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Besondere Momente mit SchumiF1-Legende berichtet von großem Geschenk und bitterem Zoff

Roger Benoit begleitet die Formel 1 seit über 50 Jahren, hat über alle großen Legenden geschrieben. Jetzt blickt ein Buch auf das Lebenswerk des Motorsport-Kenners.

Er hat weit mehr Rennen erlebt als jeder Fahrer, kennt die Formel 1 auch hinter den Kulissen wie kaum ein Zweiter. Wenn Reporter Roger Benoit (77) von der Königsklasse des Motorsports berichtet, gehören Geheimnisse aus alten Zeiten und Anekdoten mit großen Legenden wie selbstverständlich dazu.

Als „einen der ganz Großen der Formel 1“ adelte ihn der dreimalige Weltmeister Jackie Stewart (86), Sebastian Vettel (38) sagte anerkennend: „Die Schweizer Fans haben ihm viel zu verdanken.“ Im Buch „Formel Wahnsinn“ von Daniel Leu geht es jetzt um das Lebenswerk der Reporter-Ikone.

Schumi schenkte Benoit seinen Sieger-Anzug

Im gerade erschienenen Buch geht es vor allem um alte Zeiten, in denen die Formel 1 von modernen Hybridmotoren und künstlich erzeugten Überholmanövern noch weit entfernt war. Stattdessen kam Benoit über viele Jahre ganz nah an die Protagonisten ran, oft auch bei gemeinsam gerauchten Zigarren oder Zigaretten.

Benoit, der bei 825 Rennen seit 1920 dabei war, berichtet über Michael Schumacher, Bernie Ecclestone, Ayrton Senna, Sebastian Vettel, Jochen Rindt, Gerhard Berger und viele weitere. Darunter sind Episoden über das lange Zeit schwierige Verhältnis zu Schumi, aber auch der eine Satz, der ihm bis heute „nicht aus dem Kopf“ geht.

Als Benoit gemeinsam mit Rindt in Monza auf der Boxenmauer paffte, fuhr Jackie Stewart den Lotus-Fahrer an, schimpfte: „Hör endlich mal auf mit dem Scheiß, sonst lebst du nicht mehr lange.“ Drei Stunden später verunglückte Rindt in seinem Boliden beim Abschlusstraining tödlich. Den Reporter holt das letzte gemeinsame Erlebnis immer wieder ein.

Auch an viele Momente mit Schumi erinnert sich Benoit im Buch zurück. Bevor später Eiszeit herrschte, bereitete ihm der damals aufstrebende deutsche Fahrer noch einen besondere Freude, schenkte ihm den Anzug von seinem ersten gewonnen Grand Prix.

Buchcover mit Roger Benoit.

Copyright: Blick/Daniel Leu

Das Buch Formel Wahnsinn von Daniel Leu beleuchtet das Lebenswerk von F1-Reporter Roger Benoit.

„Als mir eines Tages Schumi und Weber (Manager Willi Weber, Anm. d. Red.) über den Weg liefen, sagte ich nur: ,Ich hätte gerne mal einen Rennoverall.‘ Und so bekam ich den nach dem Spa-Sieg 1992 geschenkt“, berichtet der Journalist.

Warum er und Michael Schumacher (57) später jahrelang nicht mehr miteinander sprachen, weiß Benoit rückblickend selbst nicht. Dass er den Begriff „Schummel-Schumi“ prägte, nahm ihm der siebenmalige Weltmeister allerdings lange übel.

An die Versöhnung 2011 am Rande des Fahrerlagers in Japan erinnert er sich aber umso besser: „Er lief an mir vorbei. Doch nach zwei Metern stoppte er, kam zurück, schlug mit seiner Hand auf mein Knie und sagte: ,Lass uns doch alles vergessen, was einmal war. Wir fangen von vorne an.‘“ (bc)

Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher und sein Ex-Ferrari-Chef Jean Todt auf einer Veranstaltung.

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