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Kommentar zur DFB-Krise Zwei Monate vor WM: Flick blickt auf eine gigantische Mängelliste

Bundestrainer Hansi Flick spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Nachdenklich schaute Hansi Flick nach der Niederlage gegen Ungarn am 23. September 2022 durch den Pressekonferenz-Raum. 

Die Niederlage gegen Ungarn war nicht nur die erste für die Nationalmannschaft unter Hansi Flick. Sie war gleichzeitig ein Alarmsignal vor der WM in Katar. Ein Kommentar zur Lage.

Zwischenzeitlich wirkte es schon so, als könne Hansi Flick (57) auch über Wasser gehen. Erst führte er den FC Bayern zu sechs Trophäen in einer Saison. Dann übernahm er die Nationalmannschaft und eilte von Sieg zu Sieg. Doch nach der 0:1-Niederlage gegen Ungarn dürfte jedem Fan klar geworden sein, dass auch dieser Bundestrainer nicht zaubern kann.

Am Montag (26. September 2022) tritt die DFB-Elf im Wembley-Stadion in London an. Dort endete die über 15-jährige Amtszeit von Joachim Löw (62) im Vorjahr nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM. Flick ist nun seit gut einem Jahr in der Verantwortung und hat jetzt zum ersten Mal verloren. Der Trend ist aber schon länger alarmierend.

Unter Hansi Flick kassierte die DFB-Elf zuletzt immer Gegentore

Das Spiel gegen Ungarn war ein echter Schock für alle Beteiligten, weil die Leistung derart mies war. Allerdings reichte es für die DFB-Elf schon in den vergangenen sechs Spielen nur noch zu einem Sieg. Zudem kassierte die Mannschaft in jedem der sechs Duelle mindestens ein Gegentor. Wie ein Titelfavorit, zu dem sich die Truppe selbst ernannt hat, tritt Deutschland schon länger nicht auf.

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Eigentlich wollte die Mannschaft Begeisterung und WM-Euphorie wecken. So wie die Frauen, die im Sommer die Fußball-Fans fasziniert haben. Doch die Männer präsentierten einen 95-minütigen Quäl-Kick. Und das, wo sich die Lust vieler auf das umstrittene Winter-Event in Katar ohnehin in Grenzen hält. 

60 Tage vor WM-Start steht der Bundestrainer plötzlich vor einem ganzen Berg an Herausforderungen. Viele davon kannte auch schon sein Vorgänger Löw. Flick versucht Gelassenheit zu demonstrieren, wertete alles als Weckruf rechtzeitig vor dem Turnier. Doch die Mängelliste ist lang.

Vereins-Krise schwappt über: Die Stützen des deutschen Teams kommen seit Jahren aus München, auch die Leipziger Fraktion wächst stetig. Doch diese Vereine rumpeln derzeit durch die Bundesliga. Und so präsentierten sich die Spieler auch im DFB-Dress. Den so hochgelobten Bayern-Offensiv-Künstlern gelang wenig. Serge Gnabry (27) wirkt derzeit im Verein und in der Auswahl-Truppe wie ein Fremdkörper, Thomas Müller (33) macht mehr falsch als richtig. Dabei wurde gerade die Kreativ-Abteilung eigentlich immer hochgelobt.

Sturm-Flaute bleibt: Auch 72 Prozent Ballbesitz brachten gegen Ungarn keinen Ertrag. Wenn es um das Spiel ins letzte Drittel geht, verpuffen die meisten deutschen Bemühungen. Im Strafraum ist niemand, der Bälle behaupten oder Flanken verwerten kann. Die Frage nach dem fehlenden Mittelstürmer wird Flick in den acht Wochen bis Turnierstart permanent verfolgen. Und die Argumente für den Stammplatz von Timo Werner (26) dürften auch ausgehen.

Hansi Flick hat noch auf vielen Positionen keine Ideallösung

Ideallösungen fehlen weiter: Nach dem Abend von Leipzig dürften sich eigentlich lediglich Abwehr-Chef Antonio Rüdiger (29) und Mittelfeld-Mann Joshua Kimmich (27) als gesetzt für die WM-Stammelf betrachten. Auf allen anderen Positionen wirkten die Spieler austauschbar. Die größten Baustellen bleiben weiter die Außenverteidiger-Rollen. Jonas Hofmann (30) fühlte sich auf der rechten Seite nach der Halbzeit offensiver deutlich wohler. David Raum (24) steckt im Tief, Ilkay Gündogan (31) bekam das Duell nicht in den Griff.

Dass inzwischen der 19-jährige Jamal Musiala für viele Fans der größte Hoffnungsträger bei der Nationalmannschaft ist, spricht für das junge Bayern-Talent. Und gegen den Rest des Teams.

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