Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt hat Michael Schumacher absichtliche Fouls in früheren WM-Rennen unterstellt. Willi Weber reagiert darauf nun bestürzt.
Nach Todt-VorwürfenWilli Weber nimmt Michael Schumacher in Schutz

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Formel-1-Legende Michael Schumacher, damals Scuderia Ferrari, feiert seinen Sieg beim Großen Preis von Italien in Monza am 10. September 2006.

Die brisanten Enthüllungen von Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt (80) über angeblich absichtliche Fouls von Michael Schumacher (57) in den WM-Kämpfen 1997 und 2006 gegen Jacques Villeneuve (55) und Fernando Alonso (44) erschüttern die Formel 1. Und sie rufen auch den langjährigen Schumi-Manager Willi Weber (84) auf den Plan. Der Stuttgarter nimmt seinen Freund in Schutz und geht gegen Todts Aussagen vor.
„Er ist absichtlich gegen ihn gecrasht, aber er hat es schlecht gemacht“, sagte Todt über Schumis Verteidigungsmanöver gegen Villeneuve in Jerez. „So kostete es ihn die Weltmeisterschaft, wie 2006 in Monte Carlo mit Alonso, als er sich absichtlich drehte.“
Willi Weber über Vorwürfe gegen Schumacher: „Bin ich erstmal sprachlos“
Weber reagiert auf EXPRESS.de-Anfrage bestürzt. „Da bin ich erstmal sprachlos. Warum sagt er sowas? Und dann auch noch in Michaels schwieriger Situation“, sagt Weber im Hinblick auf Schumis schwere Gehirnverletzungen nach dem tragischen Skiunfall Ende 2013.
Weber nimmt seinen Freund in Schutz: „Wer Michael kennt, weiß, dass keine Absicht dahintersteckte. Das war ein hartes, aber nötiges Manöver, um seine Position und damit auch den möglichen Titel zu verteidigen. Da haben wir schon viel heftigere Manöver im WM-Kampf gesehen. Denken Sie nur an Ayrton Senna gegen Alain Prost.“
Auch das umstrittene Parkmanöver in Monaco, durch das Alonso seine Zeit nicht mehr unterbieten konnte und das später von der Rennleitung mit der Versetzung auf den letzten Startplatz bestraft wurde, sei keine Absicht gewesen. „Wo kommen wir denn hin, wenn auch ein siebenmaliger Weltmeister wie Michael keine Fehler mehr machen darf?“, fragt Weber. Er wundert sich über Todts Absichten: „Das ist so lange her und ausgiebig analysiert. Will er sich etwa nachträglich von etwas reinwaschen?“
Selbst fragen wolle er den „kleinen Napoleon“ aber nicht: „Ich habe keinen Kontakt mehr zu Jean, den habe ich nach dem Unfall abgebrochen, weil mich das alles nur an Michaels trauriges Schicksal erinnert hätte. Es kommen ja auch bei mir immer neue Sachen nach, die mir Kummer bereiten.“

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Der langjährige Manager des früheren Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher, Willi Weber, steht im Jahr 2010 in einer Boxengasse der Formel 1.
Damit meint Weber seine gesundheitlichen Probleme mit einer Wirbelsäulen-Operation, ständig entzündeten Beinen und einem leichten Schlaganfall: „Das waren ja einschneidende Maßnahmen.“
Aber auch seine traumatischen Erlebnisse bei dem Raubüberfall am 9. Dezember 2025 in seiner Villa im Stuttgarter Nobelviertel Kräherwald setzen ihm weiter zu. Dabei wurden er und seine Frau geschlagen, gefesselt und bedroht und um teure Uhren, Bargeld und Schmuck gebracht. Der Schaden: rund eine Million Euro.
„Die drei Täter wurden zwar in Rumänien gefasst, da war auch Europol im Spiel. Aber das Problem ist, dass die Staatsanwaltschaft keine Informationen rausgibt. Die Täter sollen von Rumänien nach Stammheim überstellt werden, erst dann kann Anklage erhoben werden“, berichtet Weber. Hat er selber inzwischen rausgefunden, wieso sich die drei Rumänen ihn als Raubopfer ausgesucht haben? „Das war Insiderwissen. Die haben oben am Kräherwald schon zwei andere Herrschaften überfallen und so viel gefunden bei denen, da haben sie gedacht: Das lohnt sich, da ist noch mehr zu holen, und haben auch mich überfallen.“
Unter den geraubten Wertgegenständen war auch seine geliebte Uhrensammlung mit Erinnerungsstücken, die Schumi ihm für seine frühe Förderung und langjährigen Dienste geschenkt hat. Weber hat Sorge, dass er die nie wieder sieht: „Die Ermittler brauchen zwei Monate, um das Diebesgut zu registrieren. Erst danach werde ich wohl erfahren, was von mir dabei ist.“
Von seiner Villa will er sich übrigens nach diesem Albtraum trennen, sie steht für etwa zwölf Millionen Euro zum Verkauf. Weber plant noch einmal einen Neuanfang mit seiner Lebensgefährtin Heike Geißler in Frankfurt.

