Auch nach der Niederlage gegen Ecuador durften die Familienangehörigen die Nationalspieler wieder ins DFB-Quartier begleiten. Julian Nagelsmann kehrte mit vielen Sorgen zurück.
Frust bei der DFB-Ankunft im CampFamilien-Doping nach dem WM-Warnschuss

Manuel Neuer hielt seinen schlafenden Sohn Luca auf dem Arm. Hinter ihm folgten seine Mutter Marita und die schwangere Ehefrau Anika, die noch einen Teddybär in der Hand hielt. Gemeinsam verließen sie auf dem Flughafen Smith Reynolds die deutsche Sondermaschine.
Gemeinsam ging es ins Teamhotel The Graylyn Estate in Winston-Salem. Auch die 1:2-Niederlage im dritten WM-Vorrundenspiel änderte nichts an den üblichen Abläufen. Die Familien durften erneut im DFB-Camp übernachten.
Sechzehntelfinale steigt am Montag in Foxborough
Antonio Rüdiger und Malick Thiaw trugen ebenfalls ihre müden Kinder die Gangway hinunter. Waldemar Anton und Frau Jennifer hatten jeweils eine Tochter auf dem Arm.
Florian Wirtz wurde von Freundin Aaliyah begleitet, Kai Havertz von Ehefrau Sophia und Jonathan Tah von Frau Luisa. Auch der verletzte Nico Schlotterbeck humpelte mit Krücken über das Rollfeld und nahm wieder im Bus Platz.
Julian Nagelsmann stapfte allein und mit hängendem Kopf aus der Maschine. Als der Bundestrainer mit seinem Team kurz vor Mitternacht Ortszeit wieder in der Idylle von North Carolina eingetroffen war, hatte er einige Sorgen mehr als vor dem Abflug.

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Torhüter Manuel Neuer steigt mit seinem Sohn Luca, Mutter Marita und Ehefrau Anika nach dem Rückflug von New York aus dem Flugzeug aus.
Vor dem Sechzehntelfinale am Montag (22.30 Uhr) in Foxborough ist die Frage des Gegners noch die geringste. Aktuell kommen noch drei Gruppendritte als Gegner für den ersten Showdown infrage: Schottland, Schweden und – als wahrscheinlichste Option – Paraguay.
Viel drängender sind die Sorgen im eigenen Team. Schnell wurden nach der dürftigen Vorstellung gegen Ecuador Personalfragen laut. Joshua Kimmich wirkt auf der Rechtsverteidigerposition ohne Einfluss, während in der Mittelfeldzentrale Aleksandar Pavlović bis jetzt nicht in Schwung kommt.

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Mit hängendem Kopf ging Bundestrainer Julian Nagelsmann über das Rollfeld zum Bus.
Doch Nagelsmann wird an seinem Plan festhalten. „Ich sehe Joshua nicht auf dem Platz, wie ich ihn seit Jahren kenne. Er bemüht sich, aber er ist nicht da, wo er sein soll“, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. „Und was machen wir mit Pavlovic? Ich will auf Felix und Pavlo nicht verzichten. Ich finde, dass sie es gut machen. Im Fußball kann man nichts ausschließen, aber ein Wechsel ist akut nicht geplant“, entgegnete der Bundestrainer.
Kimmich gab sich diplomatisch: „Das ist einzig und allein die Entscheidung des Trainers. Und wo er das Gefühl hat, wo ich am besten weiterhelfen kann. Da spiele ich dann.“

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Florian Wirtz (l.) mit Freundin Aaliyah bei der nächtlichen Ankunft. Torhüter Oliver Baumann (r.) stieg allein aus dem Flugzeug aus.
Nagelsmann setzt hauptsächlich auf Durchhalteparolen. Bei Florian Wirtz fehle ein Tor, „die Dosenöffner-Aktion“, sagte er. „Aber das wird kommen, ganz sicher.“ Und bei Jamal Musiala gehe es nur um Rhythmus. „Wir wissen alle, was für Fähigkeiten er hat. Das müssen wir alle gemeinsam aus ihm rauskitzeln – er auch. Er muss an sich glauben und nicht so viel nachdenken.“
Immerhin wird Youngster Nathaniel Brown nach seinen muskulären Problemen im ersten K.o.-Spiel fit zurückerwartet. Dann gibt es nur noch eine Devise. „Wir dürfen uns keine weitere Niederlage erlauben“, sagte Kimmich. Denn dann ginge es heim. Mit Kind und Kegel.
