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„Zwei so doofe Aktionen“Kölner sorgt für Ärger im Relegations-Hinspiel

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Keine Tore, dafür aber ein Platzverweis im Relegations-Hinspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn.

Der bessere Kader, ein ausverkauftes Stadion – und doch kein Vorteil: Der VfL Wolfsburg ist dem folgenschweren Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga wieder einen Schritt nähergekommen.

Vor den Augen von VW-Chef Oliver Blume kamen die Wölfe am Donnerstagabend im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten SC Paderborn nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus und müssen im letzten Spiel einer von Krisen geprägten Saison um den Klassenerhalt bangen.

Jonah Sticker fliegt in der Nachspielzeit vom Platz

Die Entscheidung über Auf- und Abstieg fällt am Pfingstmontag, Wolfsburg reist mit einer Hypothek zum Rückspiel in Ostwestfalen. Offensiv fehlten den Wölfen Ideen und Durchschlagskraft.

Paderborn darf nach einer vor allem defensiv souveränen Leistung und mit dem Heimvorteil auf die Bundesliga-Rückkehr nach sechs Jahren hoffen. Fehlen wird im Rückspiel Jonah Sticker, der die Gelb-Rote Karte (90.+4) sah.

Der gebürtige Kölner, der vor der Saison am Deadline Day von Viktoria nach Paderborn gewechselt war, holte sich mit zwei Gelben Karten in der Nachspielzeit völlig unverständlich die Sperre für das entscheidende zweite Duell ab.

In der Live-Übertragung bei Sat.1 rätselten Kommentator Jonas Friedrich (45) und Experte Lars Stindl (37) über die „komplett unnötige“ Ampelkarte.

Spielszene in der Relegation zwischen Wolfsburg und Paderborn mit Jonah Sticker und Jeanuel Belocian.

Copyright: IMAGO / HMB-Media

Jonah Sticker holt sich Gelb-Rot ab, Gegenspieler Jeanuel Belocian kann es kaum glauben.

„Ganz merkwürdig“, wunderte sich Friedrich, während Stindl anmerkte: „Jetzt fehlst du im Rückspiel. Bei diesem unglaublichen Spiel mit der Möglichkeit machst du es dir so kaputt durch zwei so doofe Aktionen. Brutal ärgerlich.“

Im Sat.1-Interview nach dem Spiel beklagte Trainer Ralf Kettemann (39): „Das ist schon der Wermutstropfen heute. Das war das Einzige, was ein bisschen gerade im Magen liegt.“ Gleichzeitig nahm der Coach seinen auf hohem Niveau noch recht unerfahrenen Profi auch in Schutz.

Besonders bitter für Paderborn: Sticker ist schon nur der Ersatzmann für den schwer verletzten Kapitän Raphael Obermair (30/Achillessehnenanriss) auf der linken Außenbahn, der vor einem Jahr auch lange beim 1. FC Köln gehandelt worden war. Im wichtigsten Spiel der Saison braucht es auf der Position nun eine Notlösung.

Der SCP hatte es 2014 und 2019 ins Oberhaus geschafft – jeweils als Direktaufsteiger. Paderborn stieg jedoch jeweils nach nur einer Saison wieder ab. Die mögliche Bundesliga-Rückkehr bezeichnete Kettemann vorab als „Once-In-A-Lifetime-Chance“. Man könne „deutlich mehr gewinnen als verlieren.“ (sid/bc)

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