Die Kritik an Manuel Neuer nach der Niederlage gegen Ecuador bringt einen ehemaligen Nationaltorwart komplett auf die Palme.
„Schreibt lieber über die drei Spieler“Ex-Nationaltorwart rechnet mit Neuer-Kritikern ab

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Manuel Neuer, hier mit Jonas Urbig, sieht sich Kritik ausgesetzt. Ein ehemaliger Bundesliga-Torwart kann das überhaupt nicht nachvollziehen.
Der frühere Fußball-Nationaltorwart Timo Hildebrand hat Manuel Neuer aufs Schärfste gegen die Kritik nach der WM-Niederlage gegen Ecuador (1:2) verteidigt.
„Ich lese Torwartpatzer von Manuel Neuer, Torwartfehler. Ich sag’s euch: Ihr habt alle keine Ahnung! Und es kotzt mich richtig hart an, ehrlich“, sagte Hildebrand in einem Video bei Instagram. Im Begleittext dazu nennt er die Debatte „typisch deutsch“.
Hildebrand verteidigt Neuer und wird angefeindet
In der fraglichen Szene vor dem Tor zum 1:2 sei es „brutal schwer“ für Neuer gewesen. Die Fehler hätten drei Feldspieler gemacht, „alle drei Spieler können dieses Tor vorher verhindern“, argumentierte Hildebrand.
Er ergänzte: „David Raum – Kopfballduell verloren. Jamal Musiala – lässt sich wegschubsen wie ein Schuljunge. Jonathan Tah – steht einfach falsch. Der einzige in dieser Szene, der sich richtig verhält, ist Toni Rüdiger. Darüber redet gar keiner. Alle hacken wieder auf Manuel Neuer rum.“
Es „kotze“ ihn an, fügte der 47-Jährige hinzu, dass Neuer „der Depp“ sein solle. „Alle haben ihn gefordert, dass er WM-Torhüter werden soll – und jetzt?! Medien, Fans … – ihr habt einfach keine Ahnung! Niemand von euch hat wahrscheinlich jemals im Tor gestanden. Lasst Manuel Neuer in Ruhe, schreibt lieber über die drei Spieler. Grüße gehen raus an all die super Experten da draußen. Triggert mich hart!“
Auch Neuer selbst hatte nach dem Spiel keinen Grund gesehen, das zweite Gegentor auf seine Kappe zu nehmen. „Jeder Torwart, der schon gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss“, so Neuer. „Das ist wie, wenn ein Spieler zum Ball geht – einer kommt einfach eine Fußspitze schneller dran. Ich schaue natürlich auf die Verlängerung, auf das, was vorn passiert.“ In Hildebrand gab ihm ein früherer Torwart nun recht.
Der siebenmalige Nationalspieler Hildebrand, der noch immer den Bundesliga-Rekord mit der längsten Serie ohne Gegentor hält (884 Minuten), erntete für seinen Beitrag viel Hass. „Es macht mich wirklich traurig zu sehen, wie Menschen miteinander umgehen“, schrieb er in einem späteren Post. „Es bleibt null sachlich, es wird gestänkert, beleidigt, beschimpft.“
Den Menschen, die ihn anfeindeten, rief er zu: „Was gibt es euch? Fühlt ihr euch dann besser? (...) Schäme mich manchmal für solche Abgründe, die sich auftun.“ (sid)
