1

„Kimmich allein wird nicht reichen“Löw gibt nach 7:1-Auftakt den Spaßverderber

Aktualisiert:

Jogi Löw mit klarer WM-Prognose: Dem DFB-Team fehlt es für den Titel an der nötigen Stabilität und Persönlichkeiten.

Der Mann, der Deutschland zum WM-Titel führte, ist skeptisch. Joachim Löw (66) hat bei der DFB-Truppe noch erhebliche Bedenken. Für den ganz großen Triumph fehle der Elf von Julian Nagelsmann laut ihm ein wichtiges Puzzleteil.

Für den WM-Titel in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko) wird es wohl nicht langen, auch wenn die deutsche Auswahl Potenzial besitzt. So lautet zumindest das unmissverständliche Urteil des früheren Bundestrainers.

Löw vermisst Charaktere vom Kaliber 2014

Der Coach, der 2014 den Titel holte, äußerte sich im TikTok-Format „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“ deutlich: „Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen.“

Um den großen Triumph zu landen, benötige die Truppe von Coach Julian Nagelsmann außerdem „Persönlichkeiten, wie wir sie 2014 hatten. Das muss sich in dieser Mannschaft jetzt erst einmal zeigen“, meint Löw. Schonungslos fügte er hinzu: „Joshua Kimmich allein wird nicht reichen, oder Manuel Neuer. Wir brauchen schon noch ein paar mehr.“ Nur unter dieser Bedingung wäre die Auswahl „vielleicht stark genug“.

Ein entscheidender Aspekt ist für Löw die Konstanz, ein ganzes Spiel über die volle Distanz zu beherrschen. Obwohl es deutliche Verbesserungen gab, habe die Elf das bislang nicht verlässlich geschafft. Seine Analyse: „Sie lässt häufig den Gegner ein bisschen zurückkommen“.

Ungeachtet seiner kritischen Worte betrachtet der 66-Jährige die Entwicklung der DFB-Elf unter Nagelsmann als vielversprechend. Besonders gefällt ihm, wie die Mannschaft mit mehr Innovation, Courage und verbesserten Offensiv-Strukturen auftritt. Löw zollte Anerkennung: „Die Mannschaft hat seit der EM 2024 eine gute Entwicklung gemacht“.

„Wir waren ein paar Jahre nicht auf dem allerhöchsten Niveau. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir wieder eine gute Idee haben, Dynamik, eine gewisse Kreativität. Und vor allem können wir spielerische Akzente setzen“, ergänzte der ehemalige Bundestrainer.

Der beeindruckende 7:1-Erfolg zum Start der Weltmeisterschaft gegen Curaçao habe dem Team-Gefühl gutgetan. Aber Löw warnt sofort vor zu viel Überschwang: „Man darf sich jetzt aber nicht im siebten Himmel wähnen. Das war sicher der leichteste Gegner bei dieser WM.“

Sollte es die Mannschaft aber schaffen, mehr Stabilität zu finden und „solche Widerstände zu überwinden und mehr Orientierung, mehr Klarheit über 90 Minuten zu zeigen, dann gehören wir zum Favoritenkreis“, lautet Löws abschließende Einschätzung. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Lionel Messi peilt bei der WM mit Argentinien die Titelverteidigung an. (Bild: 2026 Getty Images/Todd Kirkland)
Diese WM-Spiele laufen heute (16.6.) und in der Nacht im TV