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„Ich fahre, um zu gewinnen“Kimi Antonelli (19) ist der jüngste WM-Führende der Formel 1

Kimi Antonelli und Toto Wolff

Copyright: Luca Martini/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Der Rennfahrer (l) und sein Förderer. (Archivbild)

Mit 19 an der F1-Spitze: Dieser Teenie bricht Rekorde

Zum Grand Prix in Miami machte sich der aktuell führende Formel-1-Pilot nicht allein auf den Weg. Seine komplette Familie war dabei: Mutter, Vater und seine Schwester begleiteten ihn. Ein Schnappschuss aus dem Flugzeug, den Papa Marco Antonelli mit drei roten Herzen versah, zeigt den engen Zusammenhalt. Das ist der Antonelli-Clan, der die Königsklasse des Motorsports momentan aufmischt.

Der Familienzusammenhalt ist enorm. Mutter Veronica vergoss selbst Tränen, als sie ihren Sohn Kimi Antonelli nach seinem allerersten Formel-1-Sieg im Fernsehen emotional sah. Seine Schwester Maggie ist sowieso häufig im Fahrerlager anzutreffen. Papa Marco, früher selbst im Rennsport aktiv (Tourenwagen und GT) und Team-Inhaber, gilt als sein engster Berater. Der Sohnemann verrät mit einem Lächeln: „Jemand, der mich bei jeder Gelegenheit auf dem Boden hält.“

Vom Lausbuben zum eiskalten Racer

Andrea Kimi Antonelli, so lautet sein vollständiger Name, weckt Parallelen zu einem jungen Sebastian Vettel. Es ist diese unbekümmerte, fast spitzbübische Art. Ab und zu macht er den Eindruck eines Schülers, der als Preis einen Tag in der Königsklasse gewonnen hat. Aber dieser Schein trügt gewaltig.

Kimi Antonelli und Lewis Hamilton

Copyright: Vincent Thian/AP/dpa

Antonelli (l) übernahm bei Mercedes das Cockpit von Hamilton. (Archivbild)

Sobald er im Cockpit sitzt, zeigt Antonelli eine eiskalte Professionalität und ist für seine Jugend erstaunlich unerbittlich. Er testet ständig die Limits. „Ich fahre, um zu gewinnen. Ich will Rennen gewinnen und Meisterschaften. Das ist mein Ziel“, erklärt der junge Mann aus Bologna. Den Rekord als jüngster Polesetter hat der Teenager dem deutschen Ex-Champion Vettel bereits entrissen.

Nachdem der Rennbetrieb wegen des Iran-Kriegs wochenlang pausieren musste und die Rennen in Bahrain sowie Saudi-Arabien gestrichen wurden, steht Antonelli an der Spitze der WM-Tabelle. Er ist gerade einmal 19 Jahre alt. In der mehr als 75-jährigen Geschichte der Formel 1 war niemand jünger an der Tabellenspitze.

Kimi Antonelli

Copyright: Eugene Hoshiko/AP/dpa

So sehen Sieger aus. (Archivbild)

Italien träumt vom neuen Superstar

Es überrascht nicht, dass ganz Italien bereits vom nächsten Weltmeister fantasiert. Der „Corriere della Sera“ titelte kürzlich: „Kimi Antonelli und der Club der acht Legenden: von Senna bis Schumacher – Das frühreife Talent der Auserwählten“. Das letzte Mal, dass Italien zwei aufeinanderfolgende Siege eines heimischen Fahrers feiern konnte, war 1953 durch Alberto Ascari.

Durch seinen jüngsten Triumph in Japan übernahm Antonelli die Tabellenführung von George Russell, seinem britischen Teamkollegen bei Mercedes. Er löste damit Lewis Hamilton als jüngsten WM-Führenden ab, dessen Platz im Silberpfeil er eingenommen hatte. Hamilton, heute 41 und bei Ferrari, stellte diesen Rekord 2007 mit 22 Jahren und 126 Tagen auf.

Doch die Parallelen zu Legenden wie Senna und Schumacher stoßen nicht überall auf Begeisterung. „Natürlich will in Italien jeder über die Weltmeisterschaften sprechen, und es kommen Vergleiche mit Senna auf, was ich nicht gerne lese“, unterstreicht Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54). Genau er war es, der Antonelli das Cockpit von Hamilton anvertraute und ihm diese Chance gab.

„Du fährst gegen die besten Fahrer der Welt“

Der Erwartungsdruck ist gewaltig, aber Antonelli gibt sich gelassen. „Um ehrlich zu sein, spüre ich denselben Druck wie zu Beginn der Saison.“ Das klingt wie ein erfahrener Profi. Diesen Umgang mit Druck hat er in der Talentschmiede von Mercedes gelernt, zu der er seit seinem 12. Lebensjahr gehört. Das Programm umfasst ein Komplettpaket aus Ernährungsberatung, physischem und mentalem Coaching.

„Wenn wir einen Nachwuchsfahrer unter Vertrag nehmen, übernehmen wir eine Verantwortung für sein Leben und seine Karriere“, erläutert Gwen Lagrue, der das Nachwuchsprogramm bei Mercedes leitet.

Im Jahr 2024 folgte dann der alles entscheidende Videoanruf. Der Teamchef meldete sich bei Kimi und seiner Familie mit den Worten: „Es geht um dich, Kimi. Du bist Mercedes-Formel-1-Fahrer im kommenden Jahr. Du fährst gegen die besten Fahrer der Welt.“

Wie stark Wolff hinter seinem Talent steht, wurde nach einem schweren Unfall von Antonelli in Melbourne deutlich. Völlig aufgelöst und den Tränen nah suchte der junge Fahrer nach Worten und gestand: „Ich war so zuversichtlich.“ Wolff reagierte wie ein Vater, nahm ihn in den Arm und antwortete schlicht: „Bewahre dir diese Zuversicht.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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