„Jämmerlich verkauft“ Sky-Experte fordert sofortiges Flick-Aus – auch Ballack mit Kritik

Hansi Flick steht auf dem Spielfeld.

Bundestrainer Hansi Flick erlebte mit der Nationalmannschaft am Donnerstag (1. Dezember 2022) ein erneutes Turnier-Desaster.

Nach dem WM-Vorrunden-Aus des DFB-Teams wird über personelle Konsequenzen diskutiert. Für Dietmar Hamann ist Hansi Flick nicht mehr zu halten. Michael Ballack fordert eine klare Aufarbeitung.

Der deutsche Fußball liegt am Boden. Nach dem dritten Turnier-Debakel in Folge kommt die Frage nach Konsequenzen auf. Viele frühere Nationalspieler sind geschockt, was aus der einst stolzen Fußball-Nation geworden ist.

Vor allem Vize-Weltmeister Dietmar Hamann (49) fällte ein vernichtendes Urteil. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass wir mit dem Trainer weitermachen. Er hatte 18 Monate Zeit. Wir haben uns jämmerlich verkauft – auf und neben dem Platz. Ich wüsste nicht, aus welchem Grund wir in dieser Konstellation weitermachen sollten“, sagt er.

Dietmar Hamann: Andere Trainer übernehmen Verantwortung

Der Sky-Experte griff Hansi Flick (57) am Freitag (2. Dezember 2022) massiv an. „Wenn ich höre, dass er sagt, dass wir keinen Sechser, keine Außenverteidiger und keinen Neuner haben, das hat er alles vorher gewusst. Wenn er dachte, dass ihm die Spieler fehlen und die, die er hat, nicht gut genug sind, dann hätte er den Job nicht machen sollen.“

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Hamann verwies auf andere Nationaltrainer. „Der mexikanische Coach hat Verantwortung übernommen und sein Amt niedergelegt, der belgische Trainer hört auf. Unser Trainer stellt sich hin und sagt, dass er die Spieler nicht hatte. Da sieht man auch, was Verantwortung heißt. So wie er sich nach dem Aus geäußert hat, so spielt die Mannschaft auch.“

Costa Rica habe in den ersten beiden Spielen einmal aufs Tor geschossen. „Wir haben die aussehen lassen wie Brasilien“, klagte Hamann. Er schloss: „In der Mannschaft macht jeder das, was er will. Ich sehe keinen Grund, warum Flick Trainer bleiben sollte.“

Der frühere Liverpool-Star sieht klare Fehler beim Bundestrainer. „Er hat es nicht geschafft, in seiner Zeit eine Mannschaft, einen Kader zu formen, der konkurrenzfähig ist. Wir sind von den Spielern besser als zumindest zwei Mannschaften in unserer Gruppe. Den Zusammenhalt hat er nicht hinbekommen. Da standen nicht elf Leute auf dem Platz, die für das deutsche Nationaltrikot durchs Feuer gehen.“

Dietmar Hamann bei seiner Sky-Schalte.

Dietmar Hamann übte am Freitag (2. Dezember 2022) harte Kritik an Hansi Flick.

Hamann weiter: „Es standen sieben Bayern-Profis, einer von Real Madrid, einer von Manchester City und ein BVB- sowie Leipzig-Profi auf dem Platz. Wenn ich dann höre, dass die nicht gut genug sind, um das nötige Ergebnis zu holen, dann sind das nichts als Ausreden. Wenn es da nicht am Trainer liegen soll, an wem denn dann? Es ist Zeit, einen Cut zu machen. Es ist zu viel kaputtgegangen.“

Auch die Verantwortlichen bekamen eine volle Breitseite ab. „Bernd Neuendorf und Oliver Bierhoff haben die Mannschaft im Stich gelassen, sie bloßgestellt. In der Binden-Problematik muss ich die Mannschaft stark in Schutz nehmen. Das hat sie gespalten, weil es Leute gab, die sagten, wir müssen was machen, während andere einfach Fußball spielen wollten. Das hat der Verband zu verantworten.“

Auch der frühere Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack (46) erhofft sich nun eine schonungslose Aufarbeitung des WM-Debakels. „Es gehört beim DFB dazu, dass jede Position hinterfragt wird. Da gehört auch der Trainer dazu. Alle“, sagte er bei MagentaTV. Es gehe jetzt darum, „jeden Stein umzudrehen“.

Michael Ballack: „Es muss jede Position beim DFB hinterfragt werden“

Flick und Geschäftsführer Oliver Bierhoff (54) hatten nach dem dritten Gruppenspiel gegen Costa Rica (4:2) einen Rücktritt ausgeschlossen. Für Ballack geht das zu schnell. „Man darf nicht den gleichen Fehler wie 2018 machen. Als der Präsident sich kurz nach dem Ausscheiden hinstellt und sagt: Der DFB und sein Trainerteam analysieren das jetzt und dann macht Jogi weiter“, meinte der Vize-Weltmeister von 2002.

Ballack forderte, „dass man wirklich Kritik intern und extern übt und dann zu einer Schlussfolgerung kommt. Und nicht vorgefertigt schon sagt: Wir machen so weiter.“

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