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„Hat uns aus Herzen gesprochen“ Brennpunkt Budapest: Goretzka droht giftiger Empfang

Deutschlands Leon Goretzka (l-r) bejubelt sein Tor zum 2:2 mit Kevin Volland Joshua Kimmich.

Eine der Szenen der EM 2021. Leon Goretzka zeigt den wütenden ungarischen Fans nach seinem Tor am 23. Juni ein Herz.

Deutschland tritt in der Nations League in Ungarn an. Es ist ein Wiedersehen, ein Jahr nach dem Duell bei der EM. Damals sorgte Leon Goretzka nach seinem Tor für eine besondere Geste.

Aller guten Dinge sind drei! Am Freitag bezogen die Nationalspieler ihre Zimmer im Fünf-Sterne-Hotel Corinthia in Budapest. Samstag (11. Juni 2022, 20.45 Uhr, RTL) wartet gegen Ungarn beim dritten Nations-League-Duell ein heißer Tanz auf das Team.

Die Temperaturen dürften bei prognostizierten 22 Grad zwar angenehmer als zuletzt in Bologna werden. Doch dafür wird die Atmosphäre in der Puskas-Arena umso hitziger sein. Nur knapp 800 deutsche Fans haben sich auf die Reise nach Ungarn gemacht, sie werden unter den 67.000 Besucherinnen und Besuchern kaum auffallen.

Stadion in Budapest gegen Deutschland ausverkauft

Eigentlich war der ungarische Verband aufgrund von diskriminierendem Verhaltens seiner Fans bei den EM-Gruppenspielen 2021 von der UEFA zu zwei Geisterspielen verurteilt worden – nach einem Einspruch wurde diese Entscheidung aber auf eine Partie ohne Zuschauer reduziert. Gegen England nutzten die Ungarn ein Schlupfloch in den Statuten und ließen 30.000 Kinder und Jugendliche in die Arena. Gegen Deutschland können wieder alle in den modernen Kessel nahe dem Bahnhof Keleti.

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Vor allem ein deutscher Spieler dürfte einen unangenehmen Empfang erleben. Noch immer haben viele die Geste von Leon Goretzka (27) vor Augen. Als dieser vor fast einem Jahr bei der EM in München zum 2:2 traf, formte er mit seinen Händen ein Herz und schickte das starke Zeichen der Liebe an den aufgebrachten schwarzen Mob hinter dem Tor. Die ungarischen Fans waren zuvor mehrmals mit rassistischen und homophoben Ausfällen aufgefallen.

„Die Aktion war damals spontan und eine richtig tolle Reaktion auf das, was passiert ist. Der ungarische Fanblock hat sich nicht gerade von seiner besten Seite gezeigt. Uns ist schon bewusst gewesen, dass da Unruhe vorhanden war. Das Zeichen von Leon hat uns aus dem Herzen gesprochen“, sagte Thomas Müller (32) am Freitag.

Ob er am Samstag erneut ein solches Zeichen setzen wird, weiß Goretzka noch nicht. „Da habe ich in meine Gefühle noch nicht so reingehört“, sagte er. „Für mich war es die schönste Erinnerung, dass ich ein schönes Tor geschossen habe, das uns in die nächste Runde gebracht hat. Das kam schon so ein bisschen aus dem Bauch raus, da hat auch vieles zusammengepasst, auch mit dem ganzen Thema davor, ob wir die Allianz-Arena in den Regenbogenfarben anstrahlen dürfen oder nicht. Ich bereite mich aber genauso vor, wie auf andere Spiele.“

Hansi Flick spricht mit seinen Spielern auf dem Trainingsplatz.

Hansi Flick gibt beim Abschlusstraining am 10. Juni 2022 in Herzogenaurach Anweisungen an seine Spieler.

Hansi Flick (57) sieht jedenfalls keinen Grund, den Bayern-Profi extra auf die zu erwartende giftige Atmosphäre einzustellen. „Das ist null Thema bei uns. Jeder einzelne hat schon so viele Spiele gemacht, bei denen die Stimmung aufgeheizt war. Jeder hat das auf dem Niveau schon mal aushalten müssen“, sagte er auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Thomas Müller: Keine besondere Aktion rund ums Spiel geplant

Auch, dass ungarische Journalisten im Vorfeld berichteten, dass das deutsche Team sehr wahrscheinlich ausgepfiffen werde, beeindruckt den Bundestrainer nicht. „Es kann sein, dass Pfiffe kommen. Aber ich kenne es selbst aus meiner Erfahrung als Spieler: Wenn man ins Stadion kommt, hört man die Dinge. Sobald der Schiedsrichter anpfeift, sind es einfach Nebensächlichkeiten, die einen nicht interessieren.“

Am vergangenen Dienstag hatten sich die deutschen Spieler mit ihren englischen Kollegen solidarisiert und waren in München auf die Knie gegangen. Ein ähnliches Zeichen würde die Fans in Budapest sicherlich aus der Fassung bringen. Geplant sei aber nichts, bestätigte auch noch einmal Routinier Müller: „Wir haben keine pauschale Aktion, die wir jedes Spiel machen und wollen das nicht inflationär wirken lassen.“

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