Alexander Ende soll Fortuna Düsseldorf in der 3. Liga auf Kurs bringen. Beim Kader ist die Herangehensweise für den Trainer alternativlos.
„Wären dumm, wenn nicht“Bei Kader-Strategie hat Düsseldorf gar keine andere Wahl

Dass vor Fortuna Düsseldorf der wohl größte Umbruch seit langer Zeit liegt, steht außer Frage. Sportboss Sven Mislintat (53) muss nach dem Abstieg rund zwei Drittel des Kaders mit neuen Spielern besetzen.
Dabei werden die Verantwortlichen auch ein Auge auf den eigenen Nachwuchs werfen. Die Eigengewächse sind schließlich die günstigste Variante, Spielzeit ist jedoch nicht garantiert.
Mehrere Talente haben schon auf sich aufmerksam gemacht
Noch vor dem Endspiel in Fürth belohnten die Rot-Weißen die Nachwuchsspieler Levi Mentzel (18) und Noah Egouli (20) für ihre Leistungen in der U19-Bundesliga und bei der U23 mit ihren ersten Profiverträgen. Ein klares Signal für die sportliche Ausrichtung der Düsseldorfer.
Aufgrund der klammen Kassen in Stockum bleibt Sportvorstand Mislintat auch nicht viel anderes übrig, als bei der Kaderzusammenstellung auch auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.
Für Trainer Alexander Ende (46) wäre das allerdings auch beim Klassenerhalt passiert: „Die Jugend sollte immer ein wichtiger Baustein sein. Auch wenn wir in der 2. Liga geblieben wären, wäre es ein Schritt gewesen zu schauen, welche eigenen Potenziale hat der Verein und wie kann man die einbringen.“
Ohne Bedingungen kann der Coach dieses Vorhaben jedoch nicht umsetzen: „Es geht nicht darum, das auf Teufel komm raus zu machen nur um den Leuten zu zeigen, dass wir eigene Spieler mit reinnehmen. Wenn man eigene Spieler nimmt, muss da auch einfach die Qualität sein, die man entwickeln kann.“
Dass bei der Fortuna einige Talente schlummern, haben die Fans am Mittwoch wieder gesehen. Im Finale des Niederrheinpokals gab es für die Rot-Weißen einen fulminanten 5:1-Erfolg gegen die SG Unterrath. Vor 419 Fans sicherte sich Düsseldorf im Paul-Janes-Stadion den Titel.
Dabei standen auch einige Akteure auf dem Feld, die für die kommende Saison interessant werden dürften. Elias Arden (17) zog im Mittelfeld die Fäden. Der blutjunge Sechser durfte in den vergangenen Wochen bereits bei den Profis mittrainieren. Als Linksverteidiger wirbelte Daren Quiala-Tito (19) über die Außenbahn. Eine Position, die bei den Profis dringend neu besetzt werden muss.
Coach Ende hat die Talente auf dem Radar: „Jungs, die die Qualitäten haben, um uns in dieser 3. Liga zu helfen, und die aus dem eigenen Nachwuchs kommen, sind ein Geschenk. Da wären wir ja dumm, wenn wir das nicht fördern würden. Wir machen das aber nicht, um das zu machen. Wir können keine zehn Kaderplätze vergeben, weil wir sagen: Die kommen aus der eigenen Jugend. Das muss ja gesund sein und mit Qualität belegt sein.“
Für die Nachwuchsspieler der Rot-Weißen könnte der Abstieg sogar von Vorteil gewesen sein. Der Trainer weiß, dass die Lücke zu den Profis nicht mehr so groß ist wie noch vor dem Sommer: „Der Schritt von der Regionalliga oder der U19-Bundesliga ist zur 3. Liga vielleicht nicht ganz so groß wie in der 2. Liga. Deswegen kann das dem ein oder anderen im ersten Schritt eher gelingen.“
Die talentiertesten Jungs aus dem NLZ werden sicher schon mit den Hufen scharren. Doch um sich für einen der limitierten Kaderplätze bei den Profis zu empfehlen, brauchen sie vor allem eine gute Vorbereitung. Ende Juni startet die Fortuna wieder in den Trainingsbetrieb. Dann wird sich Ende die Talente persönlich auf dem Rasen der Profis anschauen.
