Bitterer Abstieg für Heidenheim nach 0:2 gegen Mainz
Der Traum ist ausHeidenheim verliert gegen Mainz und steigt aus der Bundesliga ab

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Budu Siwsiwadse und Jan Schöppner steigen mit Heidenheim ab.
Nach drei Jahren ist das Bundesliga-Abenteuer vorbei: Der 1. FC Heidenheim muss nach einer 0:2 (0:2)-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Die beeindruckende Aufholjagd der letzten Wochen konnte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt vor 15.000 Zuschauern nicht mit dem Klassenerhalt vergolden. Ein Hauptgrund: Der Start ins Spiel ging komplett daneben.
Phillip Tietz schockte die Hausherren früh und brachte die Rheinhessen in Front (7. Minute), für die es sportlich um nichts mehr ging. Kurz vor dem Pausenpfiff legte Nadiem Amiri für den Tabellenzehnten nach (43.). Trotz der Niederlage bekamen die Heidenheimer Profis nach Abpfiff Applaus von den Rängen, während die Mainzer Akteure Trost spendeten.
Blitz-Gegentor schockt Heidenheim
«Es ist ganz wichtig, dass du das richtige Denken hast. Wir freuen uns auf das Spiel und lassen uns nichts anderes einreden», hatte FCH-Coach Schmidt vor der Partie bei Sky noch die Devise ausgegeben.
Die gute Stimmung erhielt aber schnell einen Dämpfer. Kacper Potulski spazierte durch die Abwehrreihen der Heidenheimer und legte für Tietz auf. Der 28-Jährige hatte keine Mühe, den Ball per Kopf im Tor unterzubringen. Nur fünf Minuten danach traf der Angreifer die Querlatte.

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Rettung verpasst: Heidenheim muss runter.
Die Heidenheimer zeigten aber ebenfalls Offensivaktionen: Arijon Ibrahimovic verfehlte das Tor nur knapp (14.). Marvin Pieringer hatte Pech, als er nach 30 Minuten ebenfalls nur das Aluminium traf. Die Hausherren konnten von Glück reden, als auch Amiri die Kugel an den Pfosten setzte (34.).
Fans bleiben trotz Rückschlag lautstark
Wenig später verbreitete sich die Nachricht vom 1:0-Führungstreffer des Konkurrenten VfL Wolfsburg im Stadion, obwohl die Ergebnisse bewusst nicht auf der Leinwand gezeigt wurden. Die Heidenheimer Kicker konnten sich aber wie die gesamte Spielzeit über auf ihre Fans verlassen. Trotz der fast hoffnungslosen Lage unterstützten die Anhänger ihr Team unermüdlich und wurden nach dem zweiten Gegentreffer von Amiri sogar noch lauter.
Budu Siwsiwadse forderte kurz nach der Pause einen Strafstoß für den FCH. Schiedsrichter Robert Hartmann sah das nach Rücksprache mit dem VAR jedoch anders. Das Pech blieb den Heidenheimern treu: Jan Schöppner köpfte den Ball an die Latte – der zweite Aluminiumtreffer (52.). Die Schwaben kämpften unermüdlich, erreichten an diesem Tag aber nicht das Niveau der Vorwochen. Es mangelte vorne an der Durchschlagskraft, was eine vergebene Top-Chance von Siwsiwadse unterstrich (79.).

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Heidenheim und Frank Feller am Boden.
Seit Wochen bereitete man sich in Heidenheim auf den möglichen Abstieg vor, zeigte im Saisonendspurt aber beeindruckende Moral. Aus 21 möglichen Zählern holte das Team 12 Punkte und schöpfte neuen Mut – dazu zählte auch das 3:3 gegen den FC Bayern München. Am Ende erwies sich die lange Serie von 15 sieglosen Spielen zwischen dem 6. Dezember und dem 11. April als zu große Bürde.
Großer Umbruch bleibt wohl aus
Personell dürfte der anstehende Wandel überschaubar ausfallen, da viele Spieler Verträge für die 2. Bundesliga besitzen. Erfolgstrainer Schmidt, der am 17. September sein 20. Dienstjubiläum feiert, plant ebenfalls, seinen bis 2027 laufenden Kontrakt zu erfüllen. Finanziell gibt es jedoch Einschnitte: Der Etat wird von etwa 80 Millionen Euro auf die Hälfte gekürzt. (dpa/red)
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