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Alte Fouls enthülltJean Todt zieht Michael Schumacher in den Schmutz

Der langjährige Ferrari-Teamchef und FIA-Präsident Jean Todt hat über zwei der umstrittensten Schumi-Manöver in dessen Karriere gesprochen.

Was erlaube Todt? Der langjährige Ferrari-Teamchef und FIA-Präsident Jean Todt (80) hat Michael Schumacher (57) immer geschützt. Erst als Rennfahrer in den knallharten WM-Kämpfen gegen Damon Hill (65) und Co. sowie gegen die britische Presse.

Und seit dessen tragischem Skiunfall Ende 2013 als Pflegefall in der Abgeschiedenheit gegen eine (zu) wissbegierige Öffentlichkeit. Doch jetzt enthüllt Todt plötzlich zwei der umstrittensten Schumi-Manöver als Fouls und zieht den wehrlosen Renngott damit in den Schmutz.

Jean Todt: „Er ist absichtlich gegen ihn gecrasht“

Es geht um Schumis Rammstoß im WM-Finale 1997 in Jerez gegen Jacques Villeneuve (55) und sein Parkmanöver in Monaco 2006 gegen Fernando Alonso (44).

Ersteres verteidigte er als normale Verteidigung im Positionskampf, wurde aber von der FIA trotzdem disqualifiziert und verlor alle WM-Punkte und den Vizetitel. Im Monaco-Qualifying blockierte sein Ferrari in der engen Rascasse-Kurve die Ideallinie, sodass Alonso seine Zeit nicht mehr unterbieten konnte. Schumi und Todt beharrten darauf, es sei ein Fahrfehler gewesen.

Doch 20 Jahre danach schreibt Todt die Geschichte plötzlich um – ohne Not, irgendein Jubiläum oder äußere Einflüsse. Im Gespräch mit Jake Humphreys „High Performance Podcast“ bezeichnete Todt das Jerez-Manöver gegen Villeneuve als absichtliches taktisches Foul, das spektakulär nach hinten losging.

„Er ist absichtlich gegen ihn gecrasht, aber er hat es schlecht gemacht“, enthüllt und kritisiert Todt gleichermaßen. Für ihn als Teamchef schrecklich vom Kommandostand aus zu sehen: „Als er merkte, dass er die Meisterschaft verlieren würde, weil er vor Villeneuve stehen musste, lag er falsch. Er brauchte Unterstützung. Es war ein Fehlgriff, er war unnötig. “

Eine Hammer-Enthüllung. Und Todt ging noch weiter, urteilte generell über Schumi: „Eigentlich wissen Sie, Michael war ein außergewöhnlicher Typ. Aber jedes Mal, wenn er die Kontrolle verlor, bezahlte er dafür sehr teuer.“

Deshalb gehörten für ihn die beiden Manöver in die gleiche Kategorie. „So kostete es ihn die Weltmeisterschaft, wie 2006 im Qualifying in Monte Carlo mit Alonso, als er sich absichtlich drehte“, erzählt Todt, der dabei allerdings parken und drehen verwechselte. Der Franzose weiter: „Er musste vom letzten Startplatz ins Rennen gehen, und selbst das kostete ihn die Weltmeisterschaft. Diese beiden Fehler kosteten ihn also die Meisterschaft.“

Jean Todt über Michael Schumacher: „Es war einfach eine Emotion“

Auch diese Behauptung ist falsch. 1997 hätte er Villeneuves Sieg und Titelgewinn ohne sein Manöver gar nicht verhindern können. Und 2006 verlor er bei Alonsos Monaco-Sieg zwar als Fünfter viele Punkte, doch der Traum vom achten Titel platzte erst im vorletzten Rennen in Suzuka mit dem Ferrari-Motor. Auch da gewann Alonso und ließ sich seinen Vorsprung im WM-Finale in Brasilien nicht mehr nehmen.

Damals nahm Todt Schumi gegen alle Vorwürfe in Schutz und geißelte die Strafen als FIA-Maßnahmen, um weitere Ferrari-Titel zu verhindern. Heute stellt er ihn bloß: „Es war einfach eine Emotion – deshalb muss man bei der Beurteilung eines Sportlers in der Hitze des Gefechts sehr nachsichtig sein.“ Er als Teamchef habe ja keine Handhabe gehabt: „Es ist leicht, am Tisch zu sagen: Du solltest dies tun, du solltest das tun. Aber mitten im Geschehen muss man verstehen, dass das Gehirn anders reagiert.“

Man darf gespannt sein, wie Corinna Schumacher (57) und die Schumi-Fans auf Todts Aussagen reagieren. Schon mit seiner nicht von der Familie bestätigten Enthüllung über Schumis Zustand („Ich habe mit Michael Formel-1-Rennen geschaut“) hatte der alte Freund für Irritationen gesorgt. Sohn Mick Schumacher (27) reagierte damals peinlich berührt.

Margarida Corceiro beim Formel-1-Rennen in Ungarn im vergangenen Jahr.

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