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Spektakel auf blutgetränktem Boden?Kommentar: Schalke und die UEFA könnten jetzt ein klares Zeichen setzen

Das Logo des russischen Energieunternehmens Gazprom ist auf dem Trainingsgelände des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 zu sehen.

Gazprom ist der Hauptsponsor vom FC Schalke 04. Das sorgt für Debatten unter den Fans.

Der Ukraine-Russland-Konflikt hat die Sportwelt längst erreicht. Es braucht nun ein klares Zeichen. Denn in der Vergangenheit wurden bereits zu viele Chancen vertan, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Die Welt richtet den Blick mit großer Sorge auf die Ukraine, wo der Konflikt mit Russland zu eskalieren droht. Die Konsequenz wäre ein Krieg auf europäischem Boden – eine absolute Schock-Vorstellung. Unterdessen hat die Krise längst auch die Sportwelt erreicht. Dabei bietet sich jetzt die große Chance, ein echtes Zeichen zu setzen, findet unser Autor. Ein Kommentar.

„Nie wieder Krieg.“ Es ist ein Appell, der insbesondere in den vergangenen Wochen vielerorts wieder lauter zu vernehmen ist. Der traurige Anlass ist der Ukraine-Russland-Konflikt, der sich in diesen Tagen immer weiter zuspitzt. Nicht wenige Beobachter gehen mittlerweile vom Schlimmsten aus: der gewaltsamen Eskalation. Internationale Forderungen nach einer diplomatischen Lösung sowie angedrohte Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft scheinen Russlands Präsidenten Wladimir Putin (69) bei seinen Plänen jedenfalls völlig kaltzulassen.

Der Ukraine-Konflikt hat die Sportwelt längst erreicht

Der Konflikt hat derweil auch die Sportwelt längst erreicht. Zweitligist FC Schalke 04 beispielsweise sah sich unlängst dazu genötigt, ein denkbar schwammiges Statement zur weiteren Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Gazprom abzugeben. Unzählige Fans der Gelsenkirchener hatten zuvor gefordert, das Engagement des russischen Gas-Riesen angesichts der Entwicklungen im Ukraine-Konflikt sofort zu beenden.

Alles zum Thema Ukraine

Gleichzeitig mauerte auch die UEFA bei der Frage, ob das diesjährige Champions-League-Finale am 28. Mai wie geplant in der russischen Metropole St. Petersburg steigen sollte. Eine Absage? Aktuell kein Thema beim europäischen Verband. Dabei bietet sich genau jetzt die große Chance, ein klares Zeichen zu setzen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin während des Fußballspiels FC Chelsea gegen Zenit St. Petersburg an der Stamford Bridge

Der UEFA und Präsident Aleksander Ceferin, hier am 14. September 2021 beim Champions-League-Spiel FC Chelsea gegen Zenit St. Petersburg, bietet sich die Chance, im Russland-Ukraine-Konflikt ein klares Zeichen zu setzen.

Wie dieses aussehen könnte? Ein klares Bekenntnis wäre es beispielsweise, wenn die Schalker am kommenden Samstag im Auswärtsspiel beim Karlsruher SC ohne den gewohnten Gazprom-Schriftzug auf der Brust auflaufen. Und stattdessen eine deutliche Botschaft an den Groß-Sponsor senden: Gegen Krieg, gegen Gewalt. Dass die Gas-Millionen aus Russland für die Schalker überlebenswichtig sind, steht außer Frage. Aber ist Geld mehr wert als Menschenleben?

Champions League: Rauschendes Finale in St. Petersburg undenkbar

Auch die UEFA und ihr Boss Aleksander Ceferin (54) hängen seit Jahren am Millionen-Tropf des russischen Giganten. Und dennoch sollte der Verband unverzüglich handeln. Ein rauschendes Königsklassen-Finale in der Gazprom-Arena St. Petersburg? Schon jetzt undenkbar und moralisch absolut verwerflich. Dass zudem mit Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau noch zwei russische Klubs in der Europa League um Millionen-Prämien und den Titel spielen dürfen, mutet ebenfalls zweifelhaft an.

Der Spielball der Champions League.

Am 28. Mai 2022 soll das Champions-League-Finale in St. Petersburg steigen. Angesichts der drohenden Eskalation im Ukraine-Konflikt fordern Kritiker, der russischen Metropole das Spiel zu entziehen.

Natürlich sind die Vereine nicht selbst für den Konflikt verantwortlich. Ein sofortiger Ausschluss aus dem Europapokal wäre jedoch vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Sanktionen nur konsequent. Noch wichtiger: Es wäre endlich einmal eine klare Positionierung der europäischen Fußball-Mächtigen.

Zumal es der Sport in der Vergangenheit schon mehrfach verpasst hat, Haltung zu beziehen. So wird die umstrittene Wüsten-WM in Katar im Winter wie geplant über die Bühne gehen – obwohl vor Ort nachweislich Hunderttausende Arbeiter auf den Baustellen ihr Leben ließen. Und auch dem IOC waren Menschenrechte und Regime-Gewalt bei den jüngst in China abgehaltenen Olympischen Spielen herzlich egal.

Kritikern wurde dabei stets entgegnet: Der Sport ist politisch neutral. Ein fataler Irrglaube und eine beschämend eindimensionale Weltsicht noch dazu. Denn wer sein Spektakel auf blutgetränktem Boden veranstaltet, trägt eine Verantwortung – und macht sich mitschuldig.

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