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Fortuna-Durchstarter Egouli„Habe viele Kölner Freunde bekehrt“

Elias Egouli leckt sich über die Lippen.

Copyright: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Fortuna-Abräumer Elias Egouli hat sich in Düsseldorf zum Stammspieler entwickelt.

Fortuna-Innenverteidiger Elias Egouli hat in den vergangenen Monaten viele Erfahrungen gesammelt. Im großen EXPRESS-Interview hat der 23-Jährige auch über die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf gesprochen.

Abwehrhüne Elias Egouli (23) gehört in einer schwierigen Saison zu den Durchstartern bei der Fortuna. Der in Köln geborene Innenverteidiger hat sich zum Stammspieler entwickelt und seine Qualitäten unter Beweis gestellt.

Im EXPRESS-Interview hat der Abräumer, dessen Bruder Noah (20) bei der U23 von Fortuna spielt, unter anderem über die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf, das Spiel am Samstag auf Schalke und seine Zukunft gesprochen.

Elias Egouli: „Den ein oder anderen Spruch muss ich mir anhören“

Manche Studenten hören die Frage sicher nicht gern: Schaffst du es aktuell überhaupt zur Uni?

Egouli: „Ich habe tatsächlich in diesem Semester keinen Kurs gewählt. Das habe ich bewusst gemacht, weil der Fokus gerade voll bei der Fortuna liegt. Das Studium läuft nicht weg. Deswegen ist der Fokus da klar. Grundsätzlich lässt sich das Studium gut mit meinem Beruf kombinieren. Deswegen versuche ich, das weiter durchzuziehen, aber ich setze mich da nicht unter Druck.“

Du studierst in Köln und bist dort geboren. Ist es nicht komisch, für den Rivalen aus Düsseldorf aufzulaufen, gab es da schon mal Sprüche von deinen Kölner Freunden?

Egouli: „Den ein oder anderen Spruch muss ich mir schon anhören. Komisch ist das aber für mich nicht. Mittlerweile habe ich auch viele meiner Kölner Freunde zu Fortuna-Sympathisanten bekehrt (lacht).“

Also ist dir der Verein mittlerweile ans Herz gewachsen?

Egouli: „Ja, zu 100 Prozent. Mein Bruder und ich durften hier die ersten Profi-Erfahrungen sammeln. Dafür bin ich unendlich dankbar.“

Du hast in einem Interview zu Beginn der Saison erzählt, dass du sehr selbstkritisch bist. Wie bist du mit dir selbst ins Gericht gegangen in dieser Phase mit den fünf Niederlagen?

Egouli: „Ich hinterfrage mich häufig und nach den Spielen besonders intensiv. Das Selbstvertrauen darf darunter natürlich nicht leiden, aber es geht darum, dass ich mich ständig verbessern möchte. Man muss das irgendwann abhaken und seine Schlüsse daraus ziehen. Selbstkritisch bin ich immer noch und es ist auch wichtig, dass man seine Fehler und Schwächen erkennt und daran arbeitet.“

Elias Egouli: „Tat richtig gut, das Gefühl von einem Sieg zu schmecken“

Nimmst du so etwas dann auch mit nach Hause oder kannst du abschalten, sobald du vom Fußballplatz runter bist?

Egouli: „Klar, zu Hause ist Fußball selbstverständlich mit das größte Thema, aber das ist natürlich nicht alles. Mittlerweile kann ich dann gut abschalten.“

Seid ihr eine große Fußballfamilie?

Egouli: „Mein Bruder ist genau wie ich ein ambitionierter Fußballer durch und durch. Meine Mutter fuchst sich mittlerweile auch da rein. Sie guckt unsere Spiele und liest einiges über Fußball, vor allem aus pädagogischer Sicht. Ihr ist das wichtig, um sich mit uns auszutauschen.“

Was hat dir konkret dabei geholfen, wieder aus dieser Phase rauszukommen?

Egouli: „Konkrete Sachen gibt es nicht. Ich habe ein cooles Umfeld, wo ich mir immer ein ehrliches Feedback abholen kann. Die sind dann immer noch positiv gestimmt und wollen das Beste für mich.“

Matthias Zimmermann hat unter der Woche angesprochen, dass er die jungen Spieler an die Hand nehmen will. Hilft dir diese Art von Unterstützung, kannst du das annehmen?

Egouli: „Das kann ich auf jeden Fall annehmen. Allein, wenn wir nach einem Spiel am nächsten Tag reinkommen, dann gehen wir schon viele Szenen gemeinsam durch. Es ist immer interessant zu hören, was die erfahrenen Spieler denken. Das hilft einem dann auch.“

Express-Reporter Sebastian Bucco und Fortuna-Spieler Elias Egouli sitzen an einem Tisch gegenüber und sprechen miteinander.

