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Frauenfußball-Kolumne Turbulentes Jahr geht zu Ende – wo lauert 2023 Diskussionsstoff?

Die DFB-Spielerinnen jubeln im EM-Finale der Frauen gegen England über das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Die DFB-Frauen sorgten bei der EM 2022 für viel Jubel in Deutschland, so wie hier beim zwischenzeitlichen Ausgleich im EM-Finale am 31. Juli.

Auch im Frauenfußball geht das sportliche Jahr 2022 dem Ende entgegen, das in Deutschland für Vereine und Nationalteam viele Highlights bereithielt. Was bleibt und was steht für 2023 im Fokus?

In der Champions League wird bei den Frauen noch gespielt, die Bundesliga aber geht nach einem langen und wegweisenden Jahr in die Winterpause.

Es gibt viele Gründe zur Vorfreude auf das neue Jahr: Die WM im Sommer und verbesserte finanzielle Bedingungen ab der neuen Saison. Aber auch einige Fragen bleiben offen.

Frauenfußball-Jahr 2022: Lehren aus der Champions League

Sportlich mussten sich die deutschen Vereine in der Champions League in der vergangenen Saison nach leidenschaftlichen Spielen geschlagen geben: Bayern München scheiterte unter ungünstigen Umständen knapp im Viertelfinale an PSG, der VfL Wolfsburg zog viele Lehren aus den Halbfinalspielen vor historischer Kulisse gegen den FC Barcelona.

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Beide nehmen nun einen neuen Anlauf zum Erreichen des Endspiels, das nächstes Jahr immerhin in nächster Nähe stattfindet: Eindhoven bereitet sich darauf vor, Anfang Juni 2023 die violetten Teppiche auszurollen.

Während Eindhoven für Bayern München trotz der guten Entwicklung in den vergangenen Wochen vermutlich noch zu früh kommt, strotzen die Wolfsburgerinnen in dieser Saison nur so vor Souveränität und Qualitätsdichte im Kader. Der letzte internationale deutsche Titelgewinn ist der des 1. FFC Frankfurt aus der Saison 2014/2015 – vielleicht gibt es ja im kommenden Sommer mal wieder Grund zum Jubeln?

Frauen-EM sorgt für eines der Fußball-Highlights 2022

Vom vergangenen Sommer wird die EM in England am längsten in Erinnerung bleiben. Das Nationalteam von Martina Voss-Tecklenburg (54) hatte vorher wenig Anlass zu Optimismus gegeben, aber dann fügte sich alles zu einem fast perfekten Turniersommer zusammen.

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Die taktische Einstellung stimmte, die Spielerinnen waren auf den Punkt in Topform und schrieben Geschichte um Geschichte, auch wenn es am Ende im Finale knapp nicht reichte.

Im Sommer 2023 steht die Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland an. Die deutsche Nationalelf trifft gegen Kolumbien, Marokko und Südkorea auf eine bisher unbekannte, aber machbare Gruppe. Dafür sähe bei einem Weiterkommen der mögliche Turnierverlauf umso schwieriger aus.

Zukunft von Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg offen

Unklar ist zudem, wie es mit der Bundestrainerin weitergeht, ihr Vertrag läuft nach der WM aus. Voss-Tecklenburg signalisierte bereits kurz nach der EM ihre Bereitschaft zur Vertragsverlängerung und bekräftigte diese erst vor kurzem erneut. Zur Unterschrift gekommen ist es aber noch nicht.

Da der DFB zurzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, könnte sich diese Thematik noch eine ganze Weile hinziehen – zumal bei der geplanten Neuausrichtung des Verbandes mal wieder keine Perspektive berücksichtigt wird, die nicht weiß, männlich und Ü40 ist.

Angekurbelt von der EM war 2022 auch das Jahr der Rekorde: Knapp 18 Millionen Zuschauende sahen das Finale der Europameisterschaft zwischen Deutschland und England im Juli im Fernsehen, sorgten damit für das meistgesehene Länderspiel des Jahres.

Bundesliga: Neue Bestmarken und Rekord-TV-Vertrag

Zur Saisoneröffnung der Bundesliga in Frankfurt gab es einen neuen Rekord für ein Einzelspiel, 23.200 kamen ins Stadion der Eintracht zum Spiel gegen den FC Bayern München. Das war keine Eintagsfliege, denn mehrere Klubs stellten neue Vereinsrekorde bei den Publikumszahlen auf und insgesamt waren mit 173.438 Fans bereits nach dem 9. Spieltag so viele Menschen ins Stadion gekommen, wie noch nie zuvor in einer ganzen Saison.

Diese Begeisterung war auch beim Aushandeln des neuen TV-Vertrages hilfreich. Der gilt ab der Saison 2023/2024 bis zum Sommer 2027 und bringt den Klubs der 1. Bundesliga das sechzehnfache des vorherigen Betrages. Außerdem übertragen dann Magenta Sport und DAZN jeweils alle Spiele – eine Konkurrenzsituation, die der Qualität der Übertragungen und deren Rahmenprogramm nur guttun kann.


Annika Becker ist freie Autorin bei EXPRESS.de und kümmert sich in ihren Kolumnen um das Thema Frauenfußball. Sie ist Mitglied von FRÜF - Frauen reden über Fußball.


In der vergangenen Woche gab der DFB außerdem bekannt, dass das Geld unter den Vereinen gleich verteilt werden soll, alle bekommen denselben Betrag, unabhängig von ihrer Platzierung. In konkreten Zahlen ausgedrückt bekommt jeder Verein dann pro Saison 388.000 Euro und damit mehr, als vorher insgesamt an die komplette Liga ausgeschüttet wurde.

Frauen-Bundesliga vor neuen Herausforderungen

Es bleibt abzuwarten, wie dieses Geld von den Vereinen eingesetzt wird. Angesichts der ebenfalls neuen Montagsspiele wären Mindestgehälter für die Spielerinnen eine gute Idee. Viele von ihnen müssen zurzeit noch parallel arbeiten und sich dann für Spiele an Freitagen und Montagen freinehmen, können sich nicht angemessen auf die Partien vorbereiten.

Hier kommen auch die Unterschiede bei den infrastrukturellen Bedingungen zwischen den Vereinen zum Tragen. Während der VfL Wolfsburg von der eigenen Lizenzspielerabteilung profitiert, sind die Trainingsbedingungen bei Turbine Potsdam kaum zeitgemäß.

Zumal eben nur Vereine der ersten Liga von den neuen finanziellen Möglichkeiten profitieren werden. Steigt die Turbine – wie gerade abzusehen ist – also in dieser Saison ab, geht der Traditionsverein leer aus. Schon jetzt ist also klar, dass es auch im kommenden Jahr rund um den Fußball der Frauen sehr viel zu besprechen geben wird.

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