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„Ich will nicht nach Hannover“VfL-Trainer Hecking schließt Duell mit seinem Ex-Klub aus

Die Spieler des VfL Wolfsburg nach dem Abstiegsduell beim FC St. Pauli.

Copyright: Christian Charisius/dpa

Die Spieler des VfL Wolfsburg nach dem Abstiegsduell beim FC St. Pauli.

VfL in der Relegation: Diesen Gegner will Hecking nicht.

Dieter Hecking brauchte keine Bedenkzeit. Auf die Frage nach einem Wunschgegner für den VfL Wolfsburg in der Relegation erteilte der Trainer einem Verein direkt eine Absage. „Die Frage wird gleich kommen, ja, ich weiß sie jetzt schon. Und nein, ich will nicht nach Hannover“, sagte der 61-Jährige nach dem 3:1-Sieg beim FC St. Pauli.

Für den Kiez-Klub besiegelte dieses Resultat den Abstieg, während Hecking und der VfL nun die Chance auf den Klassenerhalt in der ungeliebten Saisonverlängerung haben. Der Bundesligist muss zum dritten Mal in seiner Historie in die Relegation. Brisant: Heckings ehemaliger Verein Hannover 96, bei dem er einst spielte und drei Jahre als Trainer tätig war, zählte zu den potenziellen Gegnern.

Hecking: „Brutal fokussiert sein“

Der Trainer wollte sich nach dem Erfolg am Millerntor aber nicht zu sehr mit den möglichen Konkurrenten beschäftigen. „Wir brauchen gar nicht zu gucken, wer der Gegner wird. Ich glaube, dass alle drei richtig gute Qualität haben, die da in der Verlosung sind“, äußerte er. „Das werden keine leichten Spiele. Wir müssen zweimal brutal fokussiert sein in unserer Spielanlage. Und wenn uns das gelingt, dann haben wir vielleicht die Möglichkeit, die Liga zu halten.“

FC St. Pauli - VfL Wolfsburg

Copyright: Christian Charisius/dpa

Wolfsburg-Coach Dieter Hecking.

Die erste Bewährungsprobe in der Relegation findet am Donnerstagabend statt; das Rückspiel gegen den Tabellendritten der 2. Liga ist für vier Tage später angesetzt. Um die Köpfe freizubekommen, gab Hecking seinen Spielern am Sonntag frei. Das Training wird am Montagnachmittag wieder aufgenommen.

Zusätzlich organisiert der Verein für Dienstag eine Veranstaltung mit den Familien der Akteure. Hecking möchte „einfach alle mit ins Boot nehmen jetzt in der Situation, dass wir Geschlossenheit haben“. Genau diesen Zusammenhalt hatte er dem Klub nach einer chaotischen Saison mit zwei Trainerentlassungen und einem neuen Sportchef ein Stück weit zurückgegeben.

Gerhardt erlebte Relegation schon zweimal

Hecking vertraut nun auf die mentale Stärke seiner Routiniers. Einer davon ist Yannick Gerhardt (32). Der Mittelfeldakteur ist mit der Relegation bestens vertraut. Schon zweimal musste er mit dem VfL in die Verlängerung der Saison. 2017 war Gerhardt Teil des Teams, das das Niedersachsen-Derby gegen Braunschweig gewann. Ein Jahr darauf, beim erneuten Erfolg gegen Kiel, saß er ohne Einsatz auf der Ersatzbank.

„Ich habe schon ein bisschen Erfahrung, was Relegation angeht“, erklärte der Routinier. Gerhardt zählt insbesondere auf die enorme Unterstützung der Anhänger und die neu gefundene Einheit im Team. „Der Support war brutal“, sagte er. „Daran merkt man, dass wir nicht abgeschrieben sind. Ganz im Gegenteil: Wir halten zusammen. Und das zeigt dann auch, dass wir sehr gute Chancen haben, in der Relegation zu bestehen.“

FC St. Pauli - VfL Wolfsburg

Copyright: Christian Charisius/dpa

Fans des VfL Wolfsburg feiern in Hamburg ihre Mannschaft.

Diese Unterstützung ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Mit nur 29 Zählern hat der Verein die schwächste Spielzeit seiner Bundesliga-Zugehörigkeit absolviert, und der Unmut der Fans brach sich in den vergangenen Monaten mehrfach Bahn.

Dänen-Duo als Hoffnungsträger

Im Hinspiel der Relegation muss Hecking auf den brasilianischen Defensivspezialisten Vinicius Souza verzichten, der eine Gelbsperre absitzt. Außerdem wird der erfahrene Rekordakteur Maximilian Arnold wegen Leistenproblemen für beide Partien ausfallen.

Die Hoffnungen ruhen daher umso stärker auf dem dänischen Duo Joakim Maehle und Christian Eriksen. Besonders Routinier Eriksen zählte gegen die Hamburger zu den stärksten Wolfsburgern. Dafür erhielt er vom Trainer ein besonderes Lob: „Die beiden haben es wirklich in die Hand genommen“, sagte er. „Das zeichnet die Mannschaft gerade aus, dass sie diesen Leuten folgt und ich gar nicht so viel sagen brauche manchmal, sondern die mit ihrer Autorität und Aura kriegen das schon geregelt.“

Eriksen: „Wir nehmen das Spiel sehr ernst“

Dieser „Doppel-A-Faktor“ aus Autorität und Aura wird nun in der Relegation entscheidend sein. „Normalerweise ist man, wenn man aus der 1. Bundesliga gegen die 2. Bundesliga spielt, wohl der Favorit“, sagte Eriksen (34). Der erfahrene Spieler warnte jedoch davor, dass die Wolfsburger in dieser Spielzeit im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Kiel eine Niederlage einstecken mussten.

„Daher wissen wir, dass es ein ernstzunehmender Gegner sein wird. Also ja, wir nehmen das Spiel sehr ernst“, betonte er. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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