„Permanente Belastung“Umfrage deckt Missstände auf: Jede fünfte Fußballerin braucht Zweitjob

Spielerinnen sitzen nach Spielende auf dem Rasen.

Eine Umfrage hat große Probleme im Frauenfußball aufgezeigt. Das Foto zeigt Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft am 22. Juli 2022. 

Zu hohe Belastung, zu wenig Geld: Die Fußballerinnen kämpfen laut einer Umfrage einer Spielergewerkschaft weiterhin mit großen Schwierigkeiten.

Probleme rund um den Wettkampfkalender, die Vergütung und medizinische Versorgung – eine Umfrage der Spielergewerkschaft Fifpro hat erneut Probleme im Frauenfußball aufgezeigt. 260 WM-Teilnehmerinnen von 26 der insgesamt 32 WM-Teams wurden befragt. 

Demnach waren zwei Drittel der befragten Spielerinnen der Meinung, dass sie bei der Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland im vergangenen Sommer nicht auf dem Höhepunkt ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gewesen seien. Etwas mehr als die Hälfte gab an, vor dem ersten WM-Spiel nicht genug Erholung gehabt zu haben. Für 60 Prozent war die Erholungszeit im Anschluss an das Turnier zu kurz.

Profi-Fußballerinnen beklagen große Probleme

Bei den deutschen Spielerinnen hatte zuletzt Torhüterin Merle Frohms (28) von Rückenproblemen in der Vorsaison gesprochen und gesagt: „Ich glaube, dass die permanente Belastung zu einem Schiefstand geführt hat.“

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Ihre Wolfsburger Clubkollegin Lena Oberdorf (21) hatte vor der WM von mentalen Problemen berichtet. „Ich kann gerade nicht: So nonstop Fußball, Fußball, Fußball“, sagte sie in der ZDF-Dokumentation „Born for this“.

Ein Ergebnis der Befragung ist zudem, dass jede dritte WM-Starterin weniger als 30.000 US-Dollar (rund 27.000 Euro) pro Jahr im Fußball verdient und jede fünfte mit einem Zweitjob ihr Einkommen aufbessert.

„Die Spielerinnen haben alles gegeben, um eine brillante Weltmeisterschaft abzuhalten, aber es gibt immer noch wichtige Lücken, die geschlossen werden müssen“, sagte Sarah Gregorius (36), Direktorin für Politik und strategische Beziehungen des Frauenfußballs bei Fifpro.

Dazu zählt laut der Spielergewerkschaft auch die medizinische Versorgung. Gemäß der Umfrage hätten sich zehn Prozent der WM-Spielerinnen vor dem Turnier keiner medizinischen Untersuchung unterzogen, 60 Prozent hätten zudem einen Mangel an psychologischer Unterstützung beklagt, teilte Fifpro mit. (dpa)