen Test, wie es mit der Meinungsfreiheit von mündigen Athleten aussieht bei den Spielen in Peking. „Es ist wirklich schön hier draußen. Aber zu wissen, wie diese Gegend zuvor ausgesehen hat, macht mich so traurig. All das für drei Wochen“, schrieb er zu einem Foto der neu errichteten Biathlon-Strecke in Zhangjiakou.

Zudem startet er eine Attacke auf das IOC. Auf zwei Werbeartikeln, die er in seiner Insta-Story präsentierte, standen die olympischen Werte: „Solidarität, Inklusion, Gleichheit, Frieden, Respekt.“ Lesser schrieb an seine Follower: „Ich stelle das für euch richtig.“ Er ersetzte die Werte durch „Geld, Geld, Geld, mehr Geld“. Dabei markierte er auch den offiziellen Account der Olympischen Spiele.

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