„Wie betrunken Autofahren“ Jürgen Klopps drastischer Appell an Impfgegner – Lob von Lauterbach

Jürgen Klopp (Liverpool FC) beobachtet seine Mannschaft.

Jürgen Klopp am 28. September als Trainer des FC Liverpool bei der Champions League-Partie gegen den FC Porto.

Jürgen Klopp wirbt offensiv für eine höhere Impfquote. Der Trainer des FC Liverpool wählte dabei einen drastischen Vergleich.

Liverpool. Jürgen Klopp (54) springt Politik und Wissenschaft im Kampf für mehr Impfungen beiseite. Der Trainer des FC Liverpool zeigte Unverständnis für die Impfgegner und verglich die Regelungen in der Corona-Pandemie mit der vom Fahren unter Alkoholeinfluss.

Im Kampf gegen die vierte Welle muss auch in Deutschland die Impfquote möglichst schnell und möglichst stark steigen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Um deutlich zu machen, warum er für Restriktionen gegen Impfverweigerer ist, verglich Klopp das mit dem Verbot von Alkohol am Steuer.

Jürgen Klopp: Geimpft, auch um andere zu schützen

Die Regelungen seien nicht dazu da, „mich zu schützen, wenn ich zwei Bier trinke und fahren will, es ist zum Schutz anderer Leute, weil ich betrunken bin, und wir akzeptieren das als ein Gesetz“, erläutert Klopp. Er habe sich nicht nur impfen lassen, um sich selbst abzusichern, sondern auch um die Menschen um sich herum zu schützen. „Ich verstehe nicht, warum das eine Einschränkung der Freiheit ist. Wenn es so ist, dann ist das Verbot betrunken zu fahren auch eine Freiheitsbeschränkung.“

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Auch in Englang gibt es immer noch eine heftige Diskussion um ungeimpfte Fußball-Profis, obwohl die Quote der geschützten Bevölkerung auch aufgrund von heftigerer Durchseuchung deutlich höher als in Deutschland ist. In der Premier League soll bei nur sieben der 20 Vereine die Impfquote bei über 50 Prozent liegen.

FC Liverpool zu 99 Prozent durchgeimpft

„Bei uns sind 99 Prozent des Teams geimpft“, versichert Klopp. „Ich musste niemanden überzeugen, das war eine natürliche Entscheidung des Teams. Ich kann mich nicht daran erinnern, mit einem Spieler gesprochen und ihm erklärt zu haben, warum er sich impfen lassen sollte, denn ich bin kein Arzt.“

Lob für seine offenen Worte gab es von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58): „Fußballteams sollten hier helfen. Stadion nur für 2G und klare Appelle an die Fans“, lautete seine Botschaft.

Klopp wünscht sich mehr Offenheit auch in der Frage nach dem Impfstatus der Bürger. „Wir dürfen Leute nicht fragen, ob sie geimpft sind, aber ich darf einen Taxifahrer fragen: Bist du betrunken? Wenn er sagt: Das muss ich dir nicht sagen, dann sage ich: Okay, ich fahre nicht mit dir“, sagt Klopp, der am Abend mit dem Team des FC Liverpool im Topspiel des Spieltags auf Meister Manchester City (17.30 Uhr, live auf Sky) mit Pep Guardiola trifft.

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