Rekord-Jagd Schatzschneider ist Terodde-Fan: Sogar einer für den DFB

Simon Terodde (FC Schalke 04) in Aktion.

Schalkes Simon Terodde zieht am 17. September 2021 im Duell mit Karlsruhe ab.

Dieter Schatzschneiders Zeit als Zweitliga-Rekordtorschütze wird bald enden, vielleicht schon am Sonntag. Simon Terodde wäre ein würdiger neuer Rekordhalter.

Großburgwedel. Dieter Schatzschneider ist mittlerweile 63 Jahre alt.Und dieser Tage ist er wieder ganz dick im Geschäft. Immer wieder klingelt sein Telefon für die nächste Interviewanfrage. Am Sonntag (ab 13.30 Uhr/Sky) könnte sein Zweitligarekord geknackt werden, wenn Schalke-Torjäger Simon Terodde trifft.

Mit einem Treffer gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt könnte der 33-Jährige „T-Rod" mit dem „Langen“ (Schatzscheider ist 1,87 Meter groß) als bester Zweitligatorjäger der Geschichte gleichziehen – Schatzschneiders Marke steht bei 153 Toren aus den Jahren 1978 bis 1987 für Hannover 96 und Fortuna Köln. Und das Klubidol der Niedersachsen, einst auch bei Schalke aktiv, sagt ohne zu zögern: „Am Wochenende bin ich Terodde-Fan.“ Man muss och jünne künne sagt man in Köln (Man muss auch gönnen können.)

Dieter Schatzschneider findet Simon Terodde gut: Bin großer Fan

Schatzschneider verhehlt nicht, dass der anstehende Verlust seines Rekordes auch ein bisschen wehtut: „Ich bin da ganz ehrlich, ich bin gerne die Nummer eins gewesen.“ Mit dem Superstürmer der Schalker kann er sich aber voll identifizieren: „Ich bin ein großer Fan von ihm. Wenn er eine hohle Nuss wäre, würde ich mir keine Mühe geben. Ich merke aber, er ist ein guter Junge und er hat meinen Respekt für eine ganz, ganz tolle Leistung. Er ist ein Guter, und Feierabend.“

Wenn Terodde, der nach acht Saisonspielen schon wieder bei zehn Treffern steht, nun tatsächlich vorbeizieht, will der einst wuchtige Mittelstürmer unbedingt persönlich gratulieren. „Das ist für meine Generation etwas, was mir sehr viel gibt. Einfach zu sagen: Junge, du hast eine Topleistung gebracht, das möchte ich honorieren“, meint Schatzschneider. Und er glaubt, „das wäre auch ein Herzenswunsch von Gerd Müller gewesen, zu Robert Lewandowski hinzugehen und zu sagen: Lewa, tolle Leistung, überragend.“ Müller, der im August verstarb, war dies nicht mehr vergönnt.

Das haben wir doch selber verschuldet in Deutschland. Da kam man dann mit dieser verkehrten Neun an, da haben die Zwerge als Mittelstürmer gespielt. Ich kann dem deutschen Fußball nur raten: Lasst wieder große Mittelstürmer zu.“
Dieter Schatzschneider

So wie Müllers 40-Tore-Saison, die Lewandowski toppte, war Schatzschneiders Bestmarke lange Zeit unangefochten. Und der frühere Angreifer glaubte sogar daran, dass er einen „Rekord für die Ewigkeit“ aufgestellt haben könnte. Denn die guten Mittelstürmer locke ja mittlerweile nicht nur die Bundesliga, sondern schnell auch das Ausland. „Aber jetzt ist da einer, der alles wegknallt“, sagt Schatzschneider, der Terodde sogar als Kandidaten für die Nationalmannschaft sieht: „Ich würde es immer machen.“

Er geht fest davon aus, dass Terodde am Ende seiner Karriere deutlich mehr als 160 Treffer in der 2. Liga erzielt haben wird und hofft inständig darauf, dass der Schalker schon an diesem Wochenende Ernst macht. Denn danach reist Terodde mit S04 nach Hannover – zu Schatzschneiders Herzensklub. „Das wäre das No-Go, wenn der mich überholt und dann 96 schlägt“ sagt der bisherige Rekordhalter, der Terodde jetzt anfeuern wird: „Ich hoffe, dass der jetzt gegen Ingolstadt vier Buden macht.“ (sid)

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