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Bayern-Sportboss Salihamidzic Es hagelt Hetze und Beleidigungen: Ehefrau wehrt sich

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Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Ehefrau Esterh auf dem Oktoberfest im Jahr 2019.

München – Eigentlich sollte beim FC Bayern so langsam ein wenig Ruhe einkehren. Der ständige Zwist zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) und Trainer Hansi Flick (56) wird sich in vier Wochen erübrigt haben, zudem kann der Tabellenführer mit einem Sieg am Samstag (24. April) beim FSV Mainz 05 die neunte Meisterschaft in Folge eintüten.

  • Hasan Salihamidzic wird von Fans beleidigt
  • Auch die Familie des Sportvorstandes wird beschimpft
  • Der FC Bayern wehrt sich gegen die Hetze in den sozialen Netzwerken

Wäre da nicht der Unmut der Fans gegen Salihamidzic. Der 44-Jährige gilt als Drahtzieher dafür, dass Erfolgscoach Flick am Saisonende den Verein trotz Vertrag bis 2023 verlassen will. Deshalb wird der Sportboss in den sozialen Netzwerken übel beschimpft. Die Basis fordert die Ablösung des Sportvorstandes.

Hasan Salihamidzic: Beleidigungen und hetze gegen seine Familie

Schon seit Wochen gibt es auch Anfeindungen gegenüber der Familie des Sportbosses. Seine Ehefrau Esther veröffentlichte nun auf dem Account ihres Yoga-Studios diese Aussage: „In den letzten Tagen bekomme ich sehr viele unschöne und sehr beleidigende Kommentare, die nichts mit meiner Arbeit zu tun haben und sich ausschließlich auf meinen Ehemann und seinen Job beziehen. Man beleidigt ihn als Menschen und auch unsere ganze Familie wird gleich mit angegriffen. Ich möchte euch auf diesem Weg bitten, dies zu unterlassen, es ist unsachlich und hat auch nichts mit „ich bin ein Fan“ zu tun!“

Auch Sohn Nick (18), der für die U19 der Münchner kickt, wurde auf seiner Instagram-Seite wegen seines Vaters übel beleidigt.

Nach den Vorkommnissen will der FCB nun durchgreifen. Präsident Herbert Hainer hat genug von all den Beleidigungen bis hin zu offenem Hass gegen seinen Angestellten. Der FC Bayern, stelle sich „geschlossen und mit Nachdruck gegen Anfeindungen“ in Richtung seines Sportvorstandes, der für manche Fans des Rekordmeisters zur Zielscheibe geworden ist.

Bayern München fordert sachliche Kritik für  Salihamidzic

„Sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig“, betonte Hainer auf der Internetseite der Bayern, und stärkte Hasan Salihamidzic demonstrativ den Rücken: „Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste - dafür gibt es beim FC Bayern nicht den geringsten Platz.“

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Bayern-Präsident Herbert Hainer, hier im September 2020,  wehrt sich gegen die Hetze gegen Hasan Salihamidzic.

Dass mancher Fan dabei weit übers Ziel hinaus schießt und sich in der Wortwahl arg vergreift, missfällt selbst der Initiative „Pro Hansi Flick, Brazzo raus!“. „Das dulden wir in keinster Weise“, sagte Sprecher Michael Frohsz, „wir wollen das auf fairer und sachlicher Ebene regeln“.

Die Gruppierung und ihr Kern, der „FC Bayern VIP Fanclub“, vertritt rund 5000 Bayern-Fans und -Mitglieder weltweit und nennt sich „multikulturell“. Sie hat über 66.000 Stimmen gegen Salihamidzic und für Flick gesammelt - und ist dabei selbst zum Ziel von Beleidigungen geworden. „Wir müssen ein dickes Fell haben“, sagte Frohsz. Von Hainer sieht sich der 39-Jährige in eine Ecke gestellt, „in die wir nicht gehören“.

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Das Verhältnis zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic ist nicht mehr zu kitten. Das Foto entstand im Februar 2020.

Die Initiative strebt eine Mitgliederversammlung an, in der Salihamidzic abberufen wird, doch der Rekordmeister verweigert sich dem Wunsch nach einem Dialog. Mit Salihamidzic aber werde es auch künftig Konflikte geben, meinte Frohsz, „egal unter welchem Trainer“. Für ihn steht fest: „Wir müssen einen neuen Sportvorstand bekommen!“
Traumkandidat der Fans ist Bastian Schweinsteiger. Und auch die Bosse haben den einstigen „Fußballgott“ im Blick.

Bayern München will ehemalige Profis einbinden

Vorstand Oliver Kahn bezeichnete die Eingliederung ehemaliger Profis bei einem virtuellen Mitgliedertreffen am Dienstag, 20. April 2021, als „Erfolgsfaktor“ und nannte Schweinsteiger wie Philipp Lahm als Beispiele für Spieler, „die wir im Hinterkopf haben müssen“. Doch er betonte allgemein: „Es wird nicht mehr reichen, nur eine Profikarriere gemacht zu haben und sofort in einem Profiklub Fuß zu fassen.“

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Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic beim Heimspiel gegen Leverkusen am 20. April 2021.

Die Fans werden wohl noch eine Weile mit Salihamidzic leben müssen. Sein Vertrag läuft bis 2023, Aufsichtsrat und Vorstand stehen fest zu ihm – auch im Konflikt mit Flick.

Jede Medaille habe „zwei Seiten“, führte Hainer aus. Die Klubbosse „verstehen, dass sich ein Trainer einen Kader mit am liebsten 30 Top-Stars wünscht – das geht uns ja allen so“. Doch als Sportvorstand müsse Salihamidzic auch die Corona-„Schleifspuren“ mit einem Umsatzverlust von rund 150 Millionen Euro berücksichtigen.

Außerdem versuchte Hainer erneut den Eindruck zu zerstreuen, Salihamidzic habe Flick bei wichtigen Personalien übergangen. Alle Entscheidungen würden „gemeinsam“ getroffen, „auch bei der Zusammenstellung des Kaders“.

Wie es nach Flicks öffentlich bekundetem Wunsch nach Vertragsauflösung weitergeht, ist dennoch offen. Weitere Gespräche soll es nach dem Spiel beim FSV Mainz 05 am Samstag geben - womöglich bei der Meisterfeier. (sid, fne)

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