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„Punch ins Herz“Kramaric nach 3:3-Irrsinn gegen Stuttgart fassungslos

TSG 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart

Copyright: Uwe Anspach/dpa

Jubel in der Nachspielzeit: VfB-Joker Tiago Tomás.

Irres Derby! Kramaric wird vom Helden zur tragischen Figur.

Ein Fußball-Drama mit allem Drum und Dran! Die Partie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem VfB Stuttgart endete 3:3 (2:1) und bot reichlich Spektakel. Am Ende dieses irren Baden-Württemberg-Derbys war Andrej Kramaric der tragische Held. Statt zu jubeln, starrte er fassungslos ins Leere.

Dabei sah alles nach einem perfekten Tag für den Hoffenheimer Angreifer aus. Direkt vor dem Anpfiff wurde seine Vertragsverlängerung um zwei Jahre per Videoclip bekannt gegeben, in dem er als „Club-Legende“ gefeiert wurde. Auf dem Rasen legte er dann richtig los und brachte seine Mannschaft mit Treffern zum 1:0 (8.) und 3:1 (49.) klar in Führung. Ein Sieg schien nur noch Formsache.

„Sehr unreif und sehr chaotisch“

Aber dann wendete sich das Blatt komplett. Hoffenheim drängte zwar weiter, doch das Tor war wie vernagelt – zweimal landete der Ball nur am Aluminium. Die Gegenangriffe wurden kläglich vergeben. Nach einem Ballverlust von Kramaric selbst fiel das 3:2 durch Ermedin Demirovic. Kurz darauf schien das Pendel wieder für die Hausherren auszuschlagen: Stuttgarts Kapitän Atacar Karazor flog nach einem brutalen Foul an Fisnik Asllani mit Rot vom Platz.

Mit einem Mann mehr auf dem Feld wirkte der Sieg für die TSG zum Greifen nah. Aber es kam anders: Tief in der Nachspielzeit (90.+6) traf Tiago Tomas zum Ausgleich, während Kramaric schon auf der Bank saß. Von dort musste er mit ansehen, wie die Stuttgarter Spieler euphorisch zu ihren Fans stürmten. „Das war schon Wahnsinn und sehr unreif und sehr chaotisch“, so das vernichtende Urteil des 34-Jährigen nach dem Spiel.

TSG 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart

Copyright: Uwe Anspach/dpa

VfB-Kapitän Atakar Karazor (weißes Trikot) sieht Rot in einem hitzigen Spiel.

Der kroatische Nationalspieler, WM-Zweiter von 2018 und WM-Dritter 2022, war auch im Sky-Interview noch sichtlich bedient: „Ich habe schon viel gesehen, auf dem Platz und im Fernsehen. Aber ich habe nicht oft solche Spiele erlebt.“ Die Enttäuschung war riesig. „Ich bin nicht schockiert vom Ergebnis, von der letzten Sekunde. Ich bin schockiert, wie wir die letzten 20 Minuten mit einem Mann mehr gespielt haben.“ Das Ganze sei wie ein „Punch ins Herz“ gewesen.

VfB hält Kurs auf die Königsklasse

Während die Hoffenheimer einen herben Dämpfer im Rennen um die Teilnahme an der Champions League hinnehmen mussten, rettete der VfB einen entscheidenden Zähler. Fabian Wohlgemuth, Sportvorstand der Stuttgarter, bezeichnete die Aufholjagd als „eine unglaubliche Energieleistung“ und sprach von einem „Big Point“. Allerdings ist Bayer Leverkusen nach einem 4:1-Erfolg über RB Leipzig an den beiden Konkurrenten aus Baden-Württemberg (alle nun 58 Zähler) vorbeigezogen.

Die Stuttgarter haben ihr Schicksal aber weiterhin selbst in der Hand. Nächsten Samstag kommt es zum Showdown gegen die Werkself aus Leverkusen. Mit einem Sieg können sich die Schwaben den vierten Tabellenplatz zurückholen, der die sichere Qualifikation zur Königsklasse bedeutet. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß, der mit der Leistung seines Teams in der ersten Hälfte vor 30.150 Fans in Sinsheim unzufrieden war, sah es positiv: „Dieser Warnschuss, der sollte schon noch ein bisschen im Rohr bleiben im Laufe der Woche bei der Vorbereitung auf das Spiel gegen Leverkusen, dann kann er uns sehr helfen.“

Sein Gegenpart Christian Ilzer gab sich nach der gefühlten Pleite kämpferisch: „Ich juble lieber in zwei Wochen, als dass ich heute gejubelt hätte.“ Verteidiger Ozan Kabak fand kaum Worte: „Wir werden ein bisschen weinen oder so – ich weiß nicht.“ Eine Randnotiz des turbulenten Spiels war das Duell der Torhüter, das Stuttgarts Alexander Nübel gegen Oliver Baumann für sich entschied. Der Hoffenheimer Kapitän machte beim 1:1-Ausgleich durch den agilen Chris Führich aus einem spitzen Winkel keine gute Figur. Beide Keeper hatten aber auch das Glück auf ihrer Seite, als sie von Deniz Undav bzw. Asllani angeschossen wurden und der Ball nicht über die Linie ging. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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