Bei Fortuna brennt der Baum. Zwei Pünktchen trennen die Düsseldorfer noch vom direkten Abstiegsplatz. Trainer Markus Anfang steht vor einem Endspiel.
Fortuna auf der IntensivstationEndspiel für Anfang, funkelt es bald wieder?

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Markus Anfang braucht Punkte, um seinen Job bei Fortuna Düsseldorf zu sichern. Friedhelm Funkel könnte als Feuerwehrmann einspringen.
Fortuna Düsseldorf schien die Kurve bekommen zu haben. Stabilere Defensive, starke Punktausbeute in der heimischen Arena, zwischendurch gab es sogar mal einen Auswärtssieg in Nürnberg.
Doch seitdem ist es vorbei mit dem zarten Pflänzchen Aufschwung. Der Überlebenskampf in der Zweiten Liga hat sich sechs Spiele vor Schluss dramatisch zugespitzt. Alarmstufe Rot-Weiß!
Fortuna Düsseldorf: Die Tabelle ist trügerisch
Die letzten drei Spiele: ein einziger Schock! Null Punkte, 2:9 Tore. In diesem Zustand ist der Verein ein Fall für die Intensivstation.
In Braunschweig musste die Mannschaft nicht verlieren. Irgendwie hatte man aber den Eindruck, dass die Eintracht den Dreier mehr wollte – kein gutes Zeichen.
Von Hertha BSC ließ sich Fortuna danach abschlachten wie schon ewig nicht mehr im eigenen Haus, in Kaiserslautern war die Truppe nach einem frühen Platzverweis völlig chancenlos.
Dass die Tabelle Düsseldorf noch als Zwölften ausweist, ist eher trügerisch. Der Abstand zwischen Platz 11 und 17 beträgt nur noch zwei Punkte, es warten jetzt hintereinander mit Kiel, Magdeburg und Dresden drei echte Abstiegs-Endspiele! Wird da nicht vernünftig gepunktet, droht tatsächlich der Super-GAU. Deshalb steht nun auch Markus Anfang unter Zugzwang. Bisher hatte sich Sportvorstand Sven Mislintat wie eine Eins hinter den Trainer gestellt.
Nach der Niederlage in Lautern erklärte der Fortuna-Boss bei Sky: „Ich bin nicht unruhig. Wir kommen aus einer Situation, wo wir 17. waren, mit Rückstand. Wir haben es immer noch in unserer ganz eigenen Kraft, Dinge positiv zu erledigen. Ich habe auch Spiele gesehen, wo wir klar und verdient gewonnen haben. Nochmal: Hertha ist für mich ein Ausrutscher gewesen und gegen Kaiserslautern gibt es Erklärungen, die nicht nur mit der Mannschaftsleistung des Teams zu tun haben.“
Verklatschen die Rot-Weißen aber auch gegen Kiel, dürfte es das für Anfang gewesen sein. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison gab es unter dem Übungsleiter drei Niederlagen in Serie und im Schnitt gerade einmal einen Punkt pro Spiel. Inzwischen wettet deswegen niemand mehr dagegen, dass Friedhelm Funkel (72) auch in dieser Saison wieder als Feuerwehrmann auf einer rheinischen Trainerbank landet. Die Frage scheint nur noch zu sein, ob das in Düsseldorf, Köln oder Mönchengladbach passiert.
Zumal tatsächlich JETZT Punkte her müssen. Im schlimmsten Fall wird Fortuna am drittletzten Spieltag zum Gast bei der Aufstiegsfeier von Schalke und eine Woche später feiert Elversberg in der Düsseldorfer Arena den Sprung ins Oberhaus. Dann gäbe es zum Finale ein weiteres Endspiel in Fürth, wo Fortuna abgesehen vom Sieg im letzten Jahr eine katastrophale Bilanz aufweist.
Böse Erinnerungen an 92/93 und 98/99
Schaut man sich die Auftritte in dieser Spielzeit an (nach dem 28. Spieltag sind immer noch mehrere 2:1-Erfolge die höchsten Saisonsiege) kann man sich schon mal die Frage stellen, wie die damals Verantwortlichen im vergangenen Sommer auf die Idee kommen konnten, den Aufstieg als Ziel auszurufen. So ähnlich ging es auch vor dem Start in die Spielzeiten 1992/93 und 1998/99 los, in beiden Fällen folgte der Absturz in die 3. Liga. Darauf kann jeder Fan gerne verzichten.
Sportboss Mislintat strahlt trotz der prekären Lage Zuversicht aus: „Es geht jetzt darum, in den Themen zu bleiben, die uns betreffen. Gegen Kiel müssen wir genau die Themen aufnehmen, die wir gegen Hertha hatten. Wir erwarten uns ein ganz anderes Spiel. Die Kieler wollen viel Ballbesitz haben, und dann schauen wir, wie wir das hinbekommen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir an die Leistungen vor Hertha anknüpfen können.“

