„Derzeit zu wenig“ Nagelsmann vor Barcelona-Spiel unter Druck – Rüffel von Rummenigge

Julian Nagelsmann beobachtet seine Spieler beim Abschlusstraining vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona.

Trainer Julian Nagelsmann beim Abschlusstraining am 12. September 2022 vor dem Duell mit dem FC Barcelona.

Beim Champions League-Highlight Bayern gegen Barca steht natürlich Rückkehrer Robert Lewandowski im Fokus. Was Bayern-Coach Julian Nagelsmann sagt und welchen Rat ihm Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge gibt.

Es ist das Highlight an diesem Champions League-Dienstag: Der FC Bayern München empfängt den FC Barcelona (13. September, 21 Uhr, Amazon Prime Video) mit seinem langjährigen Torjäger Robert Lewandowski (34) und man darf gespannt sein, wie die Stimmung zwischen den beiden Klubs ist.

Coach Julian Nagelsmann (35) hatte sich im Zuge des Abgangs von Lewandowski kritisch über die Transferpolitik des FC Barcelona geäußert – und sich dafür einen Rüffel von Barca-Boss Joan Laporta eingehandelt.

Rummenigge mahnt zu mehr Zurückhaltung

Vom ehemaligen Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (66) kam nun auch ein Rüffel und der Rat zu mehr Zurückhaltung. „Ich empfehle grundsätzlich: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Julian sollte keine politischen Aussagen machen – das ist Aufgabe von Oliver Kahn und Herbert Hainer“, meinte Rummenigge. „Er hat ja da auch eine Breitseite zurückbekommen aus Spanien. Ich glaube, es ist immer besser, die Dinge auf den eigenen Kompetenzbereich zu beschränken.

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Rummenigge hatte Lewandowski als „einen der wichtigsten Transfers der letzten 10, 15 Jahre“ bezeichnet, ihn aber beim FC Bayern München hinter Franck Ribery, Arjen Robben und Manuel Neuer einsortiert. Und Nagelsmann? „Ich wünsche Robert, dass er noch viele Jahre auf dem Niveau spielen kann. Er wird viele Tore machen“, sagt Nagelsmann. Neben Luca Hernandez könnte Dayot Upamecano statt Mathijs de Ligt auflaufen. „Er kennt ihn aus dem Training, hat gegen Robert auch in Leipzig immer gut verteidigt.“

Nagelsmann freut sich, wenn „die Fans Lewandowski positiv empfangen. Ich werde ihn natürlich grüßen, wenn ich ihn sehe. Ich wünsche ihm viel Erfolg und ein gutes Spiel morgen.“

Weltmeister Thomas Müller (32) fügte an: „Es wird noch lange dauern, bis dieser Torjäger hier Vergangenheit ist. Er wird es vielleicht nie sein, weil er sich in die Geschichtsbücher eingetragen hat. Aber nun spielen andere.Wir dürfen Lewy nicht ins Spiel kommen lassen“, sagt Müller, der sich an den Polen als Gegner noch gewöhnen muss. „Sadio Mané scherzte die Woche immer, ich solle ihm nicht aus Versehen den Ball vorlegen. Wir müssen versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Wir haben nicht mehr den klaren Mittelstürmer, sondern vier Offensive, die die Rolle spielen können. Es ist auch Vorteil, dass der Gegner nicht unbedingt weiß, wer denn in dieser Situation der Zielspieler ist.“

Für Müller ist die Partie gegen Barca immer noch ein Festtag: „Da sind nicht ohne Grund mehr Kameras da. In diesen Spielen steckt ein Extrareiz. Ob Inter oder jetzt Barcelona. Dazu kommt dann noch die Geschichte mit Lewandowski. Wir müssen an die Grenzen gehen, denn sie haben einen tollen Start hingelegt. Aber das macht die Partie noch reizvoller. Natürlich hast du in den großen Spielen ein anderes Gefühl, auch die Zuschauer haben eine andere Erwartung.“

Nagelsmann: „Beim FC Barcelona herrscht ein neuer Geist.“

Nagelsmann über den Gegner: „Wir kennen Barcelona schon. Sie haben einige Neuzugänge, die eine tragende Rolle spielen. Es herrscht ein anderer Geist. Die letzten Duelle kann man von der Festplatte löschen. Sie sind aktiv, pressen hoch, starkes Gegenpressing. Mit Gabi und Pedri haben sie zwei sehr junge, starke Achter. Xavi hat viele gute Dinge gemacht in den letzten Monaten. Das ist ein schwerer Gegner.“

Der Bayern-Coach selbst wartet noch auf den Durchbruch von Sadio Mané. Der Neuzugang vom FC Liverpool hat seine Rolle noch nicht wie gewünscht gefunden. „Ich habe ihm gesagt, dass er mehr Vertrauen in seine Fähigkeiten haben kann. Da darf ruhig mehr positive Arroganz her. Wir haben nicht soviel Zeit, dass jeder erstmal schaut, was wir so spielen können.“  

„Dass die Ergebnisse derzeit zu wenig sind, das weiß ich auch“, sagt Nagelsmann nach drei Remis in Serie. „Aber ich habe ein besseres Gefühl als letztes Jahr. Wir haben zwei Phasen von je dreißig Minuten gehabt, die nicht so gut waren. Aber da macht Gnabry das 3:1 nicht und dann bekommst du den Elfmetern und das entscheidet dann über die Bewertung der Situation.“

Das Spiel gegen Barcelona wäre auch für sich bedeutend genug. Nagelsmann: „Es ist ein wichtiges Spiel, in dieser Gruppe darfst du dir nicht viele Ausrutscher leisten.“ Gegen Lewandowski und Co. wollen die Bayern am Dienstag einfach alles raushauen.

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