Begeisterung über Traum-Debüt Im Tor-Rausch „schwänzte“ Adeyemi sogar Flicks Ansprache

Deutschlands Karim Adeyemi jubelt nach seinem Treffer zum 6:0.

Karim Adeyemi hebt zum Jubeln nach seinem Tor gegen Armenien am 5. September 2021 ab.

Karim Adeyemi feierte im zweiten Länderspiel unter Hansi Flick sein Nationalmannschafts-Debüt. 20 Minuten nach seiner Einwechslung gelang ihm direkt ein Tor gegen Armenien. Entsprechend groß war die Freude.

Stuttgart. Die strengen Corona-Regeln der FIFA verbieten eigentlich jeglichen Kontakt zwischen Spielern, Trainer und Betreuern, die sich innerhalb der „Blase“ aufhalten, und ihren Freunden. Nach dem 6:0-Sieg über Armenien mussten die Verantwortlichen bei Karim Adeyemi (19) am Sonntag (5. September 2021) aber zwei Augen zudrücken.

Nach dem Abpfiff der spektakulären Torparty rannte der Nationalmannschafts-Neuling die Stufen der Haupttribüne hoch zu seiner Familie und seinen Freunden. Der Stürmer von RB Salzburg verschenkte sein Trikot, wurde von allen innig geherzt und gefeiert. Dadurch vergaß er sogar ein Ritual des neuen Bundestrainers. Hansi Flick (56) bittet seine Spieler stets direkt nach dem Abpfiff kurz in die Kabine zu einer kurzen Ansprache. Erst danach können die Kicker auf ihre Ehrenrunde.

Karim Adeyemi wird von seinen Bekannten auf der Tribüne abgeklatscht.

Karim Adeyemi ließ sich nach seinem Länderspiel-Debüt am 5. September 2021 von Freunden und Familienangehörigen auf der Tribüne feiern.

Aber Adeyemi war von diesem Abend total aufgewühlt, „geflasht“ fühlte er sich. Eingewechselt in der 71. Minute gelang dem Debütanten in der Nachspielzeit nach beeindruckendem Zusammenspiel mit U21-Kumpel Florian Wirtz (18) der 6:0-Schlusspunkt. „Er hat was gut gehabt und das ist damit abgegolten“, sagte Flick angesichts des Fernbleibens seines Jungstars bei der Ansprache.

Die Begeisterung beim Anhang auf der Tribüne war einfach so groß, dass der Angreifer gleich noch ein zweites Trikot verschenken musste. „Mein Berater, meine Eltern und Herr Schwabl waren da – die haben mir gratuliert, viel mehr gab es da nicht zu sagen. Es war ein schöner Tag“, sagte er.

Der Salzburg-Stammspieler kam 2009 vom TSV Forstenried zur Jugend des FC Bayern München, 2012 schloss er sich der SpVgg Unterhaching an. Von dort wechselte er im Sommer 2018 zu RB Salzburg, wo er bis jetzt in 59 Partien an 33 Treffern beteiligt war. Sein nigerianischer Vater war selbst Fußballer, Karims Mutter stammt aus Rumänien.

Karim Adeyemi verewigte sich gleich zweimal in der DFB-Statistik

Adeyemi verewigte sich am Sonntag übrigens gleich zweimal in der DFB-Statistik. Zum einen ist er der erste Spieler in der Nachkriegszeit, der als Legionär eines österreichischen Vereins in der deutschen A-Nationalmannschaft zum Einsatz kam. Zum zweiten ist sein Länderspieltor das erste eines deutschen Nationalspielers, der in diesem Jahrtausend geboren wurde.

„Ich bin glücklich über mein Debüt - gleich mit einem Tor, das macht es umso schöner“, sagte Adeyemi mit leuchtenden Augen. „Es ist Wahnsinn, dass ich hier bin und dass ich mit so tollen Spielern zusammenspiele. Ich genieße den Moment und schaue mir von jedem Offensivspieler etwas ab.“ Als sein Vorbild nannte er Doppelpacker Serge Gnabry (26), als seine Stärke seine Geschwindigkeit. „Vorne drin im Eins-gegen-eins bin ich gut und bin auch torgefährlich.“

Karim Adeyemi: Sein Vorbild beim DFB ist Serge Gnabry

Trotz des Blitz-Einstands war es vor allem Flick, der nach der Jubelfeier schnell wieder zur Tagesordnung übergehen wollte. „Er hat gezeigt, was er schon in Salzburg zu Beginn der Saison gezeigt hat, dass er im Strafraum einfach ein guter Vollstrecker ist. Deswegen freut es mich, dass er das Tor gemacht hat, weil er sehr selbstbewusst agiert. Trotzdem: Es ist noch viel Arbeit, auch für ihn, hier dabei zu sein.“

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