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„Niemand bringt es einem bei“Bei Interview mit 13-Jährigem bricht WM-Star in Tränen aus

Marc Cucurella wischt sich Tränen aus dem Gesicht.

Copyright: Youtube/PauPautista

Beim Gespräch mit dem 13-jährigen Pau brach Marc Cucurella in Tränen aus.

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In Deutschland genießt Marc Cucurella den zweifelhaften Ruf als „Hand-Spanier“. Nun zeigt der Europameister aber eine ganz andere Seite.

Es gibt Geschichten, die weit über den Fußball hinausgehen. Die von Marc Cucurella ist eine davon.

Während der Linksverteidiger bei der Weltmeisterschaft mit starken Leistungen überzeugt und nach dem Halbfinal-Sieg über Frankreich mit Spanien vom Titel träumt, geht im Netz ein Interview viral, das den spanischen Nationalspieler sehr emotional zeigt.

Autistischer Junge bringt Cucurella zum Weinen

In dem Podcast-Interview, das bereits im September 2025 veröffentlicht wurde, gewährt Cucurella dem 13-jährigen Pau Brunet sehr persönliche Einblicke in sein Privatleben und erzählt von den Erfahrungen mit seinem autistischen Sohn Mateo. Besonders emotional wird der 27-Jährige, als er über die Fortschritte spricht, die sein Sohn macht.

Plötzlich bricht Cucurella sogar in Tränen aus, als sein junger Interviewpartner ihn danach fragt, welches das größte metaphorische Tor gewesen sei, das sein Sohn ihm geschenkt habe. Auch Pau Brunet leidet an einer Form des Autismus – dem Asperger-Syndrom – und bei Cucurella brechen alle Dämme. „Das ist ein sehr persönliches Thema“, erklärt er, nachdem er sich wieder gesammelt hat. „Manchmal weiß ich nicht, wie wir ihm helfen können. Wenn ich sehe, dass es ihm schlecht geht, dann leide ich mit. Deshalb bin ich bei diesem Thema sehr sensibel.“

Er berichtet von seinen ersten Handlungen, als der Autismus seines Sohnes diagnostiziert wurde, wie viel er im Umgang mit Mateo lernen musste und von dem langen Weg, bis es so weit war. Für die bestmögliche Unterstützung seines Sohnes ist er immer bereit, mehr zu lernen, und nimmt jeden Tipp des ebenfalls autistischen Pau dankend an.

Kurz nach seinem Wechsel zum englischen Premier-League-Klub FC Chelsea erhielt Marc Cucurella mit seiner Frau Claudia Rodríguez die Diagnose, dass ihr ältester Sohn Mateo autistisch ist. Für die Familie war das eine Zeit voller Unsicherheiten. „Niemand bringt einem bei, wie man Vater ist“, sagt Cucurella. „Ein autistisches Kind versteht die Dinge anders. Man muss lernen, es zu verstehen.“

Besonders schwierig war die Situation, weil Mateo zunächst in einer Regelschule nicht zurechtkam. Er war unglücklich, weinte häufig und tat sich schwer, sich an den Alltag anzupassen. Erst nach dem Wechsel auf eine andere Schule in London fand die Familie die Unterstützung, die sie so dringend brauchte.

Die private Belastung fiel ausgerechnet in eine ohnehin anspruchsvolle Phase von Cucurellas Karriere. Im Sommer 2022 war der Katalane für rund 65 Millionen Euro zum FC Chelsea gewechselt, verbunden mit hohen Erwartungen und Leistungsdruck. Während er sich auf dem Platz beweisen musste, versuchte die Familie gleichzeitig, mit den Folgen der Diagnose umzugehen. Sportlich verliefen seine ersten Monate in London nicht wie erhofft, doch mit der Zeit etablierte sich Cucurella als Stammspieler. Ab der kommenden Saison wird er für Real Madrid auflaufen.

Bereits bei Spaniens EM-Sieg 2024 zählte er zu den wichtigsten Spielern der Mannschaft. Auch bei der aktuellen Weltmeisterschaft überzeugt der Außenverteidiger mit seiner Laufstärke, seinem Einsatz und seiner Mentalität. Nationaltrainer Luis de la Fuente, der Cucurella bereits aus gemeinsamen Zeiten in den Nachwuchsnationalmannschaften kennt, setzt seit Jahren auf den Defensivspieler. 

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Während Cucurella in Spanien für seine Leidenschaft und seinen unermüdlichen Einsatz gefeiert wird, ist er in Deutschland wegen des nicht geahndeten Handspiels im EM-Viertelfinale 2024 für viele Fans eine umstrittene Figur. Der Spanier selbst ließ sich von den Pfiffen bei späteren Spielen jedoch nie aus der Ruhe bringen. 

Für Cucurella sind solche Diskussionen inzwischen zweitrangig. Heute steht seine Familie im Mittelpunkt seines Lebens. Die Erfahrungen mit seinem Sohn haben ihm gezeigt, dass es wichtig ist, geduldig zu sein und Erfolge anders zu bewerten. Denn, wie er selbst sagt, fühlt sich ein kleiner Schritt nach vorn von Mateo für ihn größer an als viele Siege auf dem Fußballplatz.

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