Fortuna Köln spielte nur eine Saison in der Bundesliga. Der Aufstieg 1973 und die Relegation von 1986 zeigen jedoch, dass der Südstadtklub dem Oberhaus mehr als einmal nahekam.
Einmal drin, einmal nah dranAls Fortuna Köln an die Bundesliga-Tür klopfte

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Fortuna Köln im Konzert der Großen: Hier versucht Peter Boers, Bayern-Stürmer Gerd Müller am Torschuss zu hindern.
Am 13. Mai 1973 gelang Fortuna Köln der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte. Der Verein stieg in die Bundesliga auf. Für einen Klub aus der Südstadt war das der Sprung in eine Fußballwelt, die sonst Bayern München, Borussia Mönchengladbach oder den Hamburger SV prägten.
Der Aufenthalt dauerte nur eine Saison. Doch die Geschichte der Fortuna in Richtung Bundesliga endete nicht 1974. Dreizehn Jahre später stand der Verein erneut unmittelbar vor der Rückkehr ins Oberhaus. Diesmal entschied eine Relegation gegen Borussia Dortmund über Aufstieg oder Verbleib in der 2. Bundesliga.
Der Aufstieg von 1973
Zwischen beiden Momenten liegen unterschiedliche Geschichten. Der Aufstieg 1973 steht für den sportlichen Aufbruch unter Präsident Jean „Schäng“ Löring. Die Relegation 1986 steht für eine Mannschaft, die dem Aufstieg sehr nahekam und am Ende dennoch mit einer der härtesten Niederlagen der Vereinsgeschichte leben musste.
Fortuna war 1948 gegründet worden. In den ersten Jahren pendelte der Verein durch die unteren Spielklassen. Der sportliche Aufstieg begann in den 1960er-Jahren. Jean Löring übernahm 1966 das Präsidentenamt. Am Ende der Saison 1966/67 stieg Fortuna in die Regionalliga West auf.
Die Regionalliga war damals die zweithöchste Spielklasse. Fortuna stabilisierte sich dort und arbeitete sich in Richtung Bundesliga. Der Aufstieg im Mai 1973 war die Konsequenz dieser Entwicklung.
Für den Verein bedeutete die Bundesliga nicht nur eine neue sportliche Herausforderung. Fortuna rückte in eine größere Öffentlichkeit. Gegner waren nun die besten Mannschaften des Landes. Der Südstadtklub stand damit in einem Wettbewerb, in dem der 1. FC Köln seit Jahren zu Hause war. Die Saison 1973/74 verlief allerdings schwierig. Fortuna stieg nach einem Jahr wieder ab. Entscheidend war am Ende das gegenüber dem Wuppertaler SV um zehn Tore schlechtere Torverhältnis.
Das Ende war knapp und bitter. Trotzdem blieb der Aufstieg ein Einschnitt. Fortuna hatte bewiesen, dass ein Verein neben dem großen Nachbarn den Sprung in die Bundesliga schaffen konnte.
26 Jahre 2. Bundesliga
Nach dem Abstieg wurde Fortuna zu einem festen Bestandteil der neu gegründeten 2. Bundesliga. Der Verein spielte 26 Jahre ununterbrochen im Unterhaus. Diese Zeit prägte die Wahrnehmung des Klubs stärker als die einzelne Bundesliga-Saison.
Fortuna war kein Durchreisender. Der Verein hielt sich über Jahrzehnte in einer Liga, in der finanzielle und sportliche Unterschiede groß sein konnten. Mal ging es um den oberen Tabellenbereich, mal vor allem um den Klassenerhalt. Die 2. Bundesliga wurde zum sportlichen Alltag der Südstädter.
In dieser langen Phase gab es nur eine realistische Chance auf die Rückkehr in die Bundesliga: 1986. Fortuna beendete die Saison als Tabellendritter und erreichte damit die Relegationsspiele gegen Borussia Dortmund, den Sechzehnten der Bundesliga. Der Gegner war prominent, aber nicht außer Reichweite. Die Fortuna hatte eine starke Saison gespielt und ging mit berechtigter Hoffnung in die Duelle.
