Nichts für schwache Nerven Irre Tor-Party in Wembley: Aber Hansi kriegt den Laden nicht dicht

Reece James und Kai Havertz im Zweikampf

Kai Havertz (l.) und die deutsche Nationalmannschaft kamen am Montagabend (26. September 2022) im Londoner Wembley-Stadion gegen England um Reece James zu einem 3:3 in der Nations League.

Es sollte die Wiedergutmachung für die Ungarn-Pleite werden, am Ende bleiben aber viele Zweifel. In gut elf Minuten verspielt Deutschland eine 2:0-Führung in England. Immerhin rettet Havertz noch das Remis.

Was für ein irrer Kick! 2:0 geführt, 2:3 zurückgelegen, am Ende ein 3:3 mit nach Hause genommen. Die 78.949 Fans erlebten ein verrücktes Torfestival in Wembley.

20 Minuten vor dem Abpfiff fühlte sich das deutsche Team am Montagabend (26. September 2022) wie der sichere Sieger. Eine Viertelstunde später wirkte alles verloren. Doch dann rettete Kai Havertz mit seinem Doppelpack doch noch das Remis.

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Die Engländer, die zuvor über 500 Minuten kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt hatten, schlugen in elf irren Minuten dreimal eiskalt zu. Doch das deutsche Team fand noch einmal eine Antwort. Nach dem 3:3 ist der deutsche Katar-Kater wieder etwas geringer geworden.

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Dennoch: Die Skepsis vor der WM ist bei den deutschen Fans nach diesen beiden Nations-League-Duellen nicht geringer geworden. Vor allem in dieser Defensiv-Verfassung droht im November die dritte Turnier-Enttäuschung in Folge.

Flick hatte von seiner Mannschaft mehr Aktivität und Aggressivität gefordert. In der Tat versuchten seine Spieler, früh zu pressen, um an den Ball zu kommen. Der Bundestrainer coachte ebenfalls engagiert an der Seitenlinie. Permanent ruderte er mit den Armen, rief Anweisungen auf das Feld. Aber er sah auch die beiden großen Schwachpunkte bei seinem Team.

Hansi Flick: Bundestrainer coacht engagiert an der Seitenlinie

Zum einen gelang es dem Team wieder nicht, in gefährliche Abschlusssituationen zu kommen. Viel Ballbesitz, viele Pässe, aber wenig Gefahr lautete das Motto. Die Standardsituationen verpufften wirkungslos, die letzte Aktion zum Abschluss gelang nicht. Alles lief zu statisch und ungenau ab.

Das andere Problem liegt am Flick-Fußball. Wenn die Mannschaft den Ball verliert, kann sie schnell überrumpelt werden. So wie in der 25. Minute, als Raheem Sterling plötzlich sehr gefährlich vor dem deutschen Tor auftauchte, aber am glänzend parierenden Marc-André ter Stegen scheiterte. Die Gastgeber lauerten eiskalt auf Konter und bereiteten den Deutschen so große Probleme.

Zur Pause reagierte Flick, beorderte Musiala auf die rechte Seite. Und von dort erzwang er geschickt einen Ballverlust von Harry Maguire. Der Manchester-Kapitän wusste sich nur mit einem Foul zu helfen, dass der VAR erkannte. Ilkay Gündogan blieb vom Elfmeterpunkt eiskalt und verwandelte zur 1:0-Führung (52.).

Als dann auch noch Kai Havertz einen Ball wunderbar zum 2:0 im Tor versenkte (67.), ballte Flick an der Seitenline erleichtert die Faust. Alles sah nach dem perfekten WM-Doping und der totalen Demütigung der Gastgeber aus. Aber die deutschen Abwehrschwächen blieben. Und so nutzte erst Luke Shaw den Raum (72.), dann Mason Mount (75.). Die Fans, die zuvor so leise waren, flippten förmlich aus.

Und es kam noch doller. Nico Schlotterbeck leistete sich einen erneuten Aussetzer, verursachte schon den dritten Elfmeter in einem Länderspiel-Einsatz. Wieder musste der VAR eingreifen und bescherte Harry Kane einen Strafstoß, den der eiskalt zu 3:2 verwandelte (83.).

Doch dieses irre Match hatte noch eine Wendung parat. Kai Havertz nutzte einen Aussetzer der Hausherren zum Ausgleich. Ein passendes Resultat nach einer verrückten zweiten Halbzeit.

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