Abwehr-Chaos gegen Paderborn Fortuna ist zu naiv bei Spektakel-Niederlage

Robert Bozenik (l.), Rouwen Hennings, Lex-Tyger Lobinger und Andre Hoffmann von Fortuna Düsseldorf beim Spiel gegen Paderborn.

Wieder nix! Robert Bozenik (l.), Rouwen Hennings, Lex-Tyger Lobinger und Andre Hoffmann können es am 2. Oktober 2021 gegen den SC Paderborn nicht fassen.

Fortuna Düsseldorf vergeigt das nächste Heimspiel und bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga zu Hause sieglos. Zweifach-Torschütze Rouwen Hennings ist sauer und kündigt harte Arbeit an.

Düsseldorf. Das darf alles nicht wahr sein! Fortuna Düsseldorf kann zu Hause einfach nicht gewinnen! Auch im vierten Anlauf gelingt kein Heim-Dreier. Gegen Paderborn führt die Elf von Trainer Christian Preußer mit 2:1, gibt das Spiel aber noch völlig unnötig aus der Hand und verliert am Ende sogar noch. Ein ganz bitterer Nachmittag.

Das Spiel ist ein Spektakel. Die 19.727 Zuschauer in der Arena bekommen für ihr Geld einiges geboten. Doch zum Schluss jubeln nur die mitgereisten Paderborn-Fans im Gästeblock. „Das war das Ping-Pong-Spiel, das wir eigentlich vermeiden wollten“, sagte Preußer und meinte damit, dass das Spiel hin und her ging.

Nach dem ersten Torschuss von Fortuna durch Jakub Piotrowski, der für Shinta Appelkamp in die Startelf gerückt war, zeigt sich Paderborn eiskalt: Ein langer Ball reicht, um Fortunas Defensive zu überrumpeln. Sven Michel läuft Christoph Klarer davon – 1:0 nach nur neun Minuten. Michel eröffnet damit das Duell der Top-Torjäger beider Teams.

Noch vor der Pause schlägt Fortuna durch ihren Goalgetter zurück: Rouwen Hennings wuchtet eine herrliche Flanke von Khaled Narey mit dem Kopf ins Netz. Somit steht es zur Halbzeit 1:1. Es hätte aber auch 2:2 oder 3:3 stehen können. Beide Teams verteidigen völlig naiv und sorglos.

Sechster Saisontreffer für Rouwen Hennings

Das geht auch in der zweiten Halbzeit so weiter. Diesmal legt Hennings vor: Er verwandelt einen Foulelfmeter (an Narey) sicher – sein sechster Saisontreffer. Es sieht danach aus, dass Fortuna nun im vierten Anlauf endlich den ersten Heimsieg packen wird.

Doch daraus wird nichts! Weil Felix Klaus zweimal den Ball verdaddelt und die Düsseldorfer Hintermannschaft weiter umherrennt wie ein wild gewordener Hühnerhaufen. Michel lässt sich nicht lange bitten und macht das 2:2 – nur drei Minuten nach der Düsseldorfer Führung.

Felix Klaus verdaddelt zwei Mal den Ball

Sechs Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit ist es wieder Klaus, der den Ball verliert. Diesmal macht Michel den Vorbereiter – und in der Mitte darf Felix Platte zum 3:2-Endstand einköpfen. „In den Phasen, in denen das Spiel auf unsere Seite kippen kann, müssen wir noch zwingender werden“, sagte Preußer. Das ist sicher richtig, aber vor allem muss Fortuna anfangen, nicht so naiv zu spielen.

Hennings betonte: „Es ist echt bitter und ärgerlich. Es nervt uns alle tierisch. Wir waren nahe am Heimsieg dran. Alle unsere drei Gegentore hätte man verteidigen können. Wir hätten aber auch vorne mehr Tore schießen müssen, denn wir hatten heute wirklich viele Möglichkeiten.“

Alle unsere drei Gegentore hätte man verteidigen können.
Rouwen Hennings

Das ist eine sehr treffende Zusammenfassung der 90 Minuten gegen Paderborn – und ein generelles Problem: In elf Spielen haben die Düsseldorfer nur 13 Tore erzielt, aber schon 15 kassiert. Das ist zu wenig für die gehobenen Ansprüche in der Landeshauptstadt. Damit dümpelt Fortuna zu Recht im Zweitliga-Mittelfeld herum.

Jetzt stehen zwei Wochen Länderspielpause an. Woran muss vor allem gearbeitet werden, Herr Hennings? „An einer ganzen Menge: an Chancenverwertung, an Chancenverhinderung, an Ballzirkulation, an einer Menge eben.“

Christian Preußer will gut aus der Länderspielpause kommen

Preußer sagt: „In der Länderspielpause sind viele unserer Spieler unterwegs, was es uns in der Trainingsarbeit nicht einfach macht, aber das war beim letzten Mal auch so, und da sind wir sehr gut aus der Länderspielpause gekommen. Das ist auch dieses Mal unser Ziel.“

Danach geht es zum Topspiel am Samstagabend (16. Oktober, 20.30 Uhr) zum Hamburger SV, ehe der Karlsruher SC in die Stockumer Arena kommt. Klappt es denn dann mit dem ersten Heim-Dreier? Preußer: „Das ist noch zu weit weg. Wir beschäftigen uns erst einmal mit der kommenden Trainingswoche.“

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