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Blitz-Hattrick in MiamiKimi Antonelli schon besser als Michael Schumacher

Dieser Teenager mischt die Formel 1 auf! Kimi Antonelli baut seine WM-Führung aus.

Der befürchtete Sturm blieb aus beim Formel-1-Comeback in Miami. Dafür gab es spannende Überholmanöver und einen historischen Sieg-Hattrick von Kimi Antonelli (19).

Der Mercedes-Jungstar gewann in Miami seinen dritten Grand Prix in Folge von der Pole-Position. Das war nicht einmal Ayrton Senna (†34) und Michael Schumacher (57) gelungen. Damit untermauerte der junge Italiener seine Ambitionen auf seinen ersten WM-Titel.

Antonelli stiehlt Russell die Show

Antonelli setzte sich vor Sprintsieger Lando Norris (26) und dessen Teamkollegen Oscar Piastri (25) im wiedererstarkten McLaren-Mercedes durch. Grande Kimi! Der Nachfolger des bei Ferrari enttäuschenden Rekordweltmeisters Lewis Hamilton (41, Siebter) herzte seinen Vater Marco und seine Mercedes-Mechaniker. „Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg“, sagte Antonelli. „Aber wir arbeiten sehr hart. Ich werde das jetzt genießen und dann weitermachen. In drei Wochen geht es schon nach Kanada.“

In der WM führt er mit 20 Punkten vor Mercedes-Kollege George Russell (28), der von einem späten Dreher von Ferrari-Speerspitze Charles Leclerc (28, Sechster) profitierte und Vierter wurde. Doch der Brite hat Probleme. Nach Jahren der Aufbauarbeit gegen den überlegenen Red Bull von Erzfeind Max Verstappen (28) und dem Weltmeister-McLaren von Norris wollte eigentlich Russell erster Mercedes-Champion der Nach-Hamilton-Ära werden. Doch plötzlich stiehlt ihm dieser Kimi die Show und der ist auch noch der Ziehsohn von Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54).

Russell machte gute Miene zum bösen Spiel und gratulierte Kimi: „Du gewinnst nicht alle Nachwuchsserien, wenn du keinen Speed hast. Das war ein schwieriges Wochenende, aber ich habe auch Optimismus in mir.“ Wolff sieht noch keinen „Krieg der Sterne“ aufziehen und war erstmal nur stolz. „Unglaublich. Für mich war das heute das beste Rennen, das er gefahren ist“, lobte er seinen Kimi und erklärte: „Unser Auto war von den Upgrades nicht auf dem Stand des McLaren. Deshalb war es extrem wichtig, dass er nach dem Boxenstopp direkt Norris überholt hat. Und dann hat er dem Druck standgehalten.“

Doch perfekt ist sein junger Meisterschüler noch lange nicht. Wie schon in den ersten drei Rennen vermasselte er den Start und überfuhr mehrfach die Streckenbegrenzung, weshalb er im Sprintrennen auch bestraft wurde. Wolff mit ernster Miene: „Er macht weniger Fehler, jetzt müssen wir ihm nur die Track-Limits rauklopfen, dann wird das sehr schön.“

Die Schnecken-Starts kreidete Wolff dagegen dem Team an: „Gar nicht gut. Wenn du die WM gewinnen willst, musst du die Starts hinkriegen. Da müssen wir unsere Hausarbeiten machen.“

Von solchen Luxusproblemen kann Verstappen nur träumen. Der „fliegende Holländer“ kam von seinem starken zweiten Startplatz ebenfalls schlecht weg und drehte sich im Duell mit Leclerc. Nach einer furiosen Aufholjagd mit Rempeleien gegen einige Kollegen lag er auf Podiumskurs, doch dann überfuhr er beim zu frühen Boxenstopp (8. Runde) die weiße Linie der Ausfahrt, kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe und wurde nur Fünfter.

Verstappen grimmig: „Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist.“ Noch schlimmer lief es für Nico Hülkenberg (38). Der Audi-Routinier musste nach einer frühen Kollision an die Box und sein Auto wenig später mit Getriebeproblemen abstellen. Damit geht das Warten auf die ersten WM-Punkte weiter.

Kimi Antonelli hat seine WM-Führung ausgebaut.

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