Copyright: Sebastian Bucco

Fortuna-Profi Elias Egouli im Interview mit EXPRESS-Reporter Sebastian Bucco.

Gegen Dresden habt ihr einen wichtigen Dreier geholt, was war das für ein Moment nach dem Abpfiff? Ist da eine Last von den Schultern gefallen?

Egouli: „Für den Moment tat es richtig gut, mal wieder das Gefühl von einem Sieg zu schmecken. Aber wir haben noch drei intensive Wochen vor uns. Unsere Arbeit ist noch nicht erledigt und wir haben noch schwere Aufgaben. Deswegen kann ich nicht sagen, dass es komplette Erleichterung war, wir müssen einfach weitermachen.“

Im Keller geht es unfassbar eng zu, jedes Tor und jeder Punkt wirbelt alles wieder durch. Wie oft schaust du in der aktuellen Phase auf die Tabelle?

Egouli: „Mittlerweile guckt man schon drauf. Am Ende ist die Tabelle das entscheidende. Beeinflussen kann man das aber nur mit seiner Arbeit auf dem Platz und am Wochenende im Spiel.“

In dieser Saison warst du schon des Öfteren der schnellste Fortuna-Profi. Bei deiner Körpergröße ungewöhnlich. Sind die anderen aus der Mannschaft einfach so langsam oder bist du wirklich so schnell?

Egouli: „Ich habe schon eine gute Schnelligkeit. Mir persönlich ist diese gewisse Athletik immer wichtig gewesen. Ich sage sogar, dass da noch ein bisschen mehr geht. Das ist aber immer von Spielsituationen abhängig.“

Elias Egouli: „Wir müssen uns nicht verstecken“

Am Samstag geht es gegen Schalker, die seit elf Spielen nicht mehr verloren haben. Was gibt euch trotzdem Hoffnung, dass ihr da punkten könnt?

Egouli: „Die größte Hoffnung gibt uns der Glaube an unsere eigene Qualität. Das in Kombination mit dem Selbstvertrauen, das wir uns durch das gewonnene Spiel geholt haben. Ich kann mich noch an das Hinspiel gegen Schalke erinnern, wo wir auch gut dagegengehalten haben. Wir müssen uns nicht verstecken. Schalke hat eine gute Mannschaft, aber wenn wir alles geben, dann wird das ein offenes Spiel.“

Ihr spielt vor 60.000 Fans, davon auch 7.000 aus Düsseldorf. Wie hilft euch dieser Support besonders in so schweren Spielen wie auf Schalke?

Egouli: „Das hilft enorm, weil man den Support aus der Kurve immer wieder hört. Gerade, wenn man im Spiel eine schwierige Zeit durchmacht. Wenn Schalke beispielsweise Druck macht und man dann weiter die Unterstützung hört. Das kann pushen.“

Also nimmst du das auf dem Platz auch wahr?

Egouli: „Ich bin immer sehr fokussiert auf das Spiel. Aber nach einer guten Aktion, oder wenn das Spiel unterbrochen ist, hört man die Stimmung und nimmt das auf.“

Mit Edin Dzeko und Kenan Karaman triffst du als Innenverteidiger auf das wohl erfolgreichste Sturmduo der gesamten Liga. Hast du Respekt vor solchen Namen oder ist dir egal, wer da kommt?

Egouli: „Natürlich ist da beides. Viel Respekt, wenn man sich die Namen und die Vita anguckt, aber verstecken muss ich mich vor keinem.“

Du hast bald deine erste Profisaison hinter dir. Was ist das größte Learning, das du aus dieser Zeit mitnimmst?

Egouli: „Der Umgang mit Fehlern und Druck. Druck an sich ist etwas Schönes, weil die Leute etwas von einem erwarten. Würde niemand von einem etwas erwarten, wäre das traurig. Deswegen ist es cool, wenn man einen gewissen Druck hat. Fehler macht jeder, das habe ich für mich mitgenommen. Das gehört dazu.“

Du hast dich als Stammspieler in Düsseldorf etabliert. Wo siehst du deine sportliche Zukunft?

Egouli: „Ich bin seit dem Hinspiel gegen Schalke Stammspieler, das war ein wichtiger Moment für mich. Gedanken über die Zukunft kann ich mir aktuell gar nicht machen, weil es nur darum geht, mit einem blauen Auge aus der Saison zu kommen. Ich fühle mich extrem wohl hier bei der Fortuna. Wir geben alles für den Klassenerhalt. Es ist immer eine Floskel, dass man nur von Spiel zu Spiel denkt, aber bei mir ist das aktuell wirklich so.“

Vincent Vermeij im Zweikampf mit Tim Oberdorf, im Hintergrund läuft Elias Egouli hinterher.

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