Ein Heimsieg, der den Traum greifbar machte
Das erste Spiel gegen Dortmund fand in Köln statt. Fortuna gewann 2:0. Der Aufstieg war plötzlich keine ferne Möglichkeit mehr. Der Südstadtklub hatte dem Bundesligisten gezeigt, dass die Relegation offen war.
Im Rückspiel in Dortmund drehte sich die Lage. Borussia gewann 3:1. Weil die Auswärtstorregel damals nicht angewendet wurde, gab es trotz des knappen Gesamtergebnisses kein direktes Weiterkommen. Ein Entscheidungsspiel musste ausgetragen werden.

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In der Relegation gegen Borussia Dortmund schnupperte Fortuna Köln 1986 an der Bundesliga-Rückkehr.
Für Fortuna war das eine zusätzliche Chance. Nach zwei Spielen stand der Verein noch immer im Rennen um die Bundesliga. Die Relegation hatte genau jene Spannung erreicht, für die sie geschaffen worden war.
Das Entscheidungsspiel wurde in Düsseldorf ausgetragen. Es endete 0:8 aus Sicht der Fortuna. Die Zahl gehört bis heute zu den schmerzhaftesten Ergebnissen der Vereinsgeschichte. Sie kann aber nicht für sich allein stehen. Vor dem 0:8 lagen ein dritter Platz in der 2. Bundesliga, ein 2:0-Sieg gegen Dortmund und die reale Aussicht auf die Bundesliga.
Die Fortuna musste im entscheidenden Spiel mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft antreten. Eine Verlegung der Partie lehnte der DFB ab. Das erklärt die Niederlage nicht vollständig, gehört aber zur Vorgeschichte dieses Abends.
Was von 1986 blieb
Die Relegation von 1986 wird oft über das letzte Spiel erinnert. Das ist nachvollziehbar. Ein 0:8 bleibt haften. Für die Geschichte der Fortuna ist aber auch der Weg dorthin entscheidend.
Die Mannschaft hatte Dortmund über zwei Spiele gefordert. Der Heimsieg zeigte, dass Fortuna sportlich nicht weit vom Oberhaus entfernt war. Das Rückspiel hielt die Serie offen. Erst in Düsseldorf brach der Traum endgültig zusammen.
Danach spielte Fortuna weiter in der 2. Bundesliga. Eine vergleichbare Aufstiegschance bot sich in den folgenden Jahren nicht mehr. Der Verein blieb zwar lange im Profifußball, kehrte aber nicht in die erste Liga zurück. Gerade deshalb stehen 1973 und 1986 so eng nebeneinander. Der Aufstieg zeigt, dass Fortuna die Bundesliga erreichen konnte. Die Relegation zeigt, wie nah der Verein einer zweiten Chance kam.
Ein Platz in der Kölner Fußballgeschichte
Fortuna Köln wird meist als Verein der Südstadt, des Südstadions und der 2. Bundesliga beschrieben. Das ist richtig. Zur Geschichte gehört aber auch, dass der Klub einmal Bundesligist war und später erneut unmittelbar vor dem Aufstieg stand.
Die beiden Momente erklären, warum Fortuna im Kölner Fußball mehr ist als der kleinere Nachbar des 1. FC Köln. Der Verein hatte eigene sportliche Höhepunkte und eigene Enttäuschungen. Er stand auf der großen Bühne und scheiterte knapp vor der Rückkehr auf diese.
Der Aufstieg am 13. Mai 1973 bleibt der größte Erfolg. Die Relegation von 1986 bleibt die verpasste zweite Chance. Zusammen erzählen beide Ereignisse von einem Verein, der die Tür zur Bundesliga nicht nur einmal gesehen hat – sondern sie einmal auch öffnen konnte. (red)
