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Nach ZusammenbruchEriksen meldet sich nach Vorfall erstmals zu Wort

Christian Eriksen auf dem Spielfeld in Aktion.

Copyright: IMAGO/Gonzales Photo

Christian Eriksen beim Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine. 

Wie geht es Christian Eriksen? Das fragen sich alle nach dem erneuten Zusammenbruch des Fußball-Stars. Spieler und Teamarzt geben ein wichtiges Update, aber die nächste Frage ist: Spielt er weiter?

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22 Stunden nach dem Schock meldete sich Christian Eriksen zum ersten Mal selbst zu Wort. „Ich möchte jeden wissen lassen, dass es mir gut geht und dass ich zu Hause mit meiner Familie bin“, schrieb Dänemarks Fußball-Star bei Instagram.

Der Profi des VfL Wolfsburg war am Sonntagabend bei einem Länderspiel gegen die Ukraine erneut auf dem Spielfeld zusammengebrochen. Und obwohl Eriksen diesmal wieder schnell bei Bewusstsein war und sogar aus eigener Kraft zu einem Krankenwagen ging, kamen sofort wieder die Erinnerungen hoch: EM 2021 in Kopenhagen, Eriksens Herzstillstand während des ersten Spiels gegen Finnland. Vor fünf Jahren musste er noch auf dem Rasen wiederbelebt werden und bekam kurz danach einen Herzschrittmacher implantiert.

Eriksen: „Ich fühle mich gut und meine Genesung hat bereits begonnen“

„Ich fühle mich gut und meine Genesung hat bereits begonnen“, teilte Eriksen mit. Und weiter: „Im Moment konzentriere ich mich auf meine Erholung, verbringe Zeit mit meiner Familie, fahre in den Urlaub und spiele Fußball mit meinen Kindern.“

Wie sich vermutlich jeder vorstellen könne, habe der Impuls vom Herzschrittmacher ihn und seine Familie sehr belastet, aber er wolle allen versichern, dass die Situation eine andere gewesen sei als 2021. Und doch stellen sich die Fragen: Wie geht es jetzt weiter? Wird er noch einmal spielen? Und wenn ja – was machen solche Momente mit ihm, seiner Familie und seinen Mitspielern?

Der dänische Fußball-Verband DBU gab schon sehr schnell nach dem Zusammenbruch erste Entwarnung. Und diesen Eindruck bestätigten der Teamarzt und Eriksen selbst auch am Tag danach. „Ich fühle mich gut und meine Genesung hat bereits begonnen“, schrieb der 34-Jährige bei Instagram. Sein Fokus liege nun darauf, „mich zu erholen, Zeit mit meiner Familie zu verbringen, in den Urlaub zu fahren und Fußball mit meinen Kindern zu spielen“.

Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht. Der dänische Teamarzt Morten Boesen deutete aber zumindest an, dass Eriksens Herzrhythmus erneut gestört gewesen sein könnte, dies den Zusammenbruch auslöste und der Defibrillator daraufhin einen Stromstoß abgab, der seinen Zustand wieder normalisierte. „Mein ICD hat genau das getan, wofür er entwickelt wurde: Mich zu schützen, als ich ihn brauchte“, schrieb auch Eriksen dazu.

Dänische Medien zitierten jedoch auch den Forschungsleiter des dänischen Kardiologen-Verbandes, der noch eine andere mögliche Ursache ins Spiel bringt. Danach könnten auch eine Dehydrierung oder eine leichte Erkrankung erst einen zu schnellen Herzrhythmus und danach den Herzschrittmacher ausgelöst haben.

Nach dieser These könnte der Defibrillator selbst der Auslöser für den Zusammenbruch gewesen sein, denn: Ein kleiner Stromstoß, den das Gerät auslöst, könne sich anfühlen, „als würde man einen Tritt von einem Pferd gegen die Brust bekommen“, wird der Professor Gunnar Gislason zitiert.

Was auch immer der Auslöser war: Teamarzt Boesen stellte klar, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten keine Anzeichen für irgendein Herzproblem bei Eriksen gab. „Dann hätten wir ihn nicht spielen lassen“, sagte er.

Nach Stationen bei Weltklubs wie Manchester United und Inter Mailand war Eriksen erst im vergangenen September zum VfL Wolfsburg gewechselt. Und eigentlich waren genau für diese Woche Gespräche geplant, ob sich Dänemarks Rekordnationalspieler auch nach dem Bundesliga-Abstieg vorstellen kann, weiter für den Volkswagen-Klub zu spielen. Doch diese Gespräche sind erst einmal hinten angestellt.

„Im ersten Moment war es ein Schock, weil wir alle die Bilder von 2021 noch vor Augen haben“, sagte Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking am Montag: „Wir haben unmittelbar Kontakt zum Mannschaftsarzt der dänischen Nationalmannschaft aufgenommen, der uns umfassend informiert hat. Wir stehen nach wie vor in engem Austausch, auch mit Christian direkt. Wir sind erleichtert, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht und warten jetzt die weitere Entwicklung ab. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie. Er bekommt unsere vollste Unterstützung.“

Nach seinem Herzstillstand bei der EM 2021 war für Eriksen schnell klar: Er will seine Karriere unbedingt fortsetzen. Er möchte als Fußballer in Erinnerung bleiben und nicht nur als derjenige, der auf einem Spielfeld zusammenbrach.

Mittlerweile ist er fünf Jahre älter und selbst der dänische Sportdirektor Peter Möller sagte: „Ich finde es absolut legitim, danach zu fragen. Aber ich weiß es nicht. Es liegt an Christian, einzuschätzen, was er möchte.“

Der Sonntagabend brachte alle noch einmal in einen emotionalen Ausnahmezustand. Eriksens Ehefrau Sabrina Kvist Jensen musste 2021 von seinen Mitspielern gestützt werden und begleitete ihren Mann auch diesmal ins Krankenhaus. Bilder zeigen dänische Mitspieler wie den Wolfsburger Joakim Maehle oder Andreas Christensen vom FC Barcelona, die schon vor fünf Jahren dabei waren und auch diesmal auf dem Rasen in Tränen ausbrachen.

„Wir haben sichergestellt, dass niemand allein nach Hause fährt“, sagte Möller: „Die Spieler reisen entweder mit ihren Eltern oder ihrer Familie ab oder gemeinsam als Gruppe.“ Zudem bietet der dänische Verband seinen Spielern wie schon bei der EM 2021 psychologische Hilfe an. „Das Team um den Krisenpsychologen steht bereit. Und es liegt am einzelnen Spieler, den Kontakt zu suchen“, sagte Möller: „Vielleicht verspürt ein Spieler erst nach zwei oder drei Tagen das Bedürfnis, mit jemand anderem als seiner Familie zu sprechen.“ (dpa)